Kauf eines Neuwagens

Mercedes und BMW: Kunden droht Preis-Hammer

Die Logos von BMW und Mercedes-Benz.
+
Mercedes und BMW könnten von der Chip-Krise profitieren.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
    schließen

Neuwagen sind ein teurer Spaß. Die Chip-Krise scheint dabei Herstellern wie Mercedes und BMW in die Karten zu spielen.

Wer sich ein neues Auto kaufen will, der muss mit unter tief in die Tasche greifen. Insbesondere wenn es einer der drei deutschen Premiumhersteller Audi, Mercedes oder BMW sein soll. Je nach Modell und Ausstattung können die Preise hier leicht sechsstellig werden.

Aufgrund der anhaltenden Chip-Krise ist derzeit jedoch nicht ganz so einfach, einen Neuwagen zu bekommen. Außer man nimmt - wie bei Mercedes - teilweise lange Wartezeiten in Kauf. Für die Autohersteller ist die aktuelle Situation besonders ärgerlich, da die Nachfrage nach der Corona-Pandemie grade wieder angezogen hatte. Statt fett Kasse zu machen, stehen nun die Werke bei Daimler teilweise komplett still.

Mercedes und BMW profitieren von Chip-Mangel: Kunden warten auf Neuwagen

Doch der Chip-Mangel könnte sich grade für BMW und Mercedes als Chance entpuppen. Die Krise zeigt nämlich auch, dass die Kunden der beiden Premium-Marken durchaus gewillt sind, länger auf ihren Neuwagen zu warten und dafür auch deutlich mehr Geld auf den Tisch legen.

Ohnehin gab es bereits schon länger Kritik daran, dass Mercedes und BMW durch kleinere und preiswerte Kompaktautos im Volumensegment wilderten. Auf absehbare Zeit dürfte sich das aber auch wieder ändern, wie Daimler-Boss Ola Källenius bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte.

Mercedes und BMW profitieren von Chip-Mangel: Kasse statt Masse

Statt auf Masse und den Verbrenner will Daimler mit seiner Tochter Mercedes in Zukunft auf Luxus und die Elektromobilität setzen. In einem Interview mit der Financial Times bestätigte Daimlers Finanzvorstand Harald Wilhelm diese Aussage noch einmal und betonte, dass „wir die Nachfrage bewusst unterbieten und uns gleichzeitig auf das höhere, das Luxussegment konzentrieren werden“.

Ähnlich sieht es auch bei BMW aus. Der Finanzchef der bayrischen Premiummarke, Nicolas Peter betonte, man habe „in den letzten 24 Monaten eine signifikante Verbesserung der Preissetzungsmacht erlebt“. Entsprechend sei der Plan „eindeutig, die Art und Weise, wie wir das Angebot verwalten, beizubehalten, um unsere Preissetzungsmacht auf dem heutigen Niveau zu halten“. Heißt im Klartext: Die Autos von Mercedes und BMW werden auch nach Ende des Chip-Mangels nicht billiger werden - eher im Gegenteil, wie auch motor1.com berichtet.

Mercedes und BMW profitieren von Chip-Mangel: Sinkende Rabatte bescheren Autoindustrie Mega-Gewinn

„Früher oder später wird das Problem mit den Halbleitern verschwunden sein und wir werden uns weiter auf den Preis, die Marge und den Mix konzentrieren“, stellte Wilhelm klar. Und auch bei BMW dürfte es schwierig werden, noch ein gutes Angebot zubekommen. „Die Kunden sind bereit, drei bis vier Monate zu warten, und das hilft unserer Preismacht“, sagte Peter.

Aus Sicht der Autohersteller ist das mehr als nur verständlich, wie auch der Bernstein-Analyst Arndt Ellinghorst weiß. Alleine durch die Senkung der Rabatte würde der Gewinn der gesamten Autoindustrie um stattliche 20 Milliarden US-Dollar steigen. Die Rabatte in Europa und den USA seien im Vergleich zu den hohen Preisen vor der Pandemie bereits um rund zwei Prozent gesunken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema