Schule und Corona

Maskenpflicht an Schulen soll ab morgen gelockert werden – die neuen Regeln

  • Jason Blaschke
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In Baden-Württemberg mussten Schüler bisher auch am Sitzplatz eine Maske tragen. Ab Montag soll die Maskenpflicht gelockert werden – trotz steigender Corona-Zahlen.

Update, 16. Oktober: Trotz steigender Corona-Infektionen in Baden-Württemberg* soll ab Montag – 18. Oktober – in Schulen die Maskenpflicht gelockert werden. Die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, dass das Kultusministerium noch am Wochenende eine geänderte Corona-Verordnung notverkünden will, damit die neuen Regeln zur Maskenpflicht in Schulen bereits ab Montag in Kraft treten können. Dass die Maskenpflicht im Klassenzimmer gelockert werden soll, hatte echo24.de* schon am 2. Oktober berichtete – nun macht das Kultusministerium offenbar ernst.

Sollte die geänderte Corona-Verordnung für Schulen in Baden-Württemberg notverkündet werden, würden schon am Montag an allen Schulen im Land die neuen Vorschriften zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Kraft treten. Das heißt: Schüler müssten am Platz keine Maske mehr tragen. „Auf allen sogenannten Begegnungsflächen gilt die Maskenpflicht aber weiterhin – sie bleibt dort als Sicherheitszaun erhalten“, heißt es vom Kultusministerium Baden-Württemberg.

Maskenpflicht an Schulen in Baden-Württemberg ab Montag gelockert

Auch Lehrer und Lehrerinnen können laut der geänderten Corona-Verordnung für Schulen die Maske ablegen, wenn sie 1,5 Meter Abstand einhalten. „Selbstverständlich verbieten wir das Tragen der Maske nicht. Wer will, kann also im Klassenzimmer weiterhin freiwillig eine Maske tragen“, sagt Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper. Sorgen bereitet aktuell eine Meldung des Robert-Koch Instituts vom Freitag. In den vergangenen vier Wochen seien bundesweit 636 Ausbrüche in Schulen übermittelt worden, hieß es.

Wegen möglicher Nachmeldungen seien demnach aber insbesondere die vergangenen beiden Wochen noch nicht zu bewerten. Heißt: Die Zahl von Corona-Ausbrüchen an Schulen könnte noch höher sein. Hinzu kommt, dass schon seit einiger Zeit vermehrt Corona-Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter und bei Jugendlichen festgestellt wurden. Dazu muss man aber auch sagen, dass in Kitas und Schulen in Baden-Württemberg in der Regel zweimal pro Woche auf Corona getestet wird. 

Maskenpflicht an Schulen in Baden-Württemberg ab 18. Oktober gelockert

Erstmeldung, 2. Oktober: Die Schüler in Baden-Württemberg sind vor etwa einem Monat ins neue Schuljahr gestartet – und zwar in Präsenz. Kultusministerin Schopper hat vor Kurzem bereits eine erste Bilanz gezogen* und davon gesprochen, dass die Maskenpflicht an Schulen noch mal neu überdacht werden muss, wie *echo24.de berichtet hat. Nun ist es so weit: Es soll ein weiterer vorsichtiger Schritt in Richtung Normalität gewagt werden und die Maskenpflicht in Schulen soll ab dem 18. Oktober tatsächlich gelockert werden, teilte das Kultusministerium am Samstag (2. Oktober) mit.

„Masken sind in pädagogischer Hinsicht gerade beim Erlernen der Sprache und in der Grundschule ein Hindernis“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper. Sie ergänzt: „Sie sind ein Sicherheitszaun, aber sie erschweren eben auch die Kommunikation, die ein Herzstück der Pädagogik darstellt. Die Kinder müssen auch die Mimik sehen – ein Lächeln geben und ein Lächeln sehen können.“

Wir machen einen weiteren vorsichtigen Schritt hin zu mehr Normalität an den Schulen

Kultusministerin Theresa Schopper

In Abwägung der Vor- und Nachteile wurde sich aufgrund der aktuellen Infektionszahlen in Baden-Württemberg darauf geeinigt, die Maskenpflicht am Platz zu lockern und dies wie ursprünglich geplant in einem geordneten Verfahren mit der nächsten Verkündung der Corona-Verordnung Schule umzusetzen. Die engmaschige Testung der Schülerinnen und Schüler wird jedoch weiter beibehalten – es gilt nach wie vor, dass die Schülerinnen und Schüler drei Antigenschnelltests oder zwei PCR-Tests pro Woche vorlegen müssen.

Baden-Württemberg: Maskenpflicht an Schulen wird gelockert – diese Regeln gelten

Die vorsichtige Lockerung der Maskenpflicht gilt dabei nur, wenn die Schülerinnen und Schüler am Platz sitzen. Auf den Begegnungsflächen in den Gebäuden bleibt sie unabhängig von der generellen Infektionsstufe bestehen. Die Maskenpflicht wird auch nur in der Basis- und in der Warnstufe entfallen – sollte die Alarmstufe* in Kraft treten, gilt die Maskenpflicht umgehend auch wieder am Platz.

Wenn ein Schüler oder eine Schülerin positiv getestet wird, gilt zudem weiterhin, dass diese*r in Quarantäne muss. Die Quarantäneregelungen für Klassen* werde nicht geändert. Das bedeutet, dass bei einem Corona-Fall die Schülerinnen und Schüler der Klasse, Kursstufe oder Lerngruppe weiterhin für fünf Schultage täglich getestet werden. Außerdem müssen in diesem Fall alle Kinder und Jugendlichen der jeweiligen Klasse für fünf Tage auch am Platz eine Maske tragen.

Schule und Corona in Baden-Württemberg: Maskenpflicht gilt in der Alarmstufe

„Wenn die Alarmstufe gilt, muss die Maske wieder aufgesetzt werden. Uns ist wichtig, dass wir zur Sicherung der Gesundheit und des Präsenzunterrichts diese Rückfalloption einführen. Ich kann zudem versichern, dass wir das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg weiterhin genau beobachten. Außerdem haben wir ja bereits ein tägliches Monitoring der Corona-Lage an den Schulen“, erklärt die Kultusministerin.

Es gilt deshalb: Sollte sich zeigen, dass die Lockerung bei der Maskenpflicht zu einer großen Zahl an Infektions- und Quarantäne-Fällen führt, dass ganze Klassen vermehrt in Quarantäne müssen oder mehrere Schulen vorübergehend geschlossen werden müssen, behält sich die Landesregierung ausdrücklich vor, die Maskenpflicht als Sicherheitsmaßnahme für den Präsenzbetrieb auch in der Warn- und Basisstufe wieder einzuführen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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