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Mordprozess gegen Stuttgarter Hotelchef: Anklage beschreibt brutale Tat

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Von: Dominik Jahn

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Auftakt im Mordprozess
Mordprozess in Stuttgart: Anklage beschreibt brutale Tat des Hotelchefs. © Christoph Schmidt/dpa

Am Landgericht in Stuttgart hat der Mordprozess gegen einen Hotelchef begonnen. Der Mann soll an Ostern einen Gast um 100.000 Euro erleichtert und ihn später in der Tiefgarage erschlagen haben. Die Anklage geht von einer brutalen und skrupellosen Tat aus.

Update, 4. November: Nachdem Ende September gegen einen Hotelchef aus Stuttgart Anklage wegen Mordes und veruntreuender Unterschlagung erhoben wurde, begann am Freitag nun der Prozess gegen den 47-Jährigen. Zum Auftakt des Mordprozesses zeigte sich die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht überzeugt von Täter und Tat.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, erklärte der Staatsanwalt vor Gericht, der Hotelchef „hat sein Opfer nicht nur bestohlen, sondern auch getötet und die Leiche versteckt“. Er habe aus „Habgier und um eine andere Straftat zu verdecken“ gestohlen und gemordet. 

Staatsanwalt nennt Motiv zum Mord an Stuttgarter Hotelgast

Für ein ganzes Jahr soll sich der Dauergast dem Bericht nach in dem Hotel im Stuttgarter Stadtbezirk Untertürkheim eingemietet haben, ganz in der Nähe der Weinberge und nicht weit entfernt vom Mercedes-Benz-Werk. Zimmer 103, die Miete von 6.000 Euro zahlte er laut Anklage in bar. Erst kurz zuvor hatte der 59-Jährige sein Haus verkauft, ein Konto besaß er nicht. Den Rest des Geldes, mehr als 400.000 Euro, deponierte er im Safe des Hotels, zu dem nur der Betreiber einen Schlüssel besaß. 

Die Versuchung ist nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zu groß gewesen für den angeklagten Hotelchef. Der Mann habe insgesamt 110.000 Euro gestohlen, zum Teil Goldbarren von der Beute gekauft, knapp die Hälfte der Summe in einem Schließfach deponiert und zudem sein geleastes Auto ausgelöst.

Prozess in Stuttgart: Staatsanwalt beschreibt brutalen Mord an Hotelgast

Kurz vor den Osterfeiertagen stellte der misstrauisch gewordene Hotelgast den Mann dann allerdings zur Rede. Nur dieser hatte einen Schlüssel für den Safe. Der Staatsanwalt erklärte dazu: „Der Angeklagte fürchtete, dass die Tat zur Anzeige gebracht und das Geld zurückgefordert würde.“ Darauf hin, so sieht es die Anklage, habe er den Mann am Ostersonntag unter einem Vorwand in den Abstellraum einer Tiefgarage des Hauses bestellt, mit einer fünf Kilogramm schweren Hantel achtmal auf ihn eingeschlagen und den Schwerverletzten anschließend gewürgt.

Die Leiche versteckte der Hotelchef laut Anklage mithilfe eines Bekannten in einem Wald in Esslingen bei Stuttgart. Dort wurde sie am Tag darauf von Spaziergängern entdeckt, weitere knapp drei Wochen später wurde der Hotelbetreiber festgenommen. 

Mord an Hotelgast in Stuttgart: Hotelchef schweigt zum Prozessauftakt

Zum Auftakt des Prozesses hüllte sich der Mann laut dpa-Bericht auf der Anklagebank in Saal 1 des Landgerichts zunächst in Schweigen. Sein Mandant werde sich erst später zu den Vorwürfen äußern, sagte sein Verteidiger.

Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt, der Bruder des Opfers tritt als Nebenkläger auf. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende Januar zu rechnen.

Gast bestohlen und ermordet – Anklage gegen Stuttgarter Hotelchef erhoben

Erstmeldung, 23. September: Gegen einen Hotelchef aus Stuttgart ist Anklage wegen Mordes und veruntreuender Unterschlagung erhoben worden. Der 47-Jährige soll einen Hotelgast im Frühjahr zuerst bestohlen und – als dieser ihm auf die Schliche kam – ermordet haben, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag mitteilte.

Hotelchef klaut 100.000 Euro und erschlägt den Besitzer in der Tiefgarage

Demnach hatte der Beschuldigte 100.000 Euro, die für den Gast in einem Safe lagen, gestohlen. Als der 59-Jährige das bemerkt und den Hotelier zur Rede gestellt habe, soll es am Ostersonntag zum Mord gekommen sein: Der Anklage zufolge schlug der Hotelchef in der Tiefgarage des Hauses mit einer Kugelhantel auf sein Opfer ein und würgte den Mann anschließend. Die Leiche soll er in einem Wald in Esslingen vergraben haben.

Der Beschuldigte ist in Untersuchungshaft, das Landgericht Stuttgart entscheidet nun im weiteren Verlauf über die Eröffnung des Hauptverfahrens.

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