Das sagt das Gesundheitsministerium

Führt Stiko-Empfehlung zur Zweitimpfung zum Impfstoff-Engpass in BaWü?

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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In Baden-Württemberg werden nach der neusten Stiko-Empfehlung mehr mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna benötigt. Kommt es nun zu Engpässen?

Laut der neusten Stiko-Empfehlung zur Zweitimpfung nach AstraZeneca* sollen all die Menschen in Deutschland, die zuvor schon eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, als Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff bekommen. Das könnte unerwartet zu Problemen führen. Der Grund: Auch in Baden-Württemberg wird mehr mRNA-Impfstoff gebraucht, als ursprünglich geplant. Sind Engpässe nun unvermeidlich? Die echo24.de-Redaktion* fragt im Sozialministerium in Stuttgart nach.

Auf Anfrage der Redaktion teilt eine Sprecherin schriftlich mit: „Um Engpässe bei den mRNA-Impfstoffen zu vermeiden, wird das Vorziehen des Zweitimpftermins erst für Zweitimpftermine, die ab einschließlich 19. Juli gebucht wurden, möglich sein.“ Wie viele Dosen an mRNA-Impfstoff in Baden-Württemberg tatsächlich mehr gebraucht werden, sei aktuell noch nicht absehbar. Man gehe aber davon aus, dass die meisten betreffenden Menschen im Land das Angebot nutzen werden.

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Droht ein Mangel an mRNA-Impfstoff?

Auf die Frage von echo24.de*, ob insgesamt genügend Corona-Impfstoffdosen von Biontech und Moderna vorhanden sind, heißt es in der Mitteilung des Sozialministeriums: „Nach unseren derzeitigen Berechnungen und mit der oben genannten Einschränkung ist in den kommenden Wochen ausreichend mRNA-Impfstoff vorhanden, auch um weiterhin Erstimpftermine durchzuführen.“ Sollte es in Baden-Württemberg lokal zu Engpässen kommen, könnten sich die Impfzentren gegenseitig aushelfen. 

In Baden-Württemberg wird nach Angaben des Sozialministeriums bereits seit Samstag versucht, möglichst alle AstraZeneca-Zweittermine mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen, sofern der Impfwillige das möchte. Die Voraussetzung sei aber, dass ausreichend mRNA-Impfstoff vorhanden ist, um auch die Zweitimpfungen nach mRNA-Erstimpfungen und gebuchte mRNA-Termine zu sichern. „Wir sind bemüht, mögliche Engpässe, die sich hier abzeichnen, frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.“

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: So will das Land Engpässe verhindern

Das heißt: Engpässe in Bezug auf die mRNA-Impfstoffe sind in Baden-Württemberg möglich, sollen aber nach Möglichkeit frühzeitig erkannt und behoben werden. Auf echo24.de-Anfrage* teilt das Sozialministerium aus Stuttgart noch mit, dass man mit dem Bund in Kontakt sei, um die Frage zu klären, wie der erhöhte Bedarf an mRNA-Impfstoff auch in Baden-Württemberg sichergestellt werden kann – auch in den kommenden Wochen, wenn die Zahl der Impfwilligen voraussichtlich weiter steigen wird.

Die Stiko empfiehlt seit kurzem eine Corona-Kreuzimpfung von AstraZeneca und Biontech oder Moderna.

„Angesichts der Kurzfristigkeit der Änderungen kann es im Einzelfall passieren, dass eine AstraZeneca-Zweitimpfung nicht mit einer mRNA-Impfung ersetzt werden kann“ teilt die Sprecherin des Sozialministerium in Stuttgart noch mit. Ist das in einem Impfzentrum in Baden-Württemberg der Fall, habe der betroffene Impfwillige laut Sozialministerium die Möglichkeit, auch seine Zweitimpfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca* zu bekommen. Oder: „Es werden individuell vor Ort Lösungen gefunden.“

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Studien zu Kreuzimpfungen überraschen

Erst kürzlich hatte eine Studie zu Kreuzimpfungen* überraschende Ergebnisse ans Licht gebracht. Eine Studie aus Spanien kommt sogar zu dem Schluss, dass Kreuzimpfungen „hochwirksam“ sind* und eine starke Immunreaktion hervorrufen. Auch deshalb ist davon auszugehen, dass viele Menschen in Baden-Württemberg das Angebot annehmen werden und eine Zweitimpfung nach AstraZeneca mit den Corona-Impfstoffen von Moderna oder Biontech vorziehen.

Über die möglichen Nebenwirkungen nach einer mRNA-Impfung* berichtet echo24.de* in einem separaten Beitrag. So viel vorweg: Auch die Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna können Nebenwirkungen verursachen, die mitunter auch heftiger ausfallen können. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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