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Grüner Komet am Nachthimmel sichtbar – der Erde so nah wie seit 50.000 Jahren nicht

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Von: Lisa Klein

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Der Komet „C/2022 E3“ ist mit seinen zwei Schweifen und seiner grünen Farbe besonders auffällig. So nah wie in der kommenden Nacht war der „grüne Komet“ der Erde zuletzt in der Steinzeit.

Nur etwa alle 50.000 Jahre ist der grüne Komet mit der Bezeichnung „C/2022 E3“ am Himmelszelt zu sehen. Der Komet C/2022 E3 erreicht am 1. Februar 2023 seinen erdnächsten Punkt und ist dann besonders gut sichtbar – kann aber auch schon früher am Nachthimmel beobachtet werden. Zuletzt war er der Erde so nah, als in Europa noch die Neandertaler lebten.

Komet „C/2022 E3“ ist am 1. Februar 2023 der Erde so nah wie seit 50.000 Jahren nicht

Der Himmelskörper C/2022 E3 (ZTF) heißt so, da er erstmals im Jahr 2022 von einem Programm namens „Zwicky Transient Facility“ von einem Observatorium in den USA aus gesehen wurde. Das Besondere an dem Kometen ist seine grüne Farbe – daher auch der Name „grüner“ Komet. Zudem hat er zwei Schweife, wodurch er sehr hell ist. Erst kürzlich wurden außerdem acht „superheiße“ Sterne entdeckt.

Der Komet C/2022 E3 (ZTF) kommt laut der „Vereinigung der Sternfreunde“ Anfang Februar mit rund 42 Millionen Kilometern Entfernung der Erde auf seiner Reise durch den Weltraum am nächsten. Das ist ein knappes Drittel der Entfernung der Erde zur Sonne.

Der Himmelskörper ist nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) rund einen Kilometer groß, hat derzeit aber eine etwa 50.000 Kilometer messende Koma – eine Art Teilchenhülle. Diese entsteht, wenn sich der Komet der Sonne nähert und erwärmt, sodass sich Partikel aus seinem Eis lösen und in den Schweif wandern.

Was ist eigentlich ein Komet?

Kometen kommen vom äußersten und kalten Rand des Sonnensystems und sind Himmelskörper, die bei der Planetenentstehung nicht verbraucht wurden. Sie bestehen laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge aus Staubkörnern, organischen Molekülen und wegen ihrer niedrigen Temperatur aus gefrorenen Gasen. Der hohe Anteil flüchtiger Materie unterscheidet sie von Asteroiden. Durch Gravitation oder Kollisionen werden sie manchmal aus ihrem ursprünglichen Orbit gestoßen und gelangen dann auch in Sonnen- oder Erdnähe und können von unserem Planeten aus beobachtet werden.

Quelle: dpa

Grüner Komet ist mit bloßem Auge eher schwer am Nachthimmel zu erkennen

Der Vorsitzende der Sternfreunde, Sven Melchert, geht allerdings davon aus, dass der grüne Komet ohne Fernrohr oder Fernglas und ohne die nötige Erfahrung nicht einfach so am Himmel entdeckt wird, schreibt die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa). Wer den grünen Kometen verpasst, hat im Jahr 2023 immerhin noch einige Chancen, andere Himmelsphänomene zu beobachten. „fr.de“ berichtet, was Sonne, Mond und Planeten im Jahr 2023 zu bieten haben.

Am Himmelszelt kann Anfang 2023 ein Komet beobachtet werden, welcher seit 50.000 Jahren der Erde nicht mehr so nah war wie jetzt.
Am Himmelszelt kann Anfang 2023 ein Komet beobachtet werden, welcher seit 50.000 Jahren der Erde nicht mehr so nah war wie jetzt. © dpa / Karl-Josef Hildenbrand / Fotomontage: echo24.de

„Er ist zunächst ein Objekt des Morgenhimmels, wird dann nahe dem Polarstern die gesamte Nacht über hoch am Himmel stehen und verabschiedet sich Anfang März am Abendhimmel“, heißt es bei den Sternfreunden. Seinen sonnennächsten Punkt habe er bereits Mitte Januar erreicht und werde am 1. Februar der Erde am nächsten kommen.

Sicht auf den grünen Kometen am 21. Januar und 20. Februar 2023 am besten

Wer den grünen Kometen unbedingt sehen möchte, sollte nicht nur ein Fernglas oder Fernrohr parat haben, sondern vor allem auch den richtigen Zeitpunkt zum Absuchen des Sternenhimmels erwischen. Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass das Wetter mitspielt und die Sicht klar ist.

Die Chancen, den grünen Kometen zu entdecken, ist in den letzten Tagen des Januars sowie in der zweiten Februarhälfte am größten, wenn weniger Mondlicht den Himmel aufhellt. Am 21. Januar und am 20. Februar ist Neumond und somit die Sicht am besten.

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