Baden-Württemberg: Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung 2020

Lebensmittel-Bericht: Händler nutzen Corona-Ängste auf perfide Art aus

Nahrungsergänzungsmittel
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Auch wenn es manche Produkte versprechen: Durch die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel ist man nicht besser vor Corona geschützt. (Symbolbild)
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Nahrungsergänzungsmittel gegen Corona: Mit falschen Versprechen haben vor allem Onlinehändler Kunden angelockt – das ergabt der Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung 2020.

Verbraucherschutzminister Peter Hauk hat den Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung für 2020 am Mittwochnachmittag (28. Juli) in Stuttgart vorgestellt. Die Ergebnisse der Kontrollen und Untersuchungen zeigen, dass sich die Menschen generell auf das hohe Niveau des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Land verlassen können, heißt es in einer Pressemitteilung des Staatsministeriums Baden-Württemberg.

Dennoch gibt es eine unerfreuliche Nachricht: Mehrere Online-Händler und Apotheken haben in Baden-Württemberg die Angst vor dem Coronavirus für Werbezwecke auf perfide Art ausgenutzt. Sie warben fälschlicherweise damit, dass Nahrungsergänzungsmittel vor dem Virus schützen würden. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung 2020 hervor.

Lebensmittel in Baden-Württemberg: Nahrungsergänzungsmittel gegen Corona?

Der baden-württembergische Bericht listet 19 derartiger Fälle auf. Die Händler verlinkten demnach unter anderem Informationen zum Coronavirus mit ihren Online-Shops oder nutzten Abbildungen, die zeigen, wie das Virus bekämpft wird. Die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg warnt davor, dass unseriöse Hersteller die Ängste der Verbraucher in der Corona-Pandemie ausnutzen, um daraus Profit zu schlagen.

„Wir beobachten da eine Zunahme. Das reicht von subtilen Botschaften wie ,Gut für Ihr Immunsystem‘ bis zu ,So schützen Sie sich gegen das Coronavirus‘, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie betonte, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Krankheiten verhindern können. Die Mittel gelten nicht als Arzneimittel, sondern als Lebensmittel. Es ist deswegen verboten, mit dem Schutz oder der Linderung von Krankheiten zu werben.

Lebensmittel-Bericht Baden-Württemberg: „0,2 Prozent als gesundheitsschädlich eingestuft“

In diesem Jahr stehen unter anderem auch Vitaminpillen & Co erneut im Fokus der Kontrolleure. Nachdem sie bereits 2020 in fünf Sesamproben das krebserregende Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid nachgewiesen hatten, untersuchten sie nun auch 135 Proben von Nahrungsergänzungsmitteln. In 18 Prozent (24 Proben) wurde ein zu hoher 2-Chlorethanol-Gehalt, ein Abbauprodukt des Gases, nachgewiesen. Davon wurden 17 Proben, darunter vor allem Pflanzenpulver wie Moringa-Pulver, als nicht sichere Lebensmittel eingestuft.

Im vergangenen Jahr wurden 52.948 Betriebe in Baden-Württemberg kontrolliert. „Es gab keine gravierenden Fälle, wo Gesundheit, Leib und Leben ernsthaft gefährdet waren“, sagte Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU). Von rund 38.0000 untersuchten Lebensmitteln, Kosmetika, Bedarfsgegenständen und Tabakerzeugnissen wurden nur 0,2 Prozent als gesundheitsschädlich eingestuft.

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