Neue Impf- und Booster-Regeln im Südwesten

Johnson & Johnson-Geimpfte: Impfstatus ändert sich ab sofort

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Johnson & Johnson: Auch der Bund hat reagiert. Geimpfte müssen sich auf Änderungen für den Alltag einstellen. Was in Baden-Württemberg jetzt gilt.

In vielen öffentlichen Bereichen, wie Restaurants, Theater und Kinos gilt bereits längerem die 2G-Plus-Regel. Man muss also geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein. Denn die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich rasend schnell aus und das nicht nur in Baden-Württemberg, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker berichtet.

Wer allerdings als geboostert gilt, kann von der Testpflicht befreit werden. Für Verwirrung sorgt dabei nun der Impfstatus, der mit dem Janssen-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpften Personen. Denn der Bund hat die Regeln für Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson&Johnson geändert. Welche Impf- beziehungsweise Booster-Regeln gelten jetzt in Baden-Württemberg? echo24.de klärt auf.

Regel-Chaos um Johnson & Johnson-Impfstatus: Wann gilt man als vollständig geimpft oder geboostert?

Entscheidend für die Grundimmunisierung ist zunächst die sogenannte COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) des Bundesjustizministeriums. Laut dieser Verordnung liegt ein Nachweis hinsichtlich einer vollständigen Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 vor, wenn die zugrundeliegende Schutzimpfung mit einem oder mehreren vom Paul-Ehrlich-Institut genannten Impfstoffen erfolgt ist. Diese Regelung galt bis jetzt auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson.

Hier hat der Bund am 15. Januar 2022 die Ausnahmeverordnung jedoch angepasst. Ab sofort gilt man mit einer Janssen-Dosis nicht mehr als vollständig geimpft, nach zweien nicht mehr als geboostert. Diese Regel-Änderung betrifft auch das Land Baden-Württemberg, wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration auf Anfrage von echo24.de mitteilte. Wann gilt man denn nun nach einer Johnson & Johnson Impfung als vollständig geimpft oder geboostert?

Regel-Änderung in Baden-Württemberg: Keine Grundimmunisierung nach einer Johnson & Johnson Impfung

„Bei einer Grundimmunisierung mit Johnson & Johnson braucht es eine zweite Impfung, möglichst mit einem mRNA-Impfstoff, damit der vollständige Impfschutz vorliegt“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. „Eine solche Impfung sollte mit einem mRNA-Impfstoff möglichst nach vier Wochen erfolgen. Erfolgt diese Impfung wieder mit Johnson & Johnson, was ebenfalls möglich ist, sollten zwei Monate eingehalten werden.“

Im Klartext: Es braucht nun in jeden Fall zwei Impfungen, entweder mit Johnson & Johnson und einem mRNA-Impfstoff, oder eine zweifache Impfung mit Johnson & Johnson, um als vollständig geimpft zu gelten. Aber wann gilt man dann als geboostert?

Änderung der Ausnahmeverordnung: Auch bei Johnson & Johnson braucht es nun drei Impfungen

Bis zuletzt hatte man in Baden-Württemberg bereits 14 Tage nach einer einmaligen Impfung mit Johnson & Johnson eine Grundimmunisierung. Entsprechend galten all jene, die mit dem Impfstoff erstgeimpft waren, eigentlich bereits nach einer weiteren Impfung als geboostert. Dies gilt in Baden-Württemberg nun nicht mehr.

Als geboostert gelten nach der Änderung der Ausnahmeverordnung nun diejenigen, die zusätzlich zur zweifachen Johnson & Johnson-Impfung, oder wie oben bereits erwähnt, nach einer Kreuzimpfung einen dritten Piks erhalten haben. Welche Impfstoffe sich am besten für die Booster-Impfung eignen, erklärt echo24.de in einem separaten Artikel. In Deutschland wird nur mit Biontech und Moderna geboostert. Laut einer Booster-Studie aus Südafrika bietet aber auch Johnson & Johnson einen hohen Schutz vor Omikron.

Wer gilt in Baden-Württemberg als „geboostert“?

  • Personen, die dreifach geimpft sind
  • Erst vor kurzem geimpfte Personen, die ihre Grundimmunisierung (Abschluss der Impfserie) vor nicht länger als 3 Monaten erworben haben
  • Genesene, deren Infektion (Angabe auf dem PCR-Testnachweis) noch nicht länger als 3 Monate zurückliegt

Auch der Bund reagiert: Impfstatus für Johnson & Johnson-Geimpfte

Und auch der Bund hat am Dienstagabend noch reagiert. In einer Pressemitteilung des Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg heißt es, der Bund habe am Wochenende kurzfristig die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) angepasst, die ab sofort gilt

Mitteilung: „In diesem Zusammenhang hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Kriterien für den Impfstatus von Personen geändert, die mit dem Impfstoff Janssen (Johnson & Johnson) geimpft wurden. Bei Johnson & Johnson reicht eine Einzelimpfung für die Grundimmunisierung nicht mehr aus. Es braucht eine zweite Impfung, idealerweise mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer bzw. Moderna), damit der vollständige Impfschutz vorliegt.“

Johnson & Johnson: Bundesrechtliche Regelungen

Und: „Die Neuregelung des Bundes führt auch dazu, dass Personen, die nach der ersten Impfung mit Johnson & Johnson eine zweite Impfung erhalten haben, rechtlich nicht länger als „geboostert“ gelten. Sie müssen deshalb in Bereichen, in denen die 2G-Plus-Regel gilt, für den Zutritt einen Test vorweisen. Alle Betroffenen, die bereits eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben, sollten nun drei Monate später eine Auffrischungsimpfung durchführen.“

Bis zum Erhalt dieser dritten Impfung unterliegen alle Betroffenen, laut der Mitteilung der Testpflicht bei 2G-Plus. Hierbei handelt es sich um bundesrechtliche Regelungen, die ggfs. durch den Bund kurzfristig geändert werden.

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/SVEN SIMON