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Mann mit Messer in Mosbach von Polizei erschossen: Das ist bisher bekannt

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Von: Michaela Ebert

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Am Freitag fallen in Mosbach Schüsse – ein Mann stirbt. Er habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und mit einem Messer die Polizei bedroht. Was ist passiert? Was wissen wir – und was nicht.

Es müssen grausame Szenen gewesen sein, die sich am Freitag (13. Januar) in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) abspielen. Ein Mann, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befindet, wird von der Polizei erschossen. Er stirbt noch vor Ort und unter Augenzeugen.

Kurz zuvor hatte er die Beamten mit einem Messer bedroht. Diese greifen zum Reizgas, doch die Maßnahme scheint nutzlos. Die Situation eskaliert – dann fallen die tödlichen Schüsse.

Mann greift Polizisten mit Messer an – Schüsse fallen: Familienvater stirbt vor Ort

Bei dem Getöteten handelt es sich laut Polizei um einen 46-jährigen Mann, der mit einem Messer bewaffnet vor der Wohnung seiner Ex-Partnerin unterwegs war. Medienberichten zufolge war der Mann ein Familienvater. Vieles ist bisher unklar, auch am Montagmorgen (16. Januar) kann die Staatsanwaltschaft Mosbach gegenüber echo24.de noch keine Auskunft zum genauen Tat- oder Einsatzhergang geben. Wenig später, am Dienstag (17. Januar) liegen dann die ersten handfesten Erkenntnisse vor.

Polizei erschießt bewaffneten Mann in Mosbach
In Mosbach fallen am Freitag Schüsse. Ein bewaffneter Mann stirbt. © picture alliance/dpa | Heiko Becker

Aus diversen Medienberichten scheint hervorzugehen, was am Freitagnachmittag im Mosbacher Erlenweg geschah: Eine Nachbarin kann sich an die bitteren Szenen vor ihrer Haustür erinnern, sie habe alles mit eigenen Augen angesehen. Gegenüber der „Heilbronner Stimme“ schildert sie die Details. Auch über einige Insider-Informationen in Bezug auf das Familien- und Privatleben des Paares scheint die Frau Bescheid zu wissen. Nach eigenen Angaben habe sie dem Familienvater sehr nahegestanden.

Familienvater stirbt vor der Wohnung der Ex-Partnerin – angeblich und den eigenen Kindern

Gegen 13 Uhr gehen mehrere Anrufe bei der Polizei in Mosbach ein, der 46-Jährige attackierte beim Eintreffen der Polizei laut Pressemitteilung die Beamten mit einem Messer. Die Polizisten hätten laut Aussagen der Nachbarin den Mann dreimal aufgefordert, das etwa 30 Zentimeter lange Messer niederzulegen. Doch es war wohl schon zu spät – die Situation außer Kontrolle.

Unterschiedliche Zeugen wollen laut Medienberichten zwei oder drei Schüsse gehört haben. Die Polizei trifft den Oberkörper des Mannes. Noch vor Ort versuchen die Beamten, den 46-Jährigen zu retten, ihn zu reanimieren, teilt die Polizei mit. Die Mühen sind vergebens, der Mann stirbt.

Bis auf zwei Meter sei er laut „Heilbronner Stimme“ mit seinem Messer an die Polizisten herangekommen. Die Situation muss unübersichtlich gewesen sein, die Lage kaum einzuschätzen. Er habe laut einer Nachbarin zuvor vor dem Balkon der Wohnung seiner Ex-Freundin gestanden, wild geschrien, Bibelverse zitiert. Als die beiden gemeinsamen Kinder nach Hause kommen, versteckte er das Messer, umarmt seinen Jungen ein letztes Mal, berichtet die „Heilbronner Stimme“. Wenig später sehen die Kinder laut Medienberichten ihren Vater tot auf der Straße liegen. Die Polizei hat diese Details zum Tathergang bislang noch nicht bestätigt.

Getöteter Mann mit Messer in Mosbach: Psychiatrische Schwierigkeiten bereits bekannt

Seit November soll er Medien zufolge kein Besuchsrecht mehr gehabt haben – und das, obwohl das getrennt lebende Paar wohl mit nur gering örtlicher Distanz zueinander wohnte. In den Medien wird viel über die psychische Verfassung des Mannes und auch der Ex-Freundin spekuliert.

Bislang ist vonseiten der Polizei lediglich bestätigt, dass sich der Mann „nach derzeitigem Kenntnisstand in psychiatrischer Behandlung“ befand. Zudem war der 46-Jährige bereits „polizeilich unter anderem wegen häuslicher Gewalt aktenkundig geworden“.

Nach Polizeischüssen auf Mann mit Messer: Bisher kaum Hintergründe zur Tat bekannt

Laut Informationen der „Bild“ sei es Schizophrenie gewesen. Nichts von alledem wird derzeit von der Polizei oder Staatsanwaltschaft bestätigt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und dem genauen Einsatzablauf dauern an.

Letztendlich bleiben viele Fragen offen. Was hatte der Mann mit seinem Messer vor? Wozu war er wirklich bereit? Und vor allem: Welche Motive haben ihn zu einer solchen Tat bewegt – wofür hat er sein Leben gelassen?

echo24.de berichtete vorlaufend über neue Details.

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