Kritik zahlreicher Nutzer

Kaufland enttäuscht Kunden mit Service: „Warum nicht einfach von Lidl kopieren?“

Kaufland Neckarsulm Schild
+
Kaufland-Logo an der Flagschiff-Filiale in Neckarsulm, wo das Unternehmen seinen Sitz hat.
  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
    schließen

Kaufland treibt die Digitalisierung weiter voran, hat aber noch eine Baustelle, von der viele Kunden enttäuscht sind.

  • Kaufland gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe in Neckarsulm.
  • Doch online hinkt der Vollsortimenter dem Discounter hinterher.
  • Auch die Kaufland-App enttäuscht viele Kunden.

Im Lebensmitteleinzelhandel wird mit harten Bandagen gekämpft. Discounter und Supermärkte liefern sich Preisschlachten, um die Kunden zum Einkauf in den Filialen des eigenen Unternehmens zu bewegen. Befeuert wird der Kampf um die Verbraucher analog durch Prospekte. Um Werbeverweigerer und vor allem jüngere Generationen zu erreichen, spielen digital ausgespielte Angebote allerdings eine immer größere Rolle. Und dabei setzen Kaufland, Lidl, Aldi, Edeka und Co. vornehmlich auf eigene Apps, mittels derer eine besondere Kundenbindung entstehen soll. Einer der Giganten der Branche hat dabei jedoch offensichtlich ein Eigentor geschossen, wie echo24.de* berichtet.

Kaufland gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm im Landkreis Heilbronn. Doch im Gegensatz zur Discounter-Schwester tut sich der Vollsortimenter im digitalen Geschäft sehr, sehr schwer. Während Lidl einen erfolgreichen Online-Shop betreibt, der im deutschen E-Commerce-Markt einen Platz in den Top 10 einnimmt, hat Kaufland Probleme. Zwar sammelte das Unternehmen erste Erfahrungen im Bereich eines Online-Shops für Lebensmittel, dieser wurde jedoch nach einer Testphase wieder eingestampft. Abhilfe soll nun der Erwerb von real.de schaffen, das nach der Übernahme durch die Schwarz-Gruppe* und einer Übergangsphase unter dem Namen „Kaufland“ weiterlaufen soll.

Kaufland/Neckarsulm: App erhält schlechte Bewertung und viel Kritik von Kunden

Während der Online-Shop mit der Übernahme von real.de nun gesichert scheint, lahmt die App von Kaufland weiterhin. Über fünf Millionen Mal wurde sie zwar aus dem Google Play Store heruntergeladen, gegen die mehr als zehn Millionen Downloads der Lidl-Plus-App* ist das allerdings nichts. Und noch schlimmer im Vergleich zum Discounter sind die Bewertungen der Kaufland-App, die eigentlich laut Beschreibung dazu dienen soll, „im Prospekt Supermarkt-Angebote zu entdecken und beim Lebensmittel-Einkauf zu sparen“. 3,8 von 5 Sternen in der Bewertungsskala. Zum Vergleich: Lidl kommt auf 4,4 Sterne.

Und die Rezensionen der Kaufland-App sprechen für sich. Die jüngste lautet: „Wie jetzt Kaufland? Warum kann ich an Angebotsartikel nicht heranzoomen? Ich kann doch sonst die Beschreibung auf der Packung nicht lesen!“ Doch das ist nicht das einzige Problem. Ein weiterer User schreibt: „Der Scanner erkennt die meisten Hausmarken von k-classic nicht oder liefert nur Zahlenkolonnen, aber nicht die Infos, die zum Einkauf in der Einkaufsliste stehen sollen und müssen. So ist die App nicht geeignet für preisbewusste Kunden... Die teuren Marken und die Prämienmarken erkennt der Scanner dagegen gut.“

Der Scanner erkennt die meisten Hausmarken von k-classic nicht oder liefert nur Zahlenkolonnen.

Rezension eines Nutzers der Kaufland-App

Kaufland/Neckarsulm enttäuscht Kunden mit App - Kopie von Lidl erwünscht

Aber auch im Vergleich zum analogen Service scheint die App des sonst so innovativen Supermarkt-Riesen* zu verlieren, wie eine weitere Nutzerin bemängelt: „Prospekt, welches ab morgen gültig ist, wird nicht geladen/steht nicht zur Verfügung - stattdessen kann ich nur das alte ansehen. Eindeutiger Nachteil im Vergleich zum Prospekt, welches gestern im Briefkasten lag.“ Positiv: Das Kaufland-App-Team der Schwarz IT KG reagiert auf jeden Kritikpunkt und gelobt Besserung. Indem das jeweilige Anliegen „zur Prüfung an unsere Fachabteilung“ weitergeleitet wurde.

UnternehmenKaufland
RechtsformStiftung & Co. KG
SitzNeckarsulm (Landkreis Heilbronn)
Gründung1968
BrancheLebensmitteleinzelhandel

Dabei wäre dieser Aufwand gar nicht nötig, wie ein weiterer Nutzer anmerkt. Für ihn sei Kaufland, das im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz verzeichnete*, zwar ein hervorragender Supermarkt, „allerdings ist die App im Vergleich zur Konkurrenz eher enttäuschend schlecht“. Deshalb lautet sein Lösungsvorschlag. „Eigentlich sollte man nur die Lidl-Plus-App genau kopieren, letztendlich gehört Lidl auch Herrn Schwarz.“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema