Großangelegter Fahndungs- und Sicherheitstag

Ludwigsburg/Böblingen: Heftige Polizeikontrolle - 20 Kilo Drogen und Corona-Verstöße

Polizeistreife
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Eine Streife der Bundespolizei kontrolliert in der Nacht in Berlin die Einhaltung der Sperrstunde und der Kontakteinschränkungen. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
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Bei einem groß angelegten Fahndungs- und Sicherheitstag kontrolliert die Polizei mit mehr als 400 Beamten Bahnhöfe, Autobahnen und Gaststätten in den Kreisen Böblingen und Ludwigsburg. Dabei wurden zahlreiche Verstöße festgestellt.

Freitagabend, um kurz nach 22.00 Uhr, in der Ludwigsburger Innenstadt: Schlagartig fährt ein großes Polizeiaufgebot vor eine Gaststätte in der Karlstraße. Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg sichern den Außenbereich, während weitere Polizisten sich Zugang zum Lokal verschaffen. Ab diesem Zeitpunkt war ein unkontrolliertes Betreten oder Verlassen des Lokals nicht mehr möglich. Aber was genau ist passiert?

„Diese Aktion war eingebettet in eine Vielzahl von Maßnahmen, die wir am Freitag im Rahmen eines Fahndungs- und Kontrolltages im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg durchgeführt haben“, erläutert Polizeivizepräsident Frank Spitzmüller. In der Zeit zwischen 06.00 Uhr und 02.00 Uhr standen zahlreiche Kontrollen und polizeiliche Maßnahmen in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen an. Hierzu waren Polizeibeamte im Bereich von Bahnhöfen, Omnibusbahnhöfen sowie öffentlichen Anlagen und Plätzen, in Wohngebieten und auf den Autobahnen im Einsatz.

Bei einem groß angelegten Fahndungs- und Sicherheitstag kontrolliert die Polizei mit mehr als 400 Beamten Bahnhöfe, Autobahnen und Gaststätten in den Kreisen Böblingen und Ludwigsburg. 

Insgesamt waren über 400 Einsatzkräfte von Schutz- und Kriminalpolizeidirektion, des Polizeipräsidiums Einsatz und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg an den Maßnahmen beteiligt. Mit der Bundespolizei, dem Fachpersonal der Hauptzollämter Stuttgart und Heilbronn sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Stuttgart und Heilbronn waren auch die Partner der Sicherheitskooperation Baden-Württemberg in den Fahndungstag eingebunden.

Polizei Ludwigsburg: Fahndungs- und Sicherheitstag - Öffentlicher Raum soll sicherer werden

Im Zuge des großangelegten Fahndungstages wurden in Gaststätten, Spielhallen und im Rotlichtmilieu sowohl Besucher, als auch die Einrichtungen selbst überprüft. Die Maßnahmen erstreckten sich gerade auf diejenigen Kriminalitätsformen, die häufig im öffentlichen Raum begangen werden und damit das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigen. Dazu zählen zum Beispiel Raubüberfälle, Wohnungseinbruchsdiebstähle, Sexual- und Rauschgiftdelikte sowie Körperverletzungen. Denn im vergangenen Jahr 2019 wurden über 40 Prozent der registrierten Straftaten im öffentlichen Raum verübt, wie die Polizei Ludwigsburg berichtet.

Polizei Ludwigsburg: Zahlreiche Verstöße festgestellt - darunter 20 Kilogramm Marihuana

In dem knapp 20 Stunden dauernden Einsatz wurden in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen 1.562 Personen und 506 Fahrzeuge kontrolliert. Zudem fanden Kontrollmaßnahmen in 61 Gaststätten statt. Dort stellten die Beamten 24 gaststättenrechtliche und 12 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fest, die eine Ordnungswidrigkeitenanzeige nach sich ziehen werden.

Außerdem wurden insgesamt 1.252 Dokumente auf ihre Echtheit überprüft und 41 Straftaten verfolgt. Darunter 13 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, drei Verstöße gegen das Waffengesetz, neun Fälle der Leistungserschleichung und neun Betrugsdelikte. Im Verlauf des Sicherheitstages wurden 40 Personen vorläufig festgenommen oder in Gewahrsam genommen. Gegen 13 von ihnen bestand bereits ein Haft-beziehungsweise Vollstreckungshaftbefehl.

Fahndungs- und Sicherheitstag: Bei Autobahn Kontrolle fanden die Beamten 20 Kilogramm Drogen.

Besonders erfolgreich war die Kontrollaktion der Polizei an der Autobahn A8 bei Rutesheim. Dort wurden bereits am Nachmittag rund 20 Kilogramm Marihuana im Auto eines 24-Jährigen festgestellt.

Großeinsatz der Polizei Ludwigsburg: Corona-Verstöße machten Löwenanteil der Ordnungswidrigkeiten

Bei allen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen achteten die Einsatzkräfte natürlich auch auf die Einhaltung der Regelungen der Corona-Verordnung, der in diesem Zusammenhang erlassenen Allgemeinverfügungen der Landratsämter Ludwigsburg und Böblingen, sowie der ergänzenden Allgemeinverfügung der Stadt Ludwigsburg.

Im Zuge dessen stellte die Polizei fest, dass vielerorts die einschlägigen Vorschriften der Corona-Verordnung nicht beachtet wurden. Die Verantwortlichen müssen in jedem Fall mit einer Nachkontrolle rechnen, bei der die Behebung der Mängel nachgewiesen werden muss. Mit 151 Verstößen gegen die Corona-Verordnung nahm die Nicht-Einhaltung der Corona-Maßnahmen einen Löwenanteil der 227 über den Tag hinweg festgestellten Ordnungswidrigkeiten.

Heftige Polizeikontrolle in Ludwigsburg und Böblingen: Verstöße gegen Corona-Verordnung nahmen Löwenanteil an Ordnungswidrigkeiten ein.

Nach Fahndungs- und Sicherheitstag: Polizei Ludwigsburg zieht positive Bilanz

Nach 20 Stunden zog Polizeivizepräsident Frank Spitzmüller eine positive Bilanz des Fahndungs- und Kontrolltages: „Die sehr dynamische Entwicklung der Corona-Pandemie fordert auch die Polizei. Dazu zählen insbesondere die Erhöhung der sichtbaren Polizeipräsenz und die konsequente Ahndung von Verstößen gegen die aktuellen Regelungen der Corona-Verordnung im Einzelfall. Durch konzentrierte Maßnahmen wie am Fahndungs- und Sicherheitstag machen wir deutlich, dass die Polizei auch in Zeiten wie diesen alles daran setzt, Kriminalität besonders im öffentlichen Raum zu verfolgen.“

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