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Katzen-Lockdown in Walldorf vorzeitig beendet: Tiere dürfen wieder raus

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Von: Lisa Klein

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Eine getigerte Katze blickt durch ein Gitter.
Ausgangssperre für Katzen in Walldorf vorzeitig beendet: Nach drei Monaten „Lockdown“ dürfen die Vierbeiner endlich wieder raus. © picture alliance/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Die Ausgangssperre für Katzen in Walldorf wurde vorzeitig beendet. Nach drei Monaten dürfen die Vierbeiner endlich wieder raus.

Der verordnete Lockdown für Katzen in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Grund dafür war jedoch nicht das Coronavirus, sondern der Schutz von brütenden Vögeln. Die Haubenlerche brütet in Walldorf und ist vom Aussterben bedroht. Seit Mitte Mai durften Katzen in Walldorf nicht mehr vor die Tür – um keine Jagd auf die seltenen Vögel nehmen zu können. Ein Katzenbesitzer musste sogar ein Zwangsgeld in Höhe von 500 Euro bezahlen, da er sich nicht an die Ausgangssperre für seinen Vierbeiner gehalten hat, wie echo24.de berichtete.

Nun ist es so weit: Nach drei Monaten Ausgangsverbot dürfen sich Katzen in Walldorf endlich wieder frei bewegen. Zwei Wochen früher als vorgesehen ist am Montag (15. August) der bundesweit einzigartige Lockdown für Katzen zu Ende gegangen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Die Jungtiere der vom Aussterben bedrohten Haubenlerchen seien dank der Wetterlage so weit entwickelt, dass kein Risiko mehr für sie bestehe. Deshalb dürften Katzen vorzeitig wieder vor die Tür, begründete das Amt den Schritt.

Ausgangssperre für Katzen in Walldorf vorzeitig beendet – aber nur für dieses Jahr

Zugleich stellte die Behörde klar, dass die ursprüngliche Allgemeinverfügung mit dieser Teiländerung nicht aufgehoben sei. „Sie gilt bis zum Jahr 2025 weiter – jeweils im Zeitraum vom 1. April bis einschließlich 31. August“, bekräftigte die Behörde, bei der einige Katzenbesitzer Widerspruch eingelegt hatten.

Das Amt rechtfertigt die Verfügung mit dem Hinweis auf nur noch 60 Brutreviere im Land. Von den Katzen gehe eine erhebliche Gefahr aus für die Bodenbrüter, die auch ausschließlich am Boden nach Nahrung suchten. In Walldorf-Süd habe es im vergangenen Jahr nur noch drei Brutpaare gegeben. Tierschützer hatten hingegen auf die missliche Lage der an Freigang gewöhnten Katzen aufmerksam gemacht.

Von dem Verbot ausgenommen sind Katzen, wenn sie an die kurze Leine genommen werden oder sich nachweisbar nicht in Bereichen bewegen, in denen sie zur Gefahr für die Jungtiere werden können.

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