Impfangebot für alle bis Herbst gefährdet?

Weniger Impfstoff: Johnson & Johnson kürzt Lieferungen an Deutschland

  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
    schließen

Die Impfstoff-Lieferungen von Johnson & Johnson sollten das Impfverfahren in Deutschland beschleunigen. Doch die Lieferungen fallen kleiner aus als erwartet.

Der Start für den Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson in Deutschland könnte besser laufen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der Impfstoff ebenso wie der des britischen Herstellers AstraZeneca in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel und Hirnvenenthrombosen verursachen kann. Dennoch soll der Impfstoff weiterhin vergeben werden, da die Nebenwirkungen sehr selten auftreten und ein erhöhtes Risiko vorab abgewägt werden kann. Dem Impfstart mit Johnson & Johnson steht in Deutschland eigentlich nichts mehr im Wege – doch eine entscheidende Sache fehlt: der Impfstoff selbst.

Nach der verzögerten Auslieferung der ersten Charge von 256.800 Impfdosen wird der Pharmakonzern nach Informationen des SPIEGEL die für diese Woche vorgesehene zweite Charge kürzen. „Die zweite Lieferung wird nicht den ursprünglich prognostizierten Umfang haben“, verkündet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf SPIEGEL-Anfrage. Eigentlich sollten in dieser Woche 444.000 Impfstoffdosen des US-Konzerns eintreffen – daraus wird wohl nichts. Wie viele Impfdosen letztendlich geliefert werden, ist nicht bekannt.

Johnson & Johnson kürzt Lieferung für Deutschland: Doch weniger Impfstoff als erwartet

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist der Impffortschritt in Deutschland ein entscheidender Faktor. Erst wenn eine Herdenimmunität geschaffen werden konnte, wird es in Deutschland Lockerungen und wieder ein normales Leben geben können. Die Bundesregierung zeigt sich derzeit zuversichtlich, bis Herbst jedem Erwachsenen in Deutschland ein Impfangebot machen zu können – vorausgesetzt es gibt genügend Impfstoff.

Impffortschritt in Deutschland (Stand: 26. April)

Inzwischen sind bereits 6.038.063 Personen (7,3 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben 19.854.550 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten, das entspricht 23,9 Prozent.

Laut der Lieferprognosen der Bundesregierung werden für das 2. Quartal des Jahres bis Ende Juni insgesamt rund 40 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer erwartet sowie etwa fünf Millionen Dosen von Moderna. Also auch ohne den Impfstoff von Johnson & Johnson könnten – vorausgesetzt die angekündigten Liefermengen werden eingehalten – 22,5 Millionen Deutsche vollständig geimpfte werden. Das entspricht etwa 27 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung.

Bis zum Ende der Kalenderwoche 16 (am 25. April 2021) wurden nach Deutschland 29.902.002 Dosen Impfstoff geliefert. 86,6 % dieser Dosen wurden bis zum 26. April 2021 bereits verimpft. Die bisherigen Lieferungen stammen von den Herstellern BioNTech (20.147.204 Impfdosen), AstraZeneca (6.755.998), Moderna (2.742.000) und Johnson & Johnson (256.800).

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Europa Press

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema