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Probleme mit Backwaren? Kaufland wehrt sich gegen die Hygiene-Kritik

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Von: Dominik Jahn

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KAUFLAND Filiale
Kaufland wehrt sich gegen Hygiene-Kritik bei Backwaren. © FrankHoermann/dpa

In Supermärkten und Discountern gehören sie inzwischen fest ins Bild der Filialen – die Backwaren-Stationen. Doch immer wieder halten sich Kunden nicht an die Hygienevorgaben. Bei Kaufland setzt man auf verschiedene Maßnahmen.

Es bleibt ein heikles Thema für Supermärkte und Discounter – Selbstbedienungs-Stationen (SB-Stationen) für Backwaren. Gerade Kaufland hat in seinen Filialen ein riesiges Angebot. Bei der Entnahme hapert es nicht selten am Hygiene-Verständnis der Kunden. Die Brötchenklappen als Bakterien-Schleuder?

Zu Backstationen hat es in der Vergangenheit auch immer wieder diverse Studien gegeben. So auch vom Deutschen Institut für Normung (DIN). Bei den damaligen Untersuchungen stand das „Verbraucherverhalten im Selbstbedienungsbereich von Backstationen im Einzelhandel“ im Fokus. Und auch echo24.de hat bereits über diverse Erfahrungen mit Hygiene-Muffel an der Brötchenklappe berichtet.

Backwaren bei Kaufland: Hygiene-Muffel schon seit 2020 im Visier

Die DIN-Studie zeigte, wie wichtig die deutlich sichtbare Anbringung von Hinweisschildern in Bezug auf die Auffindbarkeit von Handschuhen oder Zangen ist. Außerdem zeigte sich, dass die Entsorgungsmöglichkeiten von heruntergefallenen Backwaren oder benutzten Handschuhen in der Mehrzahl der überprüften Filialen nicht vorhanden waren. Auch die Bedeutung von anwesendem Personal wurde bei den Tests verdeutlicht.

Kaufland
Hauptsitz\tNeckarsulm
Gründung1984 in Neckarsulm
Umsatz21 Milliarden Euro (2019)

Bereits 2020 hatte echo24.de über zahlreiche Hygiene-Verstöße von Kunden berichtet. Immer wieder wurden Fälle beobachtet, bei denen Leute mit bloßen Händen in die Brötchenklappe gegriffen hatten und die Backware durchwühlt wurde. Beobachtet und kommentiert wurde das ganze mit: „Da ist ja einfach nur widerlich, was Sie da machen!“ Interessiert hat es aber niemanden. Kaufland äußerte sich damals dazu und sah die bestehenden Maßnahmen als ausreichend an.

Einmalhandschuhe und Zangen in der Nähe der Klappen und ein paar Info-Schilder. Doch hat sich durch die Corona-Pandemie und die durchaus gestiegenen Hygiene-Anforderungen im Alltag etwas verändert bei Kaufland? Laut Verbraucherzentrale ist für die entsprechende Umsetzung der Vorgaben immerhin „der jeweilige Lebensmittelhändler selber verantwortlich“.

Brötchenklappe: Kaufland äußert sich zu Maßnahmen seit Pandemie-Beginn

Auf Nachfrage von echo24.de verweist Kaufland auf „unternehmensinterne Unterweisungen sowie regelmäßige Schulungen“ für die Mitarbeiter, um die gesetzlichen Hygienevorgaben zu erfüllen. Mit Blick auf den Kunden-Umgang mit den Brötchenklappen erklärt ein Sprecher der Supermarkt-Riesen: „Unsere Kunden weisen wir darauf hin, dass sie die Waren nur mit Handschuhen oder Zangen entnehmen und nicht zurücklegen dürfen.“

Mit Beginn der Pandemie wurden die Hinweise demnach „verstärkt“. Außerdem sollen laut Kaufland auch Mitarbeiter aktiv eingreifen, wenn Kunden gegen die Hygiene-Vorschriften an den SB-Stationen verstoßen. Dazu heißt es: „Zudem achten unsere Mitarbeiter hierauf und weisen unsere Kunden gegebenenfalls darauf hin.“

Weiteres Hygiene-Thema für Kaufland: Kommt wieder eine Maskenpflicht beim Einkaufen?

Ab Herbst könnte ein weiteres Hygiene-Thema für Supermärkte und Discounter in den Vordergrund treten. So wurde zuletzt über eine Verschärfung der Regelung zum Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen diskutiert. Kommt wieder eine Maskenpflicht beim Einkaufen? Bei der Schwarz-Gruppe gab es für Kaufland und Lidl eine klare Ansage dazu.

Wie lange Kaufland-Kunden in den kommenden Monaten überhaupt in die Filialen kommen, könnte sich auch noch verändern. Denn Energiesparen im Lebensmittelhandel wird immer wichtiger. Zu möglichen kürzeren Öffnungszeiten in den nächsten drei Monaten hat man bei Kaufland und Lidl ebenfalls schon eine Entscheidung getroffen.

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