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Lockerungen für BW in Sicht: Neue Details aus Regierungskreisen bekannt

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Von: Jason Blaschke, Christina Rosenberger

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Das Thema Lockerungen rückt auch in Baden-Württemberg immer mehr in den Fokus. Im Februar sollen erste Maßnahmen in Kraft treten – was dazu bekannt ist.

Die neue Corona-Verordnung ist beschlossen. echo24.de hat die neuen Corona-Regeln für Baden-Württemberg zusammengefasst* – es gibt erste Lockerungen, auch für Ungeimpfte.

Update, 8. Februar: 1.515,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - die 7-Tage-Inzidenz für Baden-Württemberg ist weiterhin auf einem hohen Niveau*. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden im Südwesten mehr als 1,5 Millionen Infektionen gemeldet. Doch trotz dieser gigantisch anmutenden Zahlen bleibt ein Fakt, der Hoffnung bringt: 97 Prozent der Neuinfektionen in Baden-Württemberg fallen auf die hochansteckende Omikron-Variante*, die laut echo24.de* meist weniger schwer verläuft.

Die Folge: Im Verhältnis zu den Neuinfektionen gibt es viel weniger Intensivpatienten in den Krankenhäusern Baden-Württembergs und somit die Möglichkeit auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Die neue Corona-Verordnung soll bereits am heutigen Dienstag in Stuttgart beschlossen werden. Unter anderem sollen somit in Sport und Kultur wieder mehr Zuschauer zugelassen werden.

Lockerungen für Baden-Württemberg? Erste Details zur neuen Corona-Verordnung

Konkret bedeutet das, dass im Freien mit der 2G-Plus-Regel bis zu 10.000 Zuschauer bei einer Auslastung von maximal 50 Prozent zugelassen wären, das berichtet die Deutsche Presse-Agentur dpa. Weiter heißt es, dass diese Anzahl sich auf 5.000 verringert, wenn ein Veranstalter nur die 2G-Regel anwenden will. Zusätzlich ändern sich die Regelungen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

Hier sind mit der 2G-Plus-Regel mit der neuen Corona-Verordnung 4.000 Menschen zugelassen, wenn die 2G-Regel angewandt wird sind es 2.000. Allerdings ist auch hier eine Beschränkung vorgesehen, die sich auf die Größe des Veranstaltungsortes bezieht. Erlaubt ist dann eine Auslastung von höchstens 50 Prozent - nicht nur 30 Prozent, wie es der Beschluss der Länder aus der vergangenen Woche vorsieht.

Corona-Verordnung Baden-Württemberg: Änderungen für Schulen und Kitas

Auch für Schulen und Kitas wird es interessant. Hier will die Regierung eine neue Teststrategie absegnen. Laut einer Vorlage aus dem Sozialministerium sollen die regelmäßigen Corona-Tests in Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten bis zu den Osterferien - also Mitte April - fortgesetzt werden. Das kostet das Land knapp 95 Millionen Euro.

In der Vorlage heißt es laut dpa, ungeimpfte Kinder und Jugendliche müssen bis zum 13. April weiter dreimal die Woche einen Corona-Schnelltest oder zweimal die Woche einen PCR-Test machen. Auch Schüler, deren zweite Impfung schon länger als frei Monate her ist und die nicht geboostert sind, müssen weiter regelmäßige Tests vorweisen. Ebenso soll es ein freiwilliges Testangebot für Schüler und Lehrer geben, die schon dreimal geimpft oder kürzlich genesen sind. Hier wären, falls gewünscht, zwei Tests pro Woche möglich.

Die Luca-App

Luca (also die luca app) ist eine COVID-19-App zur Datenbereitstellung für eine Kontaktpersonennachverfolgung, um nach Auftreten einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 mögliche Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen zu können. Nachdem die Polizei in Mainz gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen hatte, riefen einige Politiker öffentlich dazu auf, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen.

Weitere Lockerungen könnten allerdings noch auf sich warten lassen. Ein Regierungssprecher sagte hierzu laut dpa, das Land stelle „grundsätzliche Überlegungen“ für die Phase nach dem Höhepunkt der Omikron-Welle an. Dennoch müsse man das Gesundheitssystem weiter vor einer Überlastung schützen. Die Luca-App soll mit der neuen Corona-Verordnung für Baden-Württemberg* – über die auch HEIDELBERG24* berichtet – außerdem Geschichte sein. Wer dann ins Restaurant oder Café geht, soll keine Kontaktdaten mehr hinterlegen müssen.

Corona-Verordnung Baden-Württemberg: Landesregierung passt Maßnahmen an

Erstmeldung, 6. Februar: Die Corona-Werte in Baden-Württemberg* erreichen täglich immer neue Rekordwerte. Stand 5. Februar liegt die landesweite 7-Tage-Inzidenz mit 1.465,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner weiter über der 1.000er-Marke. Die Omikron-Mutation lässt die Fallzahlen explodieren, was sich in der Inzidenz widerspiegelt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass eine Infektion mit „Omikron“ meist weniger schwer verläuft und Infizierte laut echo24.de* seltener auf einer Intensivstation behandelt werden müssen.

