Omikron als Herausforderung

In BW naht ein Impfstoff-Mangel: Regierung mit dunkler Booster-Prognose

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Bald wird es auch in Baden-Württemberg einen Impfstoffmangel geben – das hat Auswirkungen auf die Booster-Impfungen und auf die Impfkampagne für Kinder.

Die Omikron-Variante B.1.1529* ist auf dem Vormarsch – auch in Baden-Württemberg breitet sich die zuerst in Südafrika entdeckte Virusmutante langsam aber sicher aus. Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* sinken leicht, die Infektionszahlen sind allerdings immer noch enorm hoch, wie echo24.de berichtet. Als effektivstes Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird auch weiterhin auf die Impfung gegen das Virus gesetzt. Doch Impfstoff könnte schon bald erneut knapp werden aufgrund der zahlreichen anstehenden Booster-Impfungen und die Impfkampagne deutliche bremsen.

Nach Angaben des neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach fehlt für die weitere Booster-Kampagne Anfang 2022 Impfstoff, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Wir haben einen Impfstoffmangel für das erste Quartal“, verkündete der SPD-Politiker in den ARD-Tagesthemen. Dies habe in einer jetzt vorgenommenen Inventur viele überrascht – „mich auch.“

Impfstoff-Mangel in Baden-Württemberg droht: Regierung mit düsterer Booster-Prognose

Auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) rechnet im nächsten Jahr im Februar und März mit einem Mangel an Impfstoff. Das ist nicht nur problematisch für die Booster-Impfungen, sondern auch für die zahlreichen Kinderimpfungen in Baden-Württemberg*. Impfenden Kinderärzten wird aufgrund de bevorstehenden Impfstoffmangels nun geraten, Impfstoff für Zweitimpfungen von Kindern zwischen fünf und elf Jahren zurückzuhalten.

Wie die Heilbronner Stimme und der Südkurier zuerst berichteten, befürchtet das Sozialministerium, dass bereits in diesem Jahr nicht genügend Impfstoff geliefert werden könnte. Das Gesundheitsministerium rechnet nach den ursprünglichen Ankündigungen des Bundes damit, dass in diesem Jahr Baden-Württemberg 320.000 Kinder-Impfdosen erhalten soll. „Allerdings könnte es sein, dass zunächst nur 60 bis 70 Prozent geliefert werden. Exaktere Angaben dazu haben wir vom Bund leider noch nicht erhalten“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Impfstoff-Mangel in Baden-Württemberg: Kinderärzte sollen Vakzin zurückhalten

In einem Schreiben, das am Donnerstag landesweit an die mobilen Impfteams, die Stadt- und Landkreise sowie an die Kinderärzte per Mail verschickt worden ist, sagte Uwe Lahl, Amtschef im Stuttgarter Sozialministerium: „Von der Bundesebene wurde uns mitgeteilt, dass auch die Lieferung des Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren voraussichtlich nicht in der erwarteten Menge lieferbar sein wird“.

„Wir bitten Sie als Impfstützpunkte wie auch als impfende Ärztinnen und Ärzte daher dringend darauf zu achten, ausreichend Impfstoff für die zweite Impfung der Kinder zurückzuhalten“, schrieb Lahl. Laut einem Sprecher des Sozialministeriums sollen 50 Prozent der Dosen bis zum Jahresende nicht verimpft werden.

Impfstoff-Mangel: 92 Millionen Impfdosen sollen nachbestellt werden

Lauterbach arbeitet nach eigenen Worten bereits daran, den Mangel zu beseitigen – es soll Impfstoff im Wert von 2,2 Milliarden Euro nachgekauft werden. Davon sollen 80 Millionen Dosen von Biontech über EU-Verträge sowie 12 Millionen Dosen direkt beschafft werden, wie das Gesundheitsministerium nach Einverständnis des Bundestags-Haushaltsausschusses am Mittwoch mitteilte.

Für schnelle Booster-Impfungen und mögliche Omikron-Impfungen benötigen wir schnell mehr Impfstoff.

Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn

Angesichts der besorgniserregenden Omikron-Variante wollen sich die EU-Staaten außerdem 180 Millionen Dosen angepassten Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer liefern lassen. Ein bestehender Vertrag sehe vor, dass die Unternehmen die Impfstoffe – falls gewünscht – innerhalb von 100 Tagen an neue Varianten anpassen.

Impfstoff-Mangel: Zulassung von Novavax und Valneva könnte Abhilfe schaffen

Abhilfe bei dem Impfstoff-Mangel könnte auch die Zulassung und Lieferung von neuen Impfstoffen schaffen. Die Entscheidung über die EMA-Zulassung von Novavax steht kurz bevor* – der Impfstoff wäre dann der erste zugelassene proteinbasierte Corona-Impfstoff in der EU. Europa hat sich bereits 100 Millionen Impfdosen von dem US-Hersteller gesichert.

Ein Impfstoffmangel in Baden-Württemberg wird für Probleme bei der Abfertigung von Booster-Impfungen und Kinderimpfungen werden. (Symbolbild)

Es gibt noch einen weiteren Impfstoff, der zeitnah neu in der EU zugelassen werden könnte. Das Zulassungsverfahren für den Totimpfstoffs Valneva* wurde beschleunigt. echo24.de hat bereits über einen Vergleich von Novavax und Valneva* berichtet, ein Experte erkennt bei einem der Impfstoff einen kleinen Vorteil. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mirko Hannemann/dpa

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