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Kretschmann gegen Gendern an Schulen – Lob von Bildungsverbänden

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Von: Julia Cuprakowa

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Binnen-I, Unterstrich und Gendersternchen an der Tafel? Ministerpräsident Kretschmann, einst selbst ein Lehrer, ist strikt dagegen. Er warnt: Man dürfe es mit dem Gendern nicht übertreiben.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält nichts vom Gendern im Klassenzimmer. „Die Schulen müssen sich an das halten, was der Rat für deutsche Rechtschreibung vorgibt. Sonst haben wir am Ende keine einheitliche Rechtschreibung mehr“, sagte der Grünen-Politiker der in Stuttgart. „Es ist schon schlimm genug, dass so viele unserer Grundschüler nicht lesen können. Man muss es denen nicht noch erschweren, indem man in der Schule Dinge schreibt, die man gar nicht spricht.“

Kretschmann sorgt sich um die Sprache – „Unsere Sprache ist nicht mehr kreativ“

Wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet, sorgt sich Kretschmann ganz allgemein um die Entwicklung der Sprache – die Genderdebatte allerdings steht für ihn nicht im Zentrum, sondern lenke eher ab: „Ich finde bedauerlich, dass wir die Fragen der Sprache oft auf das Gendern verkürzen“, sagt er.

„Unsere Sprache ist nicht mehr kreativ. Wir überfrachten nur alles mit merkwürdigen Anglizismen“, kritisierte er. „Es wäre gut, wenn wir insgesamt wieder kreativer mit unserer eigenen Sprache umgehen würden, statt mit Doppelpunkt und Unterstrich nicht sprechbare Dinge zu schreiben.“

Kretschmann mit Kritik an Sprache in der Politik

Kretschmann kritisierte im Sprachgebrauch auch die eigene Zunft, die wieder so reden müsse, dass die Menschen es auch verstehen. „Wir Politiker sind Meister darin, Plastikwörter zu generieren.“ Das Sprachgendern sei zwar nicht rückgängig zu machen. „Aber man sollte es wenigstens nicht übertreiben.“ Kretschmann ist überzeugt: „Sprache kann man nicht politisch befehlen.“

Der Landesschülerbeirat hatte vor kurzem gefordert, dass die Akzeptanz für das Gendern an Schulen steigen müsse. Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache in schriftlichen Prüfungen dürfe nicht mehr als Fehler gewertet werden. Es sei nicht mehr zeitgemäß, wenn Lehrkräfte Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt negativ markierten, so die Schülervertreter.

Winfried Kretschmann
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bezieht klar Stellung gegen das Gendern in Schulen. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Laut Kultusministerium enthalten die Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien für die Abschlussprüfungen aber keine Aussagen zum Gendern. Das Ministerium wusste auch von keinen konkreten Fällen, in denen genderneutrale Sprache in Klausuren angestrichen wurde.

Kretschmann spricht sich gegen Gendern aus und bekommt Unterstützung

Bildungsverbände, die Kretschmann und seine Politik sonst kritisieren, stärken ihm bei seiner Haltung zum Gendern in Schulen den Rücken. Vom Verband Bildung und Erziehung heißt es beispielsweise, viele Schülerinnen und Schüler täten sich mit der Sprache schwer. „Genau bei dieser Gruppe führt die vom Landesschülerbeirat in die Debatte geführte Position zu großen Schwierigkeiten“, so der Verbandsvorsitzende Gerhard Brand gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa). Es brauche ein klares Regelwerk zum Erlernen der Sprache und dieses Regelwerk bestehe bereits, sagte Brand. Zudem gebe es genügend Möglichkeiten, regelkonform zu gendern – indem einfach beide Geschlechter genannt oder ein Neutrum verwendet werde.

Auch der Philologenverband, der die Gymnasien vertritt, stimmt Kretschmann zu. Ein „unsinniges Gendern“ würde bereits den Grundschülern das Lernen erschweren, sagte Verbandschef Ralf Scholl. „Auch in der DDR wurde versucht, Bewusstsein über von oben verordneten Sprachgebrauch zu schaffen“, sagte er. „Wer in seinem privaten Umfeld gendern will, soll das tun. In der Schule hat das nichts zu suchen.“ Die Genderdebatte gehöre in den Politikunterricht, nicht in die Deutschstunde, so Scholl.

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