Besonders Geimpfte und Genesene weisen häufig bloß milde Symptome auf – auch deshalb gehen Experten davon aus, dass auch in Baden-Württemberg längst nicht mehr alle Infektionen erfasst werden. Die Folge: Corona-Werte wie die Anzahl neuer Covid-19-Infektionen oder auch die 7-Tage-Inzidenz* sind nicht mehr so aussagekräftig, wie zu Beginn der Pandemie. An deren Stelle rücken aussagekräftigere Daten wie die Hospitalisierungsinzidenz oder auch die Auslastung der Intensivstationen.

Lockerungsplan für BW: Landesregierung will erste Schritte unternehmen

Stand 5. Februar werden insgesamt 283 Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation in Baden-Württemberg behandelt – fast nicht vergleichbar mit der Anzahl an Intensivpatienten in vorherigen Pandemie-Phasen. Die Covid-19-Infektionen verlaufen also in immer mehr Fällen milder und auch die Zahl der Intensivpatienten ist nicht mehr ganz so krass. Und dennoch schränkt die für ganz Baden-Württemberg geltende Corona-Verordnung* das gesellschaftliche Leben weiter stark ein.

StufensystemVoraussetzungen
BasisstufeHospitalisierung unter 1,5 ODER Intensivpatienten unter 25
WarnstufeHospitalisierung über 1,5 ODER Intensivpatienten über 250
Alarmstufe IHospitalisierung über 3,0 ODER Intensivpatienten über 390
Alarmstufe IIHospitalisierung über 6,0 UND Intensivpatienten über 450

Gerade die 2G- und 2G-Plus-Regel werden immer mehr kritisiert und in ihrer Verhältnismäßigkeit angeprangert. Für viele Menschen ist deshalb klar, dass es endlich einen Lockerungsplan geben muss – und der könnte schneller kommen, als gedacht. Die Deutsche-Presse-Agentur (DPA) will aus Regierungskreisen erfahren haben, dass ein Lockerungsplan für die Zeit nach der Omikron-Welle für Baden-Württemberg in Arbeit ist. Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreicht ist.

Lockerungsplan für BW: Stufenmodell soll an ‚Omikron‘ angepasst werden

Auch deshalb ist geplant, die Lockerungen für Ende Februar in Blick zu nehmen. Am 18. Februar ist nach Informationen der DPA eine Anhörung des Sozialministeriums mit Klinik-Vertretern und Wissenschaftlern vor der Landesregierung geplant. Hier soll auch die für Experten so wichtige Auslastung der Krankenhäuser in Baden-Württemberg* auf der Tagesordnung stehen. Und derzeit sieht es so aus, als ob sich die Lage zumindest auf vielen Intensivstationen entspannt.

„Wenn die Kapazitäten ausreichen oder ausgeweitet werden können – wovon man ausgehe – sollen die Maßnahmen gegen Ende Februar weiter gelockert werden“, heißt es Berichten der DPA zufolge aus Regierungskreisen. Im Gespräch ist, das Stufensystem in der Corona-Verordnung* verstärkt an die Omikron-Virusvariante anzupassen. Zwei Möglichkeiten kommen infrage:

Aktuell ist in Baden-Württemberg die sogenannte Alarmstufe I in Kraft, weil der Grenzwert bei der Hospitalisierung von 3,0 deutlich überschritten ist. Für die Alarmstufe II sind die Hürden noch höher: Hier muss die Hospitalisierungsinzidenz über 6,0 liegen – was sie derzeit schon tut – und die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten muss über 450 betragen – doch das ist bislang nicht in Sicht. Denkbar ist, dass an der 2G-Regel oder auch an allen Vorgaben für Veranstaltungen geschraubt wird.

Lockerungsplan für BW: Land will ambulanten Covid-19-Behandlung ändern

Um die Krankenhäuser weiter zu entlasten, sollen auch die Hausärzte und Internisten noch stärker in die Behandlung von Covid-19-Patienten eingebunden werden, als sie das sowieso schon sind. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg* verschickte am Donnerstag eine Orientierungshilfe zu Diagnostik und Therapie von Covid-19-Patienten. Hier wird auch ein Überblick über all die Medikamente gegeben, die bei einer Infektion eingesetzt werden können.

Hintergrund ist, dass noch mehr Menschen, die mittelschwere Symptome haben, ambulant behandelt werden sollen. Mittlerweile ist in der EU ein neues Medikament zur ambulanten Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen: Paxlovid. Wie die neue Anti-Corona-Pille von Pfizer wirkt*, schreibt HEIDELBERG24* im eben verlinkten Artikel. Auch interessant: Die Schutzwirkung von FFP2-Masken in Bezug auf ‚Omikron‘* und eine Infektion. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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