US-Amerikaner nach BW ausgeliefert

„Cold case“ kurz vor Aufklärung in Göppingen: 37 Jahre nach versuchtem Mord

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife
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Ermittlungserfolg in einem „cold case“: Ein US-Amerikaner wird wegen versuchten Mordes im Jahr 1985 nach Deutschland ausgeliefert. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Vor 37 Jahren wurde eine Frau (29) brutal vergewaltigt und fast umgebracht. Nun wurde mit Hilfe von DNA-Spuren der Täter ermittelt.

Unglaublich, aber wahr: Nach 37 Jahren steht nun ein versuchter Mord an einer damals 29-Jährigen kurz vor der Aufklärung. Was war damals passiert und wie gelang es den Ermittlern nach so langer Zeit den Fall doch noch aufzuklären?

Göppingen: Frau vergewaltigt und fast getötet – US-Amerikaner nach Baden-Württemberg ausgeliefert

Das Opfer erlitt Rippenbrüche, einen Riss des Trommelfells, Würgemale, eine Kopfplatzwunde und Schürfungen am gesamten Körper, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. 37 Jahre nach dem versuchten Mord an einer 29 Jahre alten Frau hat die Staatsanwaltschaft Ulm am Montag (16. Mai) Details zu dem Fall bekannt gegeben, der mit Hilfe von kleinsten DNA-Spuren vor der Aufklärung steht. Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass ein ehemaliger US-Soldat wegen versuchten Mordes aus den USA nach Baden-Württemberg ausgeliefert wurde.

US-Soldat soll eine Frau in Göppingen vergewaltigt und fast getötet haben

Dem heute 64 Jahre alten Beschuldigten wird zur Last gelegt, am 23. Oktober 1985 die junge Frau in Göppingen an einer Parkanlage überfallen und mit einem Messer bedroht zu haben. Laut Staatsanwaltschaft vergewaltigte er die damals 29-Jährige. Um zu verhindern, dass sie bei der Polizei Angaben zur Tat und zur Aufklärung seiner Identität macht, habe er sie töten wollen. Die Staatsanwaltschaft nennt das Verdeckungsabsicht.

Er habe ihren Körper mit einem Auto in ein nahes Waldstück gefahren, die Frau in einen Straßengraben geworfen und mit Ästen und Laub bedeckt. Die 29-Jährige überlebte. „Sie wurde behutsam darauf vorbereitet, dass wir einen dringend Tatverdächtigen haben. Man hat das im Prinzip erst dann gemacht, als er schon da war“, sagte Staatsanwalt Michael Bischofberger.

37 Jahre alter Fall kurz vor Aufklärung: DNA-Spuren liefern entscheidende Hinweise

Der dringende Tatverdacht beruht auf DNA-Spuren, die der Täter am Tatort zurückgelassen hatte. Laut Staatsanwaltschaft befanden sich diese am Werkzeug, mit dem er die Frau schlug, und am Körper des Opfers. Die DNA wurde mehrmals getestet – erstmals im Jahr 2001.

Im Sommer 2019 identifizierten Experten des Landeskriminalamtes in Stuttgart den Beschuldigten eindeutig anhand der am Tatort gefundenen Spuren. Ein Haftbefehl folgte im Mai 2020. Der Mann hat sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er sitzt seit dem 28. April in Untersuchungshaft.

Auch heute noch kommt es in Stuttgart und der Region zu schrecklichen Taten. Am Donnerstagabend (12. Mai) ereignete sich im Kreis Ludwigsburg ein schreckliches Familiendrama. Ein Familienvater hat in Eberdingen-Nussdorf seine Frau und Tochter getötet. Anschließend nahm er sich das Leben.

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