Weniger Inhalt, höherer Preis

Mogelpackung des Jahres 2020: Beliebtes Produkt aus Baden-Württemberg fällt gnadenlos durch!

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Höherer Preis bei weniger Inhalt – und viele Kunden merken es nicht! Die Verbraucherzentrale hat die „Mogelpackung des Jahres 2020“ gekürt. Ein Produkt von Seitenbacher aus Baden-Württemberg erhält den Negativ-Preis.

Vielen Kunden fällt es gar nicht direkt auf – andere ärgern sich direkt! Immer wieder reduzieren Hersteller die Mengen an Inhalt in ihren Produkten, lassen die Preise dafür aber gleich. Folglich setzen sie so eine versteckte Preiserhöhung durch und, wie die Verbraucherzentrale es nennt, „produzieren jede Menge Verpackungsmüll“. Die Verbraucherzentrale will diese Tricks der Hersteller von Lebensmitteln und anderen Produkten aufzeigen und so auch die Kunden darauf aufmerksam machen, wie echo24.de* berichtet.

Mogelpackung des Jahres 2020: Produkt aus Baden-Württemberg bekommt Negativ-Preis

Es läuft so ab: Die Kunden gehen regelmäßig einkaufen und haben sich bei bestimmten Produkten schon an die Preise gewöhnt. Um die Kunden durch eine reguläre Preiserhöhung nicht zum Kauf des Konkurrenz-Produktes zu verleiten, passiert das auf andere Weise. Bei gleichem Preis wird weniger Inhalt in die Packung gegeben. Das muss natürlich auf der Verpackung zu lesen sein – doch beim Einkaufen fällt das nur wenigen Kunden auf. Aus diesem Grund sammelt die Verbraucherzentrale mithilfe von Kunden Beispiele für solche frechen Preiserhöhungen. Veröffentlicht werden die Trick in sogenannten Mogelpackungs-Listen.

Ob Schokolade, Scheibenkäse oder Spülmittel – immer wieder ärgern sich Kunden über solche Mogelpackungen und geben es an die Verbraucherzentrale weiter. Die möchte versteckte Preiserhöhungen transparent machen. Monatlich wird dann die „Mogelpackung des Monats“ veröffentlicht. Doch das Produkt, das die Gemüter am meisten erhitzt und die Kunden am meisten hinters Licht führt, wird sogar zur „Mogelpackung des Jahres“ gekürt! Und dieser ungeliebte Platz eins wurde jetzt vergeben – an ein Unternehmen aus Baden-Württemberg.

Mogelpackung des Jahres 2020: Frucht Müsli von Seitenbacher macht Kunden sauer

2019 war noch Mirácoli die „Mogelpackung des Jahres“, weil der Hersteller Mars am Käse, an der Tomatensauce und der Würzmischung sparte. 2020 werden sich Müsli-Liebhaber ärgern, denn zur „Mogelpackung des Jahres 2020“ wurde laut Verbraucherzentrale das „Frucht Müsli“ vom Hersteller Seitenbacher aus Buchen in Baden-Württemberg gewählt – und das mit deutlichem Vorsprung. Über die Hälfte der insgesamt 21.409 Stimmen gingen an das Produkt.

  • Platz 1: „Frucht Müsli“ von Seitenbacher (54,5 Prozent)
  • Platz 2: „Mila Osterhase & Weihnachtsmann“ von Mondelez (18,8 Prozent)
  • Platz 3: „Kinder Schokolade“ von Ferrero (18,5 Prozent)
  • Platz 4: „Whiskas Knuspertaschen“ von Mars (4,3 Prozent)
  • Platz 5: „Bifi Minisalami“ von Jack Link‘s (3,9 Prozent)

Aber was macht das „Frucht Müsli“ von Seitenbacher aus Baden-Württemberg zur „Mogelpackung des Jahres 2020“? Der Inhalt der Packung wurde von 1.000 Gramm auf 750 Gramm reduziert. Gleichzeitig stiegt aber der Preis pro Packung. Fazit: Das Müsli wurde um 75 Prozent teurer! Kostete das „Vollkorn-Früchte-Müsli“ (1.000 Gramm) zuvor 3,79 Euro, waren es ab Sommer für das „Frucht Müsli“ (750 Gramm) 4,99 Euro, die Kunden zahlen mussten.

Auch aufgrund des Namens gab der Hersteller Seitenbacher aus Baden-Württemberg gegenüber der Verbraucherzentrale an, das „Frucht Müsli“ sei ein neues Produkt. „Doch die Zutatenliste war quasi identisch mit der des günstigeren Vorgängerprodukts“, teilt die Verbraucherzentrale hinsichtlich der „Mogelpackung des Jahres 2020“ mit. Nur geringe Mengen Honig hätten die neue Zutatenliste von der alten unterschieden.

Die Kunden haben entschieden: Das „Frucht Müsli“ von Seitenbacher ist die „Mogelpackung des Jahres 2020“!

Frucht Müsli ist Mogelpackung des Jahres 2020 – Seitenbacher zieht Konsequenzen

Der baden-württembergische Hersteller Seitenbacher erklärte laut Verbraucherzentrale gegenüber Medien, dass das „Frucht Müsli“ seit April 2020 „viel auf dem Teller und weniger Kalorien durch großvolumige Spezialflocken aus regionalem Anbau“ liefere. Die Verbraucherzentrale mutmaßt, dass diese angesprochenen großvolumigen Spezialflocken auch dafür gesorgt hatten, dass die Packung trotz weniger Inhalt kaum kleiner war.

Die „Mogelpackung des Jahres 2020“ soll nach Auskunft des Unternehmens Seitenbacher aus Baden-Württemberg aufgrund der Veröffentlichung der Verbraucherzentale mittlerweile nicht mehr hergestellt werden. In einigen Supermärkten ist das „Frucht Müsli“ aber derzeit noch erhältlich. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Verbraucherzentrale Hamburg

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