Er stach auf eine Jobcenter-Mitarbeiterin ein

Messer-Attacke in Jobcenter: Täter wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber...

Polizisten und Rettungskräfte stehen nach einer Messer-Attacke auf eine Mitarbeiterin vor dem Jobcenter in Rottweil.
+
Polizisten und Rettungskräfte vor dem Jobcenter in Rottweil.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
    schließen

Rottweil - Im Fall der Messer-Attacke auf eine Jobcenter-Mitarbeiterin wurde der Täter schuldunfähig gesprochen. Frei kommt er aber nicht.

  • Ein Mann attackiert im Januar in Rottweil eine Jobcenter-Mitarbeiterin mit einem Messer.
  • Die Frau muss wegen drei Stichen notoperiert werden.
  • Jetzt ist das Urteil gegen den 58-jährigen Täter gefallen.

„Ich werde morgen eine Person des Jobcenters töten“. Diesen Worten auf dem sozialen Netzwerk Twitter hatte ein 58-Jähriger am 16. Januar in Rottweil Taten folgen lassen. Im siebten Stockwerk eines vom Jobcenter genutzten Bürogebäudes war der Mann auf sein Opfer losgegangen. Drei Stiche fügte er ihr zu. Anschließend wurde er noch vor Ort widerstandslos festgenommen.

Rottweil: Urteil nach Messer-Attacke auf Jobcenter-Mitarbeiterin gefallen

Die 50-Jährige musste mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen und dort notoperiert werden. Das Motiv des Mannes gab der Polizei zunächst Rätsel auf. Wie durch seine damaligen Twitter-Nachrichten klar wurde, hatte der Mann ein amtliches Schreiben des Jobcenters erhalten. Darin war ihm ein Termin zur Besprechung seiner „aktuellen beruflichen Situation“ genannt worden.

Nach Angaben des nun erfolgten Gerichtsurteils leidet der Mann offenbar an einer schweren Geisteskrankheit. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass seine Einsichtsfähigkeit betroffen sei. Der 58-Jährige wurde daraufhin wegen möglicher Schuldunfähigkeit freigesprochen. Allerdings ordnete das Gericht für ihn die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie ein.

Messer-Attacke in Rottweil: Täter muss Opfer Schmerzensgeld zahlen

Zudem muss der Täter seinem Opfer 50.000 Euro zahlen. Die Anklage hatte zunächst auf gefährliche Körperverletzung und versuchten Mordes gelautet. Der 58-Jährige war vor dieser Tat polizeilich nicht auffällig gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema