Bäder leiden unter Corona-Pandemie

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kommt Rettungsring für Bäder?

Seit dem 22. Juni hat die Thermen & Badewelt Sinsheim wieder geöffnet.
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Den Thermen und Mineralbädern im Land fehlen wichtige Einnahmen. (Symbolbild)
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Corona-Pandemie hat massive wirtschaftliche Folgen. Auch für die Bäder in Baden-Württemberg.

Das Wetter in Baden-Württemberg wird immer herbstlicher, die Freibäder haben längst geschlossen. Wer jetzt noch schwimmen gehen möchte, ist auf die zahlreichen komunalen Thermal- und Mineralbäder im Südwesten angewiesen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie - in Baden-Württemberg gilt seit Montag Pandemiestufe 3 - sind diese in ihrer Existenz bedroht. Auch die vier Staatsbäder in Bad Mergentheim. Bad Wildbad, Baden-Baden und Badenweiler benötigen Hilfe.

Entsprechend hatte die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg bereits Hilfen für die angeschlagenen kommunalen Schwimmbäder gefordert. „Im Bäderland Nummer eins muss die Landesregierung diesen für Tourismus- und Gesundheitswesen unverzichtbaren Einrichtungen unter die Arme greifen“, erklärte die Tourismus-Expertin Sabine Wölfle laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Coronavirus in Baden-Württemerg: Bäder bislang durch Raster gefallen

In der aktuellen Corona-Pandemie sei alles zu unterstützen, was die Gesundheit der Menschen fördere, und ein durchs Baden gestärktes Immunsystem kann im Kampf gegen das Coronavirus sehr hilfreich sein. Insbesondere bei den aktuell stark steigenden Neuinfektionen. Neben der SPD haben sich auch die Regierungsfraktionen von Grünen und CDU für eine finanzielle Unterstützung der Thermen und Heilbäder in Baden-Württemberg stark gemacht. Diese machen für die Grünen-Politikerin Thekla Walker zu einem großen Teil die Attraktivität des Tourismuslandes aus.

„Die kommunalen Bäder sind bislang durchs Raster gefallen sind“, erklärte ein Sprecher von Ressortchef Guido Wolf der dpa. Daher müssten Schließungen der 35 Bäder verhindert werden. Wie prekär die Lage ist, zeigen Zahlen des Heilbäderverbandes. Wie echo24.de* berichtet fehlen jeder Therme im Südwesten seit Beginn der Corona-Pandemie durchschnittlich Einnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Insolvenzen drohen

Damit seien Eigenbetriebe und Kommunen finanziell überfordert. Ohne staatliche Hilfen drohen Insolvenzen, Thermen könnten schließen, Unterversorgung bei Prävention und auch der Tourismus würden Schaden nehmen. Um das zu verhindern, arbeitet das Justizministerium - das auch für den Tourismus zuständig ist - an einer Kabinettsvorlage für ein Finanzpaket.

Das Hilfsprogramm für die Thermen und Mineralbäder soll 15 Millionen Euro umfassen. Verglichen mit den Zahlen des Verbandes ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dort fordert man mindestens 35 Millionen Euro für die Bäder, also mehr als das Doppelte, was das Finanzministerium veranschlagt. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netwerk

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