Naturschutz im Südwesten

Sensation in Baden-Württemberg: Extrem seltenes Tier in Foto-Falle getappt

Ein Goldschakal steht auf einem kleinen Felsen.
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Ähnlich wie ein Fuchs, aber hochbeiniger und mit kürzerem Schwanz: Gleich zwei Goldschakale, hier ein Archivfoto, wurden jetzt in Baden-Württemberg nachgewiesen.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Sie sind extrem selten in Deutschland und noch seltener zu sehen, dennoch wurden jetzt zwei Goldschakale in Baden-Württemberg nachgewiesen - mit einer bestimmten Technik.

Kleiner als ein Wolf - aber größer als ein Fuchs: Goldschakale sind in Deutschland extrem selten. Deshalb ist es umso schöner, dass jetzt erstmals bundesweit gleich ein Goldschakal-Pärchen nachgewiesen werden könnte. Anfang Oktober waren die beiden Tiere zunächst in eine Fotofalle gelaufen, später konnten sie allerdings auch noch auf andere Art und Weise identifiziert werden.

Goldschakale wurden zum ersten Mal 1997 in Deutschland dokumentiert - genauer gesagt, in Brandenburg. Seitdem folgten demnach weitere Nachweise in ganz unterschiedlichen Bundesländern. Doch eigentlich ist der fuchsähnliche Goldschakal vor allem in Gebieten von Südostasien bis Südosteuropa zu Hause.

Zwei Goldschakale in Baden-Württemberg: So wurden die wilden Hunde entdeckt

In Baden-Württemberg sind bisher vier Goldschakale nachgewiesen worden - unter anderem ging Anfang des Jahres ein Tier bei Rastatt in die Fotofalle - und die Experten können tatsächlich nachweisen, dass nicht immer wieder dieselben Exemplare gesichtet wurden, sondern dass mindestens vier unterschiedliche Individuen hierzulande unterwegs sind.

Das geht mithilfe von Kotproben. In der Nähe der Fotofalle, die diese scheuen, nachtaktiven Tiere eingefangen hatte, wurden schließlich noch „Hinterlassenschaften“ gefunden. Diese zeigen, dass es sich um ein neu entdecktes Paar handelt.

Zwei Goldschakale in Baden-Württemberg: Hier wurden sie gesichtet

Ein tolles Zeichen: Denn Goldschakale leben in Familiengruppen. Diese bestehen laut baden-wuerttemberg.de in der Regel aus einem Elternpaar und dessen Nachkommen. Deshalb gehen Experten davon aus, dass es im Frühjahr im Schwarzwald-Baar-Kreis, wo die Tiere gesichtet wurden, Goldschakal-Nachwuchs geben wird.

Der Goldschakal

Der Goldschakal ist ein Wildtier aus der Familie der Hunde. Er ist eng mit dem Wolf verwandt und auch seine Färbung erinnert stark an seinen größeren Verwandten. Der Goldschakal ist zwischen 80 und 95 Zentimeter lang und kann eine Schulterhöhe von bis zu 50 cm erlangen. Er wiegt etwa 8 bis 12 kg. Damit ist er etwas größer als ein Rotfuchs.

Der Goldschakal ist der einzige Schakal, der in Europa verbreitet ist.

Goldschakale gelten übrigens nicht als bedrohlich für Menschen. In Deutschland gibt es viel gefährlichere Tiere. Ein prominentes Beispiel ist hier die einzige heimische Giftschlange, die Kreuzotter. Die Asiatische Tigermücke gilt sogar als „gefährlichstes Tier der Welt“.

Schon die Beute eines Goldschakals zeigt, dass man sich vor ihm eher nicht fürchten muss. Besonders gerne frisst er kleinere Säuger oder Insekten. Auch Beeren und andere Früchte nascht er gerne. Nur selten erbeutet der fuchsähnliche Goldschakal mal ein größeres Tier, wie beispielsweise Rehe. Außerdem ist der Goldschakal - wie schon erwähnt - extrem scheu und vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Dadurch bleibt das Tier für Menschen meist verborgen.

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