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Gender Pay Gap: Frauen in Baden-Württemberg verdienen deutlich weniger Geld

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Von: Christina Rosenberger

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Gleiche Löhne für Frauen und Männer sind in einigen Branchen noch immer nicht Realität. Heute, zum „Equal Pay Day“ legt das Statistische Bundesamt neue Zahlen vor. (Symbolbild)
Gleiche Löhne für Frauen und Männer sind in einigen Branchen noch immer nicht Realität. Zum „Equal Pay Day“ legt das Statistische Bundesamt neue Zahlen vor. (Symbolbild) © Andrea Warnecke

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn? So sollte es zumindest sein – doch immer noch verdienen Frauen oft deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen – vor allem in Baden-Württemberg.

Ist eine berufstätige Mutter gleich eine Rabenmutter? Wenn man nach dem Mannheimer Volkswirtschafts-Professor Andreas Gulyas geht, dann herrscht vor allem in Baden-Württemberg diese Meinung vor. Doch was hat das mit der generellen Bezahlung von berufstätigen Frauen zu tun? Wie echo24.de* berichtet, wohl eine ganze Menge.

Baden-Württemberg: Frauen weiterhin deutlich schlechter bezahlt, als Männer

Denn Baden-Württemberg* gilt nach wie vor als eins der eher konservativen deutschen Bundesländer – und die Meinung, Männer müssten besser für ihre Arbeit bezahlt werden, als Frauen, stammt wohl noch aus einer Zeit vor dem Mauerfall. Denn wie der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Gulyas nun im Rahmen des „Equal Pay Day“ am 7. März berichtet, ist in den ostdeutschen Bundesländern die sogenannte „gender pay gap“ um einiges geringer, als im Südwesten.

gender pay gap

Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durch­schnitt­lichen Brut­to­stun­den­ver­dienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Brutto­stun­den­ver­dienst der Männer.

Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, in der öffent­lichen Verwaltung sowie in Be­trie­ben mit bis zu zehn Beschäftigten werden nicht berücksichtigt.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist ein Indiz für man­gel­nde Gleich­be­hand­lung. Allerdings ist er auf vielfältige Ursachen zu­rück­zu­führen. Frauen und Män­ner unterscheiden sich in ihren Erwerbs­bio­grafien und der Wahl von Be­rufs­fel­dern. Dies führt häufig zu unter­schied­lichen Kar­rie­re­ver­läu­fen und Ver­dienst­un­ter­schie­den.

Quelle: Statistisches Bundesamt DE STATIS

In der ehemaligen DDR herrschten demnach viel offenere Normen, gerade was berufstätige Frauen anging. Beispielsweise wurden Frauen eher ermutigt, „Kinder und Beruf zu vereinbaren“, erklärt der Experte. Sie kehrten rascher nach der Geburt wieder ins Berufsleben zurück – damit erhöhte sich die Chance auf eine Karriere enorm. In Westdeutschland und besonders in Baden-Württemberg blieben Frauen dagegen nach der Geburt ihres ersten Kindes meist daheim oder arbeiteten in Teilzeit.

Das war wohl nicht unbedingt auf die eigenen Ideale zurückzuführen, sondern viel eher auf den gesellschaftlichen Druck. „Eine Frau, die ein, zwei Jahre nach der Geburt eines Kindes wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, läuft in Westdeutschland und insbesondere im konservativen Baden-Württemberg Gefahr, als Rabenmutter abgestempelt zu werden“, sagte Gulyas der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Baden-Württemberg: „gender pay gap“ klafft besonders im Südwesten weit auf

Diese Denkweise scheint auch jetzt noch so tief in den Köpfen der Menschen verankert zu sein, dass Baden-Württemberg mit seiner Landeshauptstadt Stuttgart* schon seit 2014 immer das Schlusslicht in Sachen „gender pay gap“ ist. Während hier im Südwesten Frauen im Durchschnitt 23 Prozent unter dem durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienst der Männer landen, pendeln sich die Werte in den ostdeutschen Bundesländern eher zwischen fünf und acht Prozent ein.

Immerhin geht der geschlechterspezifische Verdienstabstand in Deutschland laut statistischem Bundesamt insgesamt zumindest minimal zurück – während die Kluft im Jahr 2006 noch 23 Prozent betrug, liegt der durchschnittliche Bruttolohn einer Frau mittlerweile noch 18 Prozent unter dem eines Mannes. Dennoch macht dieser Unterschied in reinen Zahlen immerhin eine Differenz von 4,16 Euro pro Stunde aus. Während Männer im Schnitt 23,20 Euro verdienen, sind es bei Frauen lediglich 19,12 Euro. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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