Keine Mietwagen mit Stern

Mercedes-Mangel bei Sixt: Das steckt dahinter!

Die A-Klasse soll nicht mehr in Mexiko gebaut werden.
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Die A-Klasse sucht man bei Sixt aktuell vergeblich, ähnlich sieht es bei anderen Mercedes-Modellen aus.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Wer aktuell bei Sixt einen Mercedes mieten möchte, guckt in die Röhre. Aber warum?

Wer dieser Tage ein Auto bei Sixt mieten möchte, der dürfte mitunter verwundert gucken. Zwar ist die Auswahl in Deutschland mit derzeit 67 Modellen sehr groß (Stand, 20. September), vom Volkswagen Golf bis hin zum Ford Mustang GT ist nahezu alles vertreten. Auch Elektroautos wie der Audi e-tron finden sich in der Liste. Nach Modellen von Mercedes muss man dafür länger suchen.

Denn aktuell herrscht bei Sixt ein wahrer Mercedes-Mangel, der dazu führt, dass keine einzige Limousine mit dem Stern verfügbar ist. Das Angebot beschränkt sich auf Modelle wie den Vito oder die V-Klasse, sowie die G-Klasse und das Mercedes-AMG S63 Cabrio. Wer eine C- oder S-Klasse mieten möchte, wird derzeit nicht fündig. Doch woran liegt das?

Mercedes-Mangel bei Sixt: Halbleiter-Krise hat Einfluss

„Es gibt aktuell eine Knappheit“, erklärte eine Sixt-Sprecherin auf Anfrage der Welt. Diese hänge mit saisonalen Einsteuerungszyklen und regionalen Verfügbarkeiten zusammen, die dazu führen könnten, dass nicht jedes Modell auch an jeder Station verfügbar ist. Zudem spielt auch die Halbleiter-Krise eine Rolle, wie Sixt erklärte.

„Aktuell kann es aufgrund der Chipkrise und der reduzierten Produktionskapazitäten der Automobilhersteller zu knapper Verfügbarkeit einzelner Marken kommen“, betonte die Sixt-Sprecherin. Anders als Audi oder BMW - deren Modelle nach wie vor bei Sixt verfügbar sind - hat Mercedes daher derzeit mit langen Lieferzeiten zu kämpfen. Erst 2023 rechnet man in Stuttgart mit einer Entspannung der Lage auf dem Halbleitermarkt.

Mercedes-Mangel bei Sixt: Auch andere Hersteller mit Lieferproblemen

Und eben genau das stellt Autovermieter wie Sixt jetzt vor ein Problem, denn im Zuge der Corona-Krise haben diese ihre Flotte drastisch verkleinert. Jetzt, wo sich die Lage wieder bessert und die Nachfrage nach Mietwagen steigt, müssen die Flotten wieder aufgestockt werden.

Doch bedingt durch den Halbleiter-Mangel und die damit verbundene Kurzarbeit bei Mercedes und Co. sind nicht immer alle Modelle verfügbar. Ein Problem, das laut Sixt zwar grundsätzlich alle Hersteller betreffe - allerdings zeichnet Website des Autovermieters hier ein anderes Bild. Egal ob Audi, Volkswagen, BMW oder Ford: das Angebot an Fahrzeugen ist wesentlich größer als bei Mercedes.

Mietwagen-Mangel trifft nicht nur Sixt: Preise werden steigen

Dennoch müssten sich die Kunden im kommenden Jahr auf höhere Kosten für Mietwagen einstellen, erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Autovermieter Deutschlands, Jens Erik Hilgerloh, der Fachzeitung Automobilwoche. Bereits jetzt sei absehbar, dass es zu wenig Mietwagen geben werde.

„Steigt die Nachfrage weiter, verschlechtern sich die Konditionen“, betonte er. Die Preise würden daher „nochmals massiv“ steigen. So schlimm wie auf Mallorca werde es in Deutschland zwar nicht, doch Hilgerloh verdeutlichte auch, wie dramatisch die Lage wirklich ist. „Sie liefern uns etwa 20 bis 25 Prozent weniger Fahrzeuge, als die Branche eigentlich brauchen würde. Uns werden rund 75.000 Fahrzeuge in Deutschland fehlen.“ 

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