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Ekelfunde bei Lebensmittelkontrollen in Stuttgart: 167 Betriebe betroffen

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Von: Mia Köhler

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Verschimmelte Lebensmittel finden Kontrolleure bei der Lebensmittelüberwachung immer wieder.
Verschimmelte Lebensmittel finden Kontrolleure bei der Lebensmittelüberwachung immer wieder. © Stadt Stuttgart

Verschimmelte Soßen, Gemüse und Meeresfrüchte sind nichts Neues für die Kontrolleure. Bei Lebensmittelkontrollen in Stuttgart gab es auch 2021 einiges zu beanstanden.

Es ist ein Bericht, bei dem den meisten Lesern der Appetit vergehen dürfte: Die Dienststelle für Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Landeshauptstadt Stuttgart hat die Bilanzen der Lebensmittelkontrollen im Jahre 2021 veröffentlicht, wie echo24.de berichtet. Das Ergebnis: Erschreckend. 

Im Jahr 2021 wurden 4.379 von 11.678 Lebensmittelbetrieben in Stuttgart kontrolliert. Ein klarer Unterschied zu den Jahren vor Beginn der Coronapandemie, in denen rund 50 Prozent aller Betriebe begutachtet wurden. Geprüft wurden die Gaststätten und Betriebe auf verdorbene Lebensmittel, Kontamination oder Täuschung, giftige Inhaltsstoffe von Küchengeräten und Ähnliches. Bei 57 Prozent dieser Kontrollen hatten die Zuständigen etwas zu beanstanden.

Stuttgart: Erschreckende Lebensmittelkontrollen – tote Mäuse und Schimmel gefunden

Hauptsächlich handelte es sich um eher kleinere Verstöße, wie zum Beispiel falsch gelagertes Essen, kleinere Verschmutzungen und Ungenauigkeiten bei Reinigungsarbeiten. Jedoch haben sich seit dem vorherigen Jahr auch die größeren Verstöße gehäuft: Wurden 2020 131 Betriebe geschlossen, waren es 2021 167 Fälle größerer Vergehen.

So wurden in einer Gaststätte vermehrt Mäusekot aufgefunden, später auch noch zwei Mäusekadaver, die in einem Topf in einer trüben Flüssigkeit lagen. In einem Restaurant lagen Fisch und andere Meeresfrüchte offen in Kisten unter dem Seifenspender eines Handwaschbeckens oder in Tauwasser gelagert, das nicht ablaufen konnte.

Ein Problem, mit denen Gastrobetriebe immer wieder zu kämpfen haben: Schädlinge wie Mäuse.
Ein Problem, mit denen Gastrobetriebe immer wieder zu kämpfen haben: Schädlinge wie Mäuse. © Stadt Stuttgart

Lebensmittelkontrollen in Stuttgart: Falsche Lagerung von Lebensmitteln und Schädlingsbefall

Bei einer anderen Überprüfung lagerten flüssiges Eigelb und Backhefe ohne Abdeckung in einem Kühlhaus auf dem Boden, dazu kommen andere Lebensmittel, die unachtsam und unhygienisch abgestellt und gelagert wurden. In einer Küche lag Rindfleisch, das nicht mehr von Menschen verzehrt werden durfte, was ein Gutachten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart bestätigte.

So sollten Lebensmittel auf keinen Fall transportiert werden – die Kühlkette muss aufrechterhalten werden.
So sollten Lebensmittel auf keinen Fall transportiert werden. Trotzdem machten Kontrolleure diese Entdeckung. © Stadt Stuttgart

Ebenso lagerten in diesem Restaurant mehrere Behältnisse gefüllt mit Rinderbrühe ungekühlt unter dem Arbeitstisch – und in einer Bäckerei wurde im Mehl massiver Schädlingsbefall durch Mehlkäfer und ihre Larven festgestellt. Verschimmelte Soßen, Gemüse und Meeresfrüchte sind nichts Neues für die Kontrolleure. In vielen der genannten Beispiele wurden entweder die betroffenen Lebensmittel entsorgt oder der Betrieb wurde kurzzeitig geschlossen und daraufhin eine Grundreinigung durchgeführt.

Stuttgart: Immer wieder Probleme bei Lebensmittelkontrollen

Scheinbar hat sich im letzten Jahr wenig verändert, denn echo24.de berichtete schon 2021 von den verheerenden hygienischen Zuständen, in denen sich die Lebensmittelbetriebe in Stuttgart befinden. Eher hat sich die Lage, wie man an den neuesten Zahlen sehen kann, verschlechtert. Es werden weniger Betriebe kontrolliert und mehr als die Hälfte davon weisen hygienische Mängel auf.

Ein Grund dafür könnten die Schließungen während der Lockdowns gewesen sein. Wurden in den Lockdowns die Küchengeräte nicht so häufig benutzt und zudem unzureichend, entsteht Schimmel, Schädlinge werden angezogen und Essen wird schlecht.

Einen Lichtblick gibt es jedoch: Seit 2021 hat sich die Anzahl der Verbraucherbeschwerden vermindert, sie ist von 282 auf 245 Fälle gesunken. Außerdem haben die Fälle der lebensmittelbedingten Erkrankungen letztes Jahr von 57 zu 53 abgenommen. Auch das könnte zurückzuführen sein auf die Coronapandemie – viele Menschen blieben eher zuhause und kochten dort selbst. 

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