Versuchter Mord und Brandstiftung

Kreis Karlsruhe: Mann zündet Schwiegersohn an – Unerwartetes Urteil gefallen

Feuerwehrleute und Feuerwehrwagen stehen auf einer Straße. Im Hintergrund brennt ein Haus.
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Ein 88-Jähriger zündete erst seinen Schwiegersohn an und versuchte anschließend ein ganzes Mehrfamilienhaus abzufackeln (Symbolbild).
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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  • Jason Blaschke
    Jason Blaschke
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Im Landkreis Karlsruhe soll ein 88-Jähriger seinen Schwiegersohn angezündet haben. Doch warum setzt ein Senior Haus und Schwiegersohn in Flammen? Und welche Strafe erwartet den Rentner?

Update, 19. Oktober: Über Jahrzehnte führte er ein Leben als unbescholtener Bürger. Jetzt muss ein Rentner wohl seinen Lebensabends wegen versuchten Mordes im Gefängnis verbringen – und kommt trotz allem noch glimpflich davon. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, nimmt der Rentner das Urteil gefasst auf. Der 88 Jahre alter Mann muss wegen der verübten Tat an seinem Schwiegersohn und schwerer Brandstiftung für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Auch wegen gefährlicher Körperverletzung sprachen ihn die Richter des Landgerichts Karlsruhe am heutigen Dienstag für schuldig. Der Senior hatte im März 2021 erst die Terrasse des Hauses seiner Tochter in Malsch (Kreis Karlsruhe) und dann seinen hinzueilenden Schwiegersohn mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.

Kreis Karlsruhe: Mann zündet Schwiegersohn an – „Sie hatten sich damit abgefunden, dass er verbrennt...“

Während seiner knapp einstündigen Urteilsbegründung erläuterte der Vorsitzende Richter, Fernando Sanchez-Hermosilla, wie sehr der Angeklagte von „blankem Hass“ und blinder Wut getrieben gewesen sei, als er den Entschluss zur Tat fasste. „Wagen gemietet, Eimer gerichtet“, so lautete ein Kalendereintrag des 88-Jährigen kurz vor dem Brandanschlag. Mit dem mit Benzin gefüllten Eimer fuhr er zum Haus, schüttete den Brennstoff auf die Terrasse und den Schwiegersohn, der nur wegen des Krachs an die Tür getreten war.

„Sie schnippten einfach ein Streichholz in seine Richtung“, sagte der Vorsitzende Richter. „Sie hatten sich damit abgefunden, dass er verbrennt und es war Ihnen egal.“

Mann zündet Schwiegersohn im Kreis Karlsruhe an: Leidet der 88-Jährige an Demenz?

Doch welche Gründe hatte der 88-jährige Rentner für seine schreckliche Tat? Der Mann war der Überzeugung gewesen, seine Tochter habe ihn finanziell ruiniert und betrogen, berichtet die dpa weiter. Zuvor hatte er ihr aus steuerlichen Gründen seine Immobilien überschrieben, doch dann wollte er die Schenkung rückgängig machen und bedrohte das Paar schon vor dem verhängnisvollen Abend im März massiv. Sein Denken sei völlig verengt gewesen auf das Feindbild Tochter und vor allem den verhassten Schwiegersohn.

Gerade diese fanatische Fixierung darauf, den beiden eine Lektion zu erteilen, sei aber auch ein Zeichen einer möglichen beginnenden Demenz. Das konnte laut Gericht jedenfalls der psychiatrische Sachverständige nicht ausschließen – die Folge: „Wir gehen also davon aus, dass Sie vermindert schuldfähig waren“, so der Vorsitzende Richter. Erklärt die Demenz, die milde Strafe?

