Unternehmen aus Neckarsulm steht in Frankreich erneut vor Gericht

Lidl unter Druck: Anklage wegen Mitarbeiter-Suizid – Todesfall vor 6 Jahren

Lidl unter Druck: Anklage wegen Mitarbeiter-Suizid! Todesfall vor 6 Jahren.
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Lidl unter Druck: Anklage wegen Mitarbeiter-Suizid! Todesfall vor 6 Jahren.
  • Dominik Jahn
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Lidl/Schwarz-Gruppe: Der Discounter-Riese mit Sitz in Neckarsulm steht in Frankreich erneut vor Gericht. Jetzt geht es um ein Tötungsdelikt.

Jetzt kann es ungemütlich werden für Lidl. Das Unternehmen der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm findet sich aktuell vor Gericht wieder - in Frankreich. Laut einer Meldung der französischen Presse-Agentur AFP, geht es um einen Fall von vor sechs Jahren.

Der Discounter Lidl wird laut dem Bericht wegen eines Tötungsdelikts angeklagt. Ein Mitarbeiter hatte damals einen Suizid begangen. Der 33-jährige Yannick S., Techniker bei Lidl in Rousset in der Nähe von Aix-en-Provence, hatte sich Ende Mai 2015 das Leben genommen.

Lidl bereits verurteilt: Fall des Mitarbeiter-Suizids erneut vor Gericht in Frankreich

In Deutschland hat unter anderem der Spiegel über die Anklage gegen das Top-Unternehmen aus Baden-Württemberg berichtet. Bestätigt wird die Anklage demnach durch den Anwalt des Bruders und der Mutter des Verstorbenen. Damit geht der Fall ein weiteres Mal in Frankreich vor Gericht. Erst 2020 hatte ein Berufungsgericht in Aix-en-Provence Lidl verurteilt.

Das Unternehmen der Schwarz-Gruppe hätte „seine Obhutspflichten versäumt“. Lidl wurde zur Zahlung von 35.000 Euro an die Witwe, von 30.000 Euro an den Sohn und von 25.000 Euro an die Mutter des Verstorbenen verpflichtet. In der Begründung des Gerichts war damals die Rede von „sehr starken Druck seitens des Managements“.

Unternehmen der Schwarz-Gruppe mit weiterer Anklage: Mobbing bei Lidl?

Doch der Discounter-Riese muss sich noch um eine weitere Anklage kümmern. Laut der Agentur kommt neben dem Fall des Suizids auch noch eine Klage wegen Mobbings hinzu. Im Mittelpunkt steht dabei der ehemalige Filialleiterin von Lidl in Rousset. Er habe den Mitarbeiter Patrice T. „tyrannisiert“. Dessen Anwalt stellt klar: T. leide inzwischen unter Burn-out.

Nach dem Tod von Yannik S. stellte das Unternehmen Lidl inzwischen drei neue Mitarbeiter ein, die die Arbeit des 33-Jährigen übernommen haben - Arbeit, die der Verstorbene zuvor alleine erledigen musste. Zu der erneuten Anklage in Frankreich wollten sich die Verantwortlichen laut Spiegel nicht äußern - Lidl verweist auf das laufende Verfahren. Man betonte allerdings, man „stehe der Justiz zur Verfügung“.

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