Klimaneutral bis 2039

Klimaneutral, aber Formel 1: Wie das bei Mercedes zusammenpassen soll

Valterie Bottas führt vor Lewis Hamilton.
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Passt die Formel 1 zu den Klimazielen von Mercedes?
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Mercedes möchte künftig nur noch Elektroautos verkaufen und bis 2039 klimaneutral werden. Dennoch möchte man weiter in der Formel 1 bleiben und das hat einen Grund.

Die Formel 1 ist wohl das Ziel eines jeden Rennfahrers und doch schaffen es nur die wenigsten in die Königsklasse. Für Hersteller wie Mercedes ist die Formel 1 vor allem eine Werbeplattform und bietet die Möglichkeit, neue Technologien zu erproben. Doch in einer Zeit, in der die Hersteller immer mehr auf Elektromobilität setzten, muss man sich fragen, ob eine Rennserie wie die Formel 1 überhaupt noch zeitgemäß ist.

Insbesondere da es mit der Formel E inzwischen eine elektrische Alternative gibt, in der Mercedes ebenfalls vertreten ist. Wäre es nicht also logischer, das Formel-1-Engagement aufzugeben und sich voll auf den elektrischen Motorsport zu fokussieren? Zumal Mercedes bis 2039 klimaneutral werden will und künftig nur noch Elektroautos verkauft.

Mercedes: Formel 1 kein Widerspruch für Klimaneutralität sondern Testlabor

In Stuttgart sieht man scheinbar keinen Widerspruch zwischen den ambitionierten Klimaschutzzielen und einem weiteren Engagement in der Formel 1. Tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall, wie Mercedes-Vertriebschefin Britta Seeger im Interview mit der Wochenzeitung Zeit erklärt.

„Die Formel 1 ist ein tolles Testlabor, um CO₂-Neutralität weiter zu üben. Viele Ideen der Formel 1 kamen später in die Serie“, betont die 52-Jährige. Zudem helfe der Motorsport - also auch die Formel E - dabei, Lösungen für die batterieelektrische Welt zu suchen. Tatsächlich kann auch hier die Formel 1 hilfreich sein, denn auch in der Königsklasse kommt inzwischen ein ausgeklügeltes Hybridsystem zum Einsatz.

Mercedes: Auch andere Hersteller setzten weiter auf konventionellen Motorsport

„Insofern die klare Antwort: Hoffentlich bleibt Mercedes noch lange in der Formel 1 und E“, erklärt Seeger in der Zeit. Zudem zeigt der Volkswagen-Konzern aktuell, dass es ohne den klassischen Motorsport nicht geht. Der Wolfsburger Konzern hatte 2019 verkündet, nur noch auf Elektro-Motorsport zu setzen, zog sich dann aber als Marke gänzlich aus dem Motorsport zurück.

Inzwischen hat das Thema Formel 1 aber auch bei Volkswagen wieder an Relevanz gewonnen, möglich wäre ein Einstieg mit Porsche oder Audi. Beide Töchter richten ihr Motorsportprogramm aktuell neu aus. Audi verkündete beispielsweise jüngst den Ausstieg aus der Formel E, stattdessen wollen die Ingolstädter künftig wieder werksseitig im Langstreckenrennsport und der Rallye Dakar starten.

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