Mann zündet Schwiegersohn und Haus an: Milde Strafe – „Hoffnung muss bleiben“

Die relativ milde Strafe – das Gericht war im Großen und Ganzen dem Antrag des Verteidigers des Mannes gefolgt – entsprang auch weiteren Erwägungen: Der 88-Jährige sei nun selber ruiniert, habe mehr oder weniger gestanden und zuvor ein unauffälliges Leben geführt. Auch sein hohes Alter hielten die Richter dem 88-Jährigen zugute: Es müsse die Hoffnung bleiben, sein Leben auf freiem Fuß weiterzuleben. „Diese Hoffnung dürfen wir Ihnen nicht nehmen.“

Kreis Karlsruhe: Mann zündet Schwiegersohn und Haus an – Urteil erwartet

Update, 18. Oktober: Diese schreckliche Tat im Frühjahr im Kreis Karlsruhe sorgte über die Region hinaus für Aufsehen. In der Gemeinde Malsch soll ein 88-jähriger Rentner seinen 60-jährigen Schwiegersohn und ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt haben.

Im Prozess um den Brandanschlag auf seinen Schwiegersohn und dessen Haus wird am Dienstag (19. Oktober) das Urteil gegen den 88-Jährigen erwartet. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Karlsruhe eine Freiheitsstrafe von acht Jahren unter anderem wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung gefordert. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Freiheitsstrafe von höchstens fünf Jahren.

Landkreis Karlsruhe: Rentner zündet Schwiegersohn und Haus an – „Ich wollte niemanden töten, das war nicht meine Absicht.“

Den Vorwürfen nach hat der Rentner im März zunächst die Terrasse eines Mehrfamilienhauses in Malsch (Kreis Karlsruhe) mit einem Brandbeschleuniger übergossen und dann den Schwiegersohn. Mit einem Streichholz setzte er den Mann und die Terrasse in Brand. Das damals 60 Jahre alte Opfer habe Brandverletzungen an beiden Händen und Armen erlitten. Der Schaden am Gebäude beträgt den Angaben nach etwa 1,4 Millionen Euro.

Zum Prozessauftakt hatte der Senior gesagt: „Ich wollte niemanden töten, das war nicht meine Absicht.“ Er habe nach finanziellen Streitigkeiten mit seiner Tochter und dem Schwiegersohn nur ein Zeichen setzen wollen, dass es so nicht weitergehe. Ziel sei gewesen, eine Scheibe anzuzünden – nicht aber das Haus und den Schwiegersohn.

Haus im Landkreis Karlsruhe in Flammen: Hat Mann (88) Schwiegersohn angezündet?

Erstmeldung, 25. März: In der Gemeinde Malsch im Landkreis Karlsruhe soll ein 88-jähriger Senior am Dienstagabend seinen 60-jährigen Schwiegersohn und ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt haben. Wie die Polizei Karlsruhe in einer Mitteilung berichtet, soll der Mann seinen Schwiegersohn auf der Terrasse des Mehrfamilienhauses mit einer brennbaren Flüssigkeit besprüht und ihn anschließend angezündet haben.

Die komplette Oberbekleidung des Schwiegersohns fing daraufhin Feuer. Laut Polizei schaffte es der 60-Jährige die Flammen eigenständig zu löschen. Er erlitt Brandverletzungen an Beinen und Armen. Das Mehrfamilienhaus im Landkreis Karlsruhe geriet Polizeiangaben zufolge vollständig in Brand. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 700.000 Euro. Warum der Senior seinen Schwiegersohn offenbar töten und das Haus abbrennen wollte, ist noch unklar.

Malsch im Landkreis Karlsruhe: Senior (88) soll Schwiegersohn angezündet haben - Haus brennt

Bereits am Mittwochnachmittag wurde der Senior einem Haftrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe wirft ihm versuchten Mord und schwere Brandstiftung vor. Der 88-Jährige hatte sich laut Polizei nach der Tat vom Tatort entfernt. Beamte der Polizei konnte ihn aber noch am Dienstagabend im Bereich Rheinstetten vorläufig festnehmen. Die weiteren Bewohner des Mehrfamilienhauses blieben zum Glück unverletzt.

Erst vor wenigen Monaten hatte es die Polizei mit einem Feuerteufel aus Gundelsheim zu tun. Mittlerweile steht aber fest, dass der mysteriöse Feuerteufel ein Feuerwehrmann war. Genau wie im Fall des 88-jährigen Seniors aus Malsch entstand ein großer Sachschaden. Menschen wurden durch die Brandstiftung des Feuerwehrmanns zum Glück nicht verletzt. Der Feuerteufel aus Gundelsheim sitzt mittlerweile hinter Gittern.

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