Impfangebot für alle Erwachsenen bis Herbst?

Impfgipfel in BaWü: Fairere Impfstoff-Verteilung – Angebot für alle bis Herbst

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) spricht bei einer Pressekonferrenz.
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Gesundheitsminister Manne Lucha Pressekonferrenz
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    vonLisa Klein
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Die Verteilung der Impfdosen in Baden-Württemberg soll fairer werden. Manne Lucha sprach beim Impfgipfel zudem von einem Impfangebot für alle Erwachsenen bis Herbst.

Um über weitere Schritte im Impfverfahren zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu debattieren und in der Hoffnung auf mehr Impfstoff haben sich das Land Baden-Württemberg, Ärzte, Sozialverbände und die Kommunen am Freitag (16. April) zu einem Impfgipfel getroffen. Die Teilnehmer haben sich auf eine gemeinsame Linie und eine faire Verteilung der Impfdosen im Land verständigt.

Bei dem Impfgipfel beriet Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mit den rund 100 Konferenzgästen vor allem die praktische Umsetzung des Impfens für die Zeit, in der die ersehnten Mengen an Impfstoff auch tatsächlich in den Regalen liegen werden. In ersten Reaktionen zeigten sich Ärzte und Kommunalverbände zufrieden mit den Gesprächen und zuversichtlich.

Impfgipfel in BaWü: Fairere Impfstoff-Verteilung – Angebot für alle Erwachsenen „bis zum Herbst“

„Unser Ziel ist, bis zum Herbst jedem Erwachsenen in Baden-Württemberg ein Impfangebot zu machen. Dafür brauchen wir alle Kräfte beim Impfen“, sagte Lucha nach dem digitalen Austausch, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. In einem gemeinsamen Papier verständigen sich die Gipfel-Teilnehmer auf die wichtigsten drei Säulen der Kampagne: die Impfzentren, Arztpraxen und Betriebsärzte.

„Ab Sommer sollen alle Teile der Impfkampagne unter Volllast laufen“, versprach der Minister. Arztpraxen würden ab Mai in Sachen Impfung „zu einer gleichberechtigten Säule“ neben den Impfzentren ausgebaut werden. Um Betriebsärzte in das Impfen einzubeziehen, sei zudem im Mai ein Modellprojekt in den Justizvollzugsanstalten geplant.

Unser Ziel ist, bis zum Herbst jedem Erwachsenen in Baden-Württemberg ein Impfangebot zu machen. Dafür brauchen wir alle Kräfte beim Impfen

sagte Lucha nach dem digitalen Austausch. 

Impfgipfel in Baden-Württemberg: Impfstoff soll fairer verteilt werden

In der Erklärung verständigten sich die Teilnehmer des Gipfels auch darauf, den Impfstoff fairer zu verteilen. Bislang werden die Impfzentren in Baden-Württemberg gleichmäßig beliefert, also unabhängig von der Einwohnerstärke eines Kreises. Dadurch sei in Zeiten des Mangels eine Unwucht entstanden, hieß es. Die zentralen Impfzentren sollten dies fair ausgleichen, indem sie „im Rahmen des Möglichen“ Impfdosen abgeben und ihre Mobilen Impfteams (MIT) einsetzen. Ziel sei es, die Impfquoten in allen Landesteilen anzugleichen.

„Maßgebliche Kriterien für diesen fairen Ausgleich können insbesondere Einwohnerzahl, Impfquoten und das schnelle und vollständige Verimpfen der gelieferten Dosen sein“, heißt es in der Erklärung weiter. „Neben dem Bevölkerungsanteil soll dabei auch die vollständige Verimpfung der Impfstoffe eine Rolle spielen“, sagte Lucha. In den Impfzentren sollten keine unnötigen Vorräte angelegt werden. Als wahrscheinlich gilt auch eine stufenweise Verlängerung des Betriebs in den Impfzentren bis August oder September.

 „Wir müssen jetzt den Impf-Turbo zünden und dazu alle impffähigen Ärztinnen und Ärzte von Anfang an und ohne Ausnahme aktivieren“, forderten die Spitzenverbände der Südwestwirtschaft, der Baden-Württembergische Industrie und Handelskammertag (BWIHK) und die Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) bereits vor dem Impfgipfel. Das sehen auch die Apotheker so. Die Kassenärztliche Vereinigung forderte, dass Arztpraxen in gleichem Ausmaß mit Impfstoff ausgestattet werden wie Impfzentren.

Angebot für alle bis Herbst? Impfgipfel als „Grundlage für einen Schub in der Impfkampagne“

Gemeindetags-Präsident Steffen Jäger sprach nach dem Impfgipfel am Freitag von einer „Grundlage für einen Schub in der Impfkampagne“. „Jetzt brauchen wir allerdings noch den dringend nötigen Impfstoff“, fügte er hinzu. Das Land müsse vorbereitet sein auf die Zeit steigender Impfdosen. „Deshalb war es wichtig, dass man klare Zusagen abgibt für ein gemeinsames Vorgehen, ein Miteinander und kein Gegeneinander.“

Auch der Präsident des Landkreistages, Landrat Joachim Walter aus Tübingen, äußerte sich positiv. Vom Gipfel gehe ein deutliches Signal der Geschlossenheit und vor allem Entschlossenheit aus. Die Teilnehmer und das Land hätten sich unter anderem auf eine stufenweise Verlängerung der Impfzentren geeinigt. Der Chef des Klinikums Stuttgart, Jan Steffen Jürgensen, bezeichnete das Ergebnis als „Schulterschluss und wertschätzende, gute Kommunikation zur Motivation aller Beteiligten“.

Bislang kommen Corona-Impfstoffe nur stockend nach Baden-Württemberg. Im April wird der Südwesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums pro Woche rund 300 000 Dosen Corona-Impfstoff erhalten. Es ist zudem unklar, welchen Umfang die Impflieferungen ab Mai haben werden. Das Ministerium hofft aber, dass die Prognosen zutreffen und deutlich mehr Impfstoff geliefert wird. Ab Juni könnte das Impfverfahren zudem durch die geplante Zulassung des Corona-Impfstoffes von CureVac beschleunigt werden.

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