Viele offene Fragen zum Hundeführerschein

Hundeführerschein in BaWü: So schwer ist die Prüfung für Halter und Hund

  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
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Wie bei jedem Führerschein muss eine Prüfung abgelegt werden. Beim Hundeführerschein fallen zwei an: Die Theoretische und die Praktische. So läuft es ab.

Der Hundeführerschein ist ein Befähigungsnachweis für Hundehalter und diesen brauchen wohl bald Hundehalter in Baden-Württemberg. Das wirft zurzeit viele Fragen unter Hundehaltern auf. Unter anderem: Was, wenn man die Prüfung nicht besteht? Darüber hat echo24.de bereits berichtet. Doch, wie läuft so eine Prüfung denn eigentlich ab? Auch bei dieser Frage wollen wir Licht ins Dunkel bringen.

Baden-Württemberg: Hundeführerschein bald Pflicht - Wie läuft die Prüfung ab?

Bundesweit gibt es keine einheitlichen Regeln. Jedes Bundesland entschiedet selbst, ob es den Hundeführerschein für Halter vorgibt oder nicht. Meistens legen dann Vereine und Verbände fest, welcher Inhalt in der Prüfung abgefragt wird. Bisher war Niedersachsen das einzige Bundesland, doch nun will auch Baden-Württemberg nachziehen. Der Deutsche Tierschutzbund bezieht klar Stellung, ob der Hundeführerschein Sinn ergibt. In anderen Bundesländern wiederum wird ein Sachkundennachweis für bestimmte Hunderassen gefordert.

Bei der Prüfung des Hundeführerscheins geht hauptsächlich um die alltäglichen Situationen zwischen Hund und Halter. Das Wichtigste ist: Der Halter soll seinen Hund soweit unter Kontrollen haben, dass es nicht zu gefährlichen Situationen mit anderen Menschen oder Tieren kommt. Um das zu vermeiden, muss der Halter frühzeitig gefährliche Situationen erkennen und richtig reagieren können. Die Prüfungen können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. Im Vordergrund stehen jedoch immer drei Punkte: Sachkunde des Hundehalters, Gehorsam des Hundes und Sozialverträglichkeit des Hundes.

Hundeführerschein in Baden-Württemberg: Welche Inhalte werden geprüft?

Doch wie könnte der Hundeführerschein in Baden-Württemberg aussehen. Wenn man sich Prüfungen anderer Bundesländer ansieht, dann könnte es wie im Folgenden erklärt ablaufen.

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: einmal der theoretische und einmal der praktische. Der Theoretische muss vor Anschaffung des Hundes gemacht werden, der andere innerhalb eines Jahres nach Einzug des Hundes. Der Halter sollte ausreichend Wissen über Hunde und deren Haltung haben. Dabei geht es um Grundkenntnisse, die helfen, den Hund artgerecht zu halten, mit ihm umzugehen und ihn richtig zu erziehen.

Hundehalter in Baden-Württemberg müssen bald eine Prüfung ablegen.

Der Hund muss zudem erzogen sein. Wenn das nicht der Fall ist, hat das Herrchen keine Kontrolle. Geprüft wird auch, ob der Hund auf ihre Kommandos, wie „Sitz“ und „Platz“ hört. Der Hund sollte auch nicht aggressiv reagieren, wenn er auf andere Hunde trifft. Und auch dem Halter müsste Einiges bewusst sein, wie zum Beispiel Hundekotbeutel zu verwenden, berichtet pruefungsratgeber.de

Hundeführerschein in Baden-Württemberg: Theoretische und praktische Prüfung

Für die theoretische Prüfung wird eine Bearbeitungszeit von 60 Minuten gewährt. Es werden 35 Fragen aus verschiedenen Kategorien gestellt.

  • Sozialverhalten
    Kommunikation
    Lerntheorie, Erziehung, Ausbildung
    Angst und Aggression
    Haltung und Pflege
    Rassenkenntnisse
    Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung
    Hund & Recht

Sind 80 Prozent der Fragen richtig beantwortet, gilt die Prüfung als bestanden. Bei der praktischen Prüfung werden von dem Vierbeiner einige Grundkommandos verlangt. Dazu gehören:

  • Sitz, Platz, Steh (mindestens 2 davon)
    Rückruf
    Bleib

Es sind aber auch folgende Hilfsmittel erlaubt:

  • Halsband
    Halsband mit Zugstopp
    Geschirr
    Halti (wenn erforderlich)
    Maulkorb (wenn erforderlich)
    Führleine
    Schleppleine (nur für den Rückruf)
    Hundepfeife
    Clicker

Details für den Hundeführerschein in Baden-Württemberg werden aber erst in den kommenden Monaten festgelegt werden. Denn: “Vorhaben, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden, sind Arbeitsaufträge für diese Legislatur und nicht bereits mit Abschluss des Vertrags umgesetzt“, erklärt Christoph Neethen, Pressesprecher des baden-württembergische Staatsministerium.

Rubriklistenbild: © Peter Förster/dpa

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