Schimmel und Schädlinge

Ekel-Alarm in Stuttgart: Schimmel und Schädlinge - 131 Betriebe müssen schließen

verschleimter Milchschäumer
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Verschleimter Milchschäumer
  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
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Ekelhaft, was sich in einigen Betrieben in Stuttgart nach dem langen Lockdown abgespielt hat. Lebensmittelkontrolleure mussten feststellen: Schimmel und Schädlinge sind kein Einzelfall.

Pfui Teufel! Beim Blick hinter die Kulissen in manchen Gaststätten kann einem schon ziemlich übel werden. Verdreckte Pfannen, Mäusekot im Paniermehl, mit Schimmel überzogener Milchaufschäumer. Während die Gastronomie mehrere Monate geschlossen war, hatten Schimmelpilze und Schädlinge genug Zeit. Am Montag, 12. Juli veröffentlichte die Dienststelle für Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen ihr Bilanz für das Jahr 2020. echo24.de* berichtete 2019 bereits über die Lebensmittelkontrollen in Stuttgart*.

Lebensmittelkontrollen Stuttgart: Ekel-Alarm - Schimmel und Mäuse

In Stuttgart gibt es 12.561 überwachungspflichtige Lebensmittelbetriebe. Rund 51 Prozent der kontrollierten Betriebe wurden beanstandet, im Vorjahr waren es 49,1 Prozent. Im vergangenen Jahr kam es zu einem besonders ekelerregenden Fall in einem Gastronomiebetrieb im vergangenen Jahr. Gefunden wurde ein Eimer mit Mayonnaise, dessen Haltbarkeitsdatum zwei Jahre überschritten war. Außerdem noch ein schleimiger Milchaufschäumer einer Kaffeemaschine, bei dem Anblick sich einem der Magen umdreht. Es wurden erhebliche Hygienemängel festgestellt. Dafür gab es ein Bußgeld. Mittelwelle wurde der Betrieb eingestellt. Das war im Jahr 2020 kein Einzelfall. Es wurden insgesamt 131 Betriebe vorübergehend geschlossen.

Und auch dieses Jahr hatten potenzielle Gäste einer Wirtschaft Glück, da ein Lebensmittelkontrolleur zuvor einen Fehler feststellte. Ein Wirt hatte den Schlauch vom Bierfass abgemacht, aber nicht geputzt. Am Zapfkopf breitete sich also der Schimmel unaufhaltsam aus. Am Ende es Lockdowns wurde der Schlauch - ohne vorher gereinigt zu werden - angesteckt. „Da kommt statt Bier dann nur noch Bröckchen raus“, sagt der Leiter der Lebensmittelüberwachung, Thomas Stegmanns. Berichte wie diese, erklären die vielen Schließungen in diesem Jahr. Seit der Wiedereröffnung in diesem Sommer liegt die Zahl der geschlossenen Betriebe bei 60, berichtet stuttgarter-nachrichten.de.

Lebensmittelkontrollen Stuttgart: Schädlinge nach lamgem Lockdown

In leerstehenden Betrieben verbreitet sich nicht nur Schimmel ziemlich schnell - es werden auch Schädlinge angezogen. So auch in Stuttgart in einem Betrieb. Das Problem: Mäusebefall. Noch schlimmer: Man wusste es und hat noch mehr Fehler gemacht, wie Brotstücke auf einer Klebefalle, mit einer klebrigen Substanz bestrichene Kartons auf denen Mäuse hängengeblieben und verendet sind. „Das war dann gleich auch noch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, sagt Stegmanns.

Paniermehl mit Mäusekot

Die Lebensmittelkontrolleure fanden zudem weitere grauenhafte Dinge: verschimmeltes Obst, Schneidebretter, Spülkörbe, ungekühlte Salami, verdreckte Backöfen, Schubladen und Kühlschränke und vieles mehr. Bereits 2019 veröffentlichte foodwatch Untersuchungen zu Lebensmittelkontrollen - im Heilbronner Landkreis kam es zu einem erschreckenden Ergebnis*. In Heilbronn musste sich ein Supermarkt-Besitzer vor Gericht verantworten, denn dort kam es zu einem Ekel-Fund.* *echo24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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