LKA Baden-Württemberg mit Tipps

„Keyless Go“ am Auto? So schützt ihr euch vor Diebstahl – Polizei warnt

Gefahren bei Keyless Go
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Bequemer Einstieg: Keyless Go macht einen klassischen Schlüssel überflüssig, kann aber mit krimineller Energie auch anderen ungewollt Zugang verschaffen.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Moderne Autos verzichten mittlerweile viel häufiger auf richtige Schlüssel. Doch das bringt nicht nur Vorteile. Das Landeskriminalamt warnt jetzt.

Autos werden immer elektronischer, immer selbstständiger, immer moderner. Sie fahren beinahe von selbst, halten Abstand und die Spur – noch verbreiteter ist allerdings das sogenannte „Keyless Go“-System. Das bedeutet, dass der Autoschlüssel eigentlich gar kein „Schlüssel“ im eigentlichen Sinn mehr ist. Es ist viel eher eine Chipkarte, die eigentlich nur noch in die Nähe des Autos kommen muss – ob in der Hosentasche, oder in der Hand ist völlig egal. Doch hier liegt auch der Hase im Pfeffer.

Denn was zunächst einfach super praktisch klingt, birgt auch Gefahren. Professionelle Autodiebe spezialisieren sich immer mehr darauf, die Technik hinter den schlüssellosen Systemen zu knacken. Dazu lesen sie die Daten aus den Schlüsseln aus, um Kopien des Signals zu erstellen und das Auto so stehlen zu können.

„Keyless Go“ - extrem praktisch, doch die schlüssellosen Autos bergen auch Gefahren

Deshalb bittet jetzt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg alle Besitzer von Fahrzeugen mit „Keyless Komfortsystem“, den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abzulegen – oder das Funksignal durch geeignete Maßnahmen abzuschirmen. Das schreibt das LKA auf Facebook und gibt auch einen Tipp, mit welchem Trick das Signal des Schlüssels „eingepackt“ werden kann – beispielsweise durch Aluminiumhüllen.

Doch selbst mit einer entsprechenden Hülle sollte laut LKA jeder nochmals prüfen, ob sie tatsächlich „dicht“ ist. „Nur wenn das Fahrzeug sich nicht einmal dann öffnet, wenn ihr den abgeschirmten Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür haltet, haben auch die Diebe mit der Überlistung dieser Technik keine Chance“, schreiben die Beamten.

„Keyless Go“ – so können sich Autobesitzer vor Diebstahl schützen

Außerdem gibt das Landeskriminalamt noch einen wichtigen Tipp: „Fragt bei dem Hersteller eures Fahrzeuges, ob für euer Fahrzeug der Komfortzugang temporär deaktiviert werden kann. Manche Hersteller bieten am Schlüssel die Funktion, durch zweimaliges Drücken auf die Verriegelungs-Taste am Schlüssel, die Keyless Funktion ganz auszuschalten. Fragt bei eurer Fachwerkstatt nach, welche Möglichkeit es speziell für euer Fahrzeug gibt.“

Schließlich warnen die Beamten noch vor „Personen mit Aktenkoffern in der unmittelbaren Nähe“. Diese könnten versuchen, Daten auszulesen, während der Autofahrer aussteigt und sein Fahrzeug verriegelt. Denn immer wieder sind Diebe und Trickbetrüger in Baden-Württemberg unterwegs – deshalb geben auch Landeskriminalamt und Polizei regelmäßig Ratschläge, wie man sich in gewissen Situationen verhalten sollte.

Beispielsweise wurde eine ältere Dame in Talheim brutal von sogenannten Enkeltrickbetrügern ausgebeutet. In einem anderen Fall ergaunerten falsche Bankmitarbeiter 55.000 Euro von einer Heilbronner Familie. Um solche Szenarien zu vermeiden, bittet die Polizei ebenfalls, besonders ältere Bekannte und Familienmitglieder auf einige wichtige Tipps zu achten – beispielsweise, in verdächtigen Situationen immer die Polizei zu verständigen.

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