Zweiter Vorfall in Baden-Württemberg

Schock für Lehrerin: Hacker-Angriff! Mann mit Waffe im Online-Unterricht

Ein Laptop steht in einem Klassenzimmer der Comenius-Schule vor Beginn einer Schulstunde auf dem Tisch vor einer Wandtafel.
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Die Fälle von Cyber-Attacken auf den Online-Unterricht in Baden-Württemberg häufen sich.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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In Baden-Württemberg hat es erneut eine Attacke auf den Online-Unterricht an einer Schule gegeben. Diesmal stiftete ein Hacker in Mannheim Unruhe - sogar mit einer Waffe.

Als ob es Schüler und Lehrer in der Pandemie ohnehin nicht schon schwer genug hätten, stiften jetzt auch noch vermehrt unbekannte Hacker Unruhe. Bereits zum zweiten Mal wurde am Montagvormittag eine Schule in Baden-Württemberg Opfer von einer sogenannten Cyber-Attacke. Ein Schock für die betroffene Lehrerin: Diesmal war auch eine Waffe im Spiel, berichtet echo24.de*.

Baden-Württemberg: Wieder Hacker-Attacke auf Schule - Mann mit Waffe im Online-Unterricht

„Die Lehrerin hatte kurz nach Unterrichtsbeginn gegen 10.30 Uhr feststellt, dass sich deutlich mehr Schüler in den Deutsch-Unterricht eingewählt hatten, als in der Klasse sind“, erklärt die Polizei Mannheim zu der Attacke übers Internet. Die Lehrerin der Klasse zum Erwerb der Fachhochschulreife einer Schule im Stadtteil Schwetzingerstadt kontrollierte daraufhin offenbar anhand der Klassenliste, wer im Online-Unterricht* sein durfte - und wer nicht.

Auf den Bildschirmen war kurzzeitig eine maskierte Person zu sehen, die eine nicht näher bestimmte Schusswaffe in ihrer Hand hielt.

Polizei Mannheim

Dabei sei sie von einer bislang unbekannten männlichen Person sexistisch beleidigt worden. Die betroffene Lehrerin aus Mannheim handelte folgerichtig und beendete den Online-Unterricht sofort. Doch noch bevor der kriminelle Spuk endgültig vorbei war, war laut Polizei Mannheim „kurzzeitig auf den Bildschirmen eine maskierte Person zu sehen, die eine nicht näher bestimmte Schusswaffe in ihrer Hand hielt“.

Baden-Württemberg: Hacker-Attacke auf Online-Unterricht - Polizei Mannheim ermittelt

Die Lehrerin habe daraufhin unmittelbar die Schulleitung über den Abbruch des Online-Unterrichts und die Attacke eines Hackers informiert. Diese wiederum verständigte die Polizei in Mannheim, die nun ermittelt.

Dabei sei zunächst im Fokus, welche Schüler überhaupt noch beim Verlassen des digitalen Unterrichts den Unbekannten mit der Waffe gesehen haben. Und damit auch, wer eventuell Hinweise geben kann. Von der Polizei heißt es hierzu: „Das Fachdezernat des Kriminalkommissariats Mannheim bei der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat unter Einbeziehung der Experten für die Sicherung digitaler Spuren und IT-Beweissicherung die Ermittlungen aufgenommen.“

Mannheim: Hacker-Attacke auf Online-Unterricht - Mann mit Waffe zu sehen

Außerdem klärt die Polizei nach der Hacker-Attacke auf den Online-Unterricht in Mannheim, wer außerhalb des Klassenverbandes in das digitale Meeting zugeschaltet war. Und: Ob es sich bei der Mann mit der Waffe tatsächlich um eine Live-Aufnahme handelte. Noch ist offenbar unklar, ob jemand wirklich vor laufender Kamera mit einer Waffe hantierte oder, ob es sich um die Einspielung einer Fotoaufnahme handelte.

Der Vorfall in Mannheim ist bereits der zweite dieser Art in Baden-Württemberg. Zuvor hatte es an einer Realschule in Heidelberg ebenfalls eine Hacker-Attacke auf den Online-Unterricht* gegeben. Hier bekamen Kinder widerliche Bilder zu sehen. Auch in anderen Bundesländern kam es zu ähnlichen kriminellen Angriffen an Schulen.

In Baden-Württemberg befinden sich viele Schüler und Lehrer wegen des verschärften Lockdowns im Homeschooling. Online-Unterricht gehört momentan zum Alltag. Einen Plan für die Wiedereröffnung der Schulen* gibt es allerdings bereits. Bis dahin könnten Schulen aber weiter im Visier von Hackern sein. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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