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„Gravierende Mängel“: 107 Verstöße bei Gaststättenkontrollen in Ludwigsburg festgestellt

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Von: Lisa Klein

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Zwölf Betriebe in Ludwigsburg wurden am Wochenende von Polizei, Zoll und Ordnungs- und Gewerbeamt kontrolliert.
Polizei Kontrollen in Ludwigsburg.jpg © picture alliance/dpa | Paul Zinken

Zwölf Betriebe in Ludwigsburg wurden am Wochenende kontrolliert – und dabei 107 Verstöße festgestellt. Darunter waren auch lebensgefährliche Verstöße.

„Das Ergebnis der sechsstündigen Kontrollaktion war ernüchternd“, schreibt die Polizei. Am Samstagabend wurden Gaststättenkontrollen im Stadtgebiet Ludwigsburg durchgeführt. Zwölf Gaststätten, darunter sechs Shishabars, wurden von der Polizei Ludwigsburg, dem Hauptzollamt Heilbronn sowie dem Ordnungs- und Gewerbeamt geprüft.

„In allen überprüften Betrieben kam es zu Beanstandungen, 107 Verstöße waren es insgesamt“, teilt die Polizei mit. Besonders bei den kontrollierten Shishabars konnten „teils gravierende Mängel festgestellt werden“. Schwerpunkt der Kontrollen waren unter anderem Jugendschutz, Verstöße gegen das Gaststättengesetz und Steuervorschriften.

Gefährliche Verstöße bei Kontrollen in Ludwigsburger Gaststätten festgestellt

Die Bandbreite reichte dabei von nicht ausgehängten Jugendschutzbestimmungen über die Verwendung von nicht geeichter Gefäße bis zu gravierenden und gefährlichen Verstößen wie der Installation leicht entflammbarer Mülleimer sowie nicht beschilderten oder verschlossenen Notausgängen.

Wer sich erinnert: Bei dem rassistischen Anschlag in Hanau konnten sich die Menschen unter anderem vor dem tödlichen Angriff nicht retten, weil die Notausgänge verschlossen waren. Neun Shishabar-Besucher starben.

Erhebliche Mängel in Shishabars festgestellt – CO2-Grenzwert überschritten

In sieben Fällen war der vorgeschriebene CO2-Melder entweder falsch installiert – zugeklebt oder zu hoch hängend, nicht ausreichend für die Raumgröße, nicht aktiviert oder sogar komplett fehlend. In einem Fall war der gemessene CO2-Wert über dem erlaubten Grenzwert, weshalb die Räumlichkeiten unverzüglich durchgelüftet werden mussten.

In vier der sechs Shishabars war die Lüftungsanlage im Anzündbereich, in einer weiteren im Raucherraum ausgeschalten. In einem Fall konnte die Lüftungsanlage im Anzündbereich nicht in Betrieb genommen werden, da sie defekt war, weshalb hier die Ausgabe von Shishas vorübergehend untersagt werden musste.

Weiterhin wurden in den kontrollierten Shishabars durch Einsatzkräfte des Hauptzollamts insgesamt 15 Kilogramm nicht versteuerter Tabak beschlagnahmt und drei Strafverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet.

Auch bei Lebensmittelkontrollen werden in der Region immer wieder gravierende Verstöße festgestellt. Zuletzt hat es einen Ekelfund bei Netto gegeben. Schimmeliger Käse und dreckige Utensilien wurden in einem Möckmühler Restaurant gefunden.

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