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Kliniken am Limit: Ärzte verschieben OPs – auch Krebs-Patienten betroffen

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Von: Lisa Klein

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Eine Krankheitswelle fegt übers Land, gleichzeitig herrscht Personalmangel. Immer mehr Operationen müssen verschoben werden, die Wartelisten in Baden-Württemberg werden immer länger.

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg sind erneut am Limit, vor allem in Kinderkliniken spitzt sich die Lage immer weiter zu. Derzeit kommt einiges zusammen: Das Coronavirus grassiert weiter, gleichzeitig breiten sich das RS-Virus und die Grippe aus. Zum einen bedeutet das mehr Patienten, zum anderen weniger Personal, da ein Großteil der Belegschaft selbst krank ist und somit nicht arbeiten kann. Noch dazu herrscht ein genereller Fachkräftemangel.

Die Wartelisten für planbare Eingriffe in den Südwestkliniken wird immer länger. Auch in den SLK-Kliniken müssen OPs verschoben werden, wie echo24.de berichtet.

Wartelisten für Operationen werden im Südwesten immer länger

Nicht nur Patienten mit Hüft- oder Knieproblemen, sondern mittlerweile auch Krebskranke müssen mit OP-Verschiebungen rechnen, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Das ergab eine am Dienstag vorgestellte Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG). Darin gaben 66 Prozent der Geschäftsführer an, dass die Wartelisten im Vergleich zu 2019 länger ausfallen.

„Das ist mit viel Leid für die Patienten verbunden“, sagte BWKG-Chef Heiner Scheffold. Dies sei Folge des Fachkräftemangels, der dazu führe, dass 10 bis 15 Prozent der Betten im Land nicht genutzt werden können.

Corona, RS-Virus, Grippe und Fachkräftemangel – Lage der Kliniken verschlechtert sich

Nach Worten Scheffolds versuchen die Krankenhäuser trotz Corona-Belastungen, Fachkräftemangel und Krankheitswellen die Menschen bestmöglich zu versorgen. Aber dafür müssten Finanzierung und Rahmenbedingungen stimmen. Dass dies nicht der Fall sei, zeige die Umfrage, nach der drei Viertel der Kliniken rote Zahlen schreiben und 84 Prozent eine schlechtere Lage im kommenden Jahr befürchten.

Insolvenzen wie in anderen Bundesländern gebe es an den Kliniken zwischen Main und Bodensee noch nicht, seien aber gerade bei freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern nicht auszuschließen. Die Hilfe des Bundes in Höhe von bundesweit sechs Milliarden Euro wird nach Scheffolds Einschätzung nicht zur Entspannung beitragen. 4,5 Milliarden Euro davon seien zum Ausgleich für die steigenden Energiepreise und 1,5 Milliarden Euro für erhöhte Kosten für Lebensmittel, Dienstleistungen und medizinischen Produkten vorgesehen.

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