1. echo24
  2. Baden-Württemberg

Maßnahmen zum Energiesparen: Kretschmann beruft „Gaskrisengipfel“ ein

Erstellt:

Von: Lisa Klein

Kommentare

Winfried Kretschmann (Die Grünen)
Baden-Württembergischs Ministerpräsident Winfried Kretschmann beruft für Ende Juli einen „Gaskrisengipfel“ ein. © Federico Gambarini/dpa

Wie kann Energie gespart werden? Diese Frage steht beim „Gaskrisengipfel“ am 25. Juli im Fokus. Kretschmann will erste Vorkehrungen für die drohende Energiekrise treffen.

Die Sorge vor einer Gasknappheit im Herbst und Winter ist groß. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte bereits Maßnahmen angesichts der Gasmangellage an, wie echo24.de berichtet. Sollte Russland den Gashahn komplett zudrehen, wird es ernst – sowohl für Unternehmen und Arbeitnehmer als auch für private Verbraucher. Deshalb beruft der Grünen-Politiker nun einen „Gaskrisengipfel“ für den 25. Juli 2022 ein.

Kretschmann will laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mit Kommunen, Wirtschaft und Versorgern konkrete Vorkehrungen für die drohende Energiekrise treffen. Konkret sollen in einer „konzentrierten Aktion“ Einsparvorschläge für Haushalte und Industrie in Baden-Württemberg gesammelt werden.

Gaskrisengipfel in Baden-Württemberg: Kretschmann will erste Vorkehrungen treffen

Auch die Bundesnetzagentur, die im Fall einer Mangellage über die Gasverteilung entscheidet, werde bei dem Gespräch dabei sein, kündigte Kretschmann am Dienstag an. Der Regierungschef warnte erneut vor dramatischen Folgen einer Gasmangel-Lage: Wenn einzelne Firmen ihren Betrieb einstellen müssten, wirke sich das auf die Lieferketten aus. „Das kann zu schweren Kollateralschäden führen“, warnte Baden-Württembergs Ministerpräsident.

Wie schnell es zu Lieferengpässen kommen kann und welche Auswirkungen das nicht nur auf Deutschland, sondern den gesamten Weltmarkt hat, ist in den letzten Monaten deutlich geworden. Nicht nur aufgrund des Krieges in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland kommt es momentan in den verschiedensten Bereichen zu Lieferengpässen – auch die Corona-Pandemie hat noch immer einen großen Einfluss auf die Lieferketten. Noch dazu werden Rohstoffe aufgrund von schlechten Ernten knapp. Letzteres dürfte sich allgemein angesichts der aktuellen Trockenheit in Deutschland und ganz Europa weiter verschlechtern.

Eine Gasknappheit könnte auch die Lebensmittelpreise noch weiter in die Höhe schießen lassen. Dabei werden Lebensmittel ohnehin aktuell stetig teurer. echo24.de fasste bereits zusammen, wie teuer der Juni in Baden-Württemberg war. Die heftigsten Preiserhöhungen hat es in der Kategorie Energie gegeben. Immerhin können Verbraucher mit ein paar einfachen Tipps beim Gas etwas sparen.

Gasmangellage in Baden-Württemberg: Kretschmann erwartet Vorschläge von den Kommunen

Doch zurück zum Gaskrisengipfel: Wenige Tage vor dem Gipfel dürfte sich laut dpa zeigen, wie schlimm die Lage wirklich wird. Dann enden die Wartungsarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1, über die zuletzt das meiste russische Gas nach Deutschland strömte. Dreht Russlands Präsident Wladimir Putin den Gashahn zu, könnte es in der Heizperiode zu einer Gasmangellage kommen. Baden-Württemberg arbeitet bereits an einem Einspar-Katalog, wie HEIDELBERG24.de berichtet.

Kretschmann erwartet von den Kommunen und den Stadtwerken konkrete Vorschläge, wie Energie eingespart werden kann. „Sie können zum Beispiel bei den Tarifen was machen, Anreize, das gespart wird. Da gibt es viele Möglichkeiten.“ Der Städtetag hatte am Montag schon eine App vorgeschlagen, in die der jeweiligen Versorger Gasverbrauchsdaten und damit auch Einsparpotenziale für den Kunden einspeisen könnten. Einige Gemeinden und Städte wie Heilbronn arbeiten bereits an Notfallplänen für den Ernstfall. Während einige Kommunen Wärmehallen planen, setzt Heilbronn auf Nachbarschaftshilfen bei einer Gasmangellage.

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch handelt Grün-Schwarz viel zu langsam: „Die