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Droht ein weiterer Bahnstreik? Gewerkschaft macht erneut Druck

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Droht ein weiterer Bahnstreik? Gewerkschaft macht erneut Druck © Marijan Murat/dpa

Die Strecken zwischen Tübingen und Heilbronn oder Stuttgart nach Karlsruhe waren besonders vom GDL-Streik betroffen. Es könnte nicht der letzte gewesen sein, glaubt man den Worten der Verantwortlichen.

Update, 17. Oktober: Nach dem Streikwochenende bei der landeseigenen Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) gibt sich die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) weiter kämpferisch. Die Verantwortlichen teilten am Montag mit: „Ob nach dem Streik auch vor dem Streik ist, liegt ausschließlich in den Händen des Arbeitgebers.“

Bahn-Streik laut Unternehmen mit mäßigem Erfolg

Noch sei es nicht zu spät, an den Verhandlungstisch zurückzukommen. Für Freitag ist eine Protestaktion am Stuttgarter Hauptbahnhof geplant. Die GDL hatte vergangenen Freitag einen 72-stündigen Streik bei der SWEG gestartet. Nach Unternehmensangaben hielten sich die Auswirkungen bis zum Streikende am frühen Montagmorgen in Grenzen. Die Bereitschaft zur Arbeitsniederlegung habe jeden Tag abgenommen.

Nur auf den Strecken der SBS habe ein Grundangebot gefahren werden müssen. Zudem habe ein hoher Krankenstand für Einschränkungen beim Betrieb gesorgt. Die GDL betonte jedoch, die Streikteilnahme habe ein anderes Bild gezeigt - ging jedoch nicht ins Detail.

GDL-Forderung findet bei den SWEG-Verantwortlichen keinen Zuspruch

In dem Tarifkonflikt geht es darum, dass die GDL künftig nicht nur für die SBS, sondern für den gesamten SWEG-Konzern mit seinen 1.800 Mitarbeitern einen Tarifvertrag aushandeln möchte. Der SWEG-Aufsichtsrat beschloss am Freitag jedoch, die SBS - ehemalige Abellio Rail Baden-Württemberg - nicht dauerhaft zu übernehmen. Auch Verhandlungen über einen Konzerntarifvertrag mit der GDL sind ausgeschlossen. Es bestehe aber weiter die Bereitschaft, mit der GDL über einen Tarifvertrag bei der SBS zu verhandeln.

Die Abellio-Tochter war Ende 2021 in finanzielle Schieflage geraten. Die landeseigene SWEG hatte das Unternehmen daraufhin für zunächst zwei Jahre übernommen. Dann muss das entsprechende Streckennetz erneut ausgeschrieben werden.

Lokführerstreik führt zu Zugausfällen: Heilbronn und Stuttgart besonders betroffen

Erstmeldung, 14. Oktober: Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat am Freitag einen mehrtägigen Streik bei der landeseigenen Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) gestartet. Bei der SWEG sei der Streikaufruf bislang auf eine geringe Resonanz gestoßen, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Tobias Harms, mit. Mit Problemen sei lediglich auf den Zollern-Alb-Bahnen zu rechnen. Größere Einschränkungen gebe es aber bei der Konzerntochter SBS. So auf den Strecken zwischen Tübingen und Heilbronn oder Stuttgart nach Karlsruhe.

Streik bei der Bahn – Behinderungen dauern vermutlich mehrere Tage an

„Die wieder mal extrem kurzfristige Ankündigung der GDL tut uns für unsere Fahrgäste sehr leid“, sagte Harms. Die Gewerkschaft hatte am Donnerstag dazu aufgerufen, von Freitag (2.00 Uhr) bis Montag (2.00 Uhr) die Arbeit niederzulegen. In dem Tarifkonflikt geht es darum, dass die GDL künftig nicht nur für die SBS, sondern für den gesamten SWEG-Konzern mit seinen 1800 Mitarbeitern einen Tarifvertrag aushandeln möchte.

Die SBS ist die frühere Abellio Rail Baden-Württemberg. Die Abellio-Tochter war Ende 2021 in finanzielle Schieflage geraten. Die landeseigene SWEG hatte das Unternehmen daraufhin für zunächst zwei Jahre übernommen. Dann muss das entsprechende Streckennetz erneut ausgeschrieben werden. Der SWEG-Aufsichtsrat will am kommenden Samstag über die Abgabe eines Angebots entscheiden.

Am Donnerstag hatte SWEG-Aufsichtsratschef Uwe Lahl erklärt, nicht um jeden Preis ein Angebot für die SBS abgeben zu wollen. „Wir wollen die GDL nicht in unserem Mutterkonzern“, heißt in einem Brief von Lahl an GDL-Chef Claus Weselsky.

Bereits im September hatte ein Streik auch Heilbronn betroffen.

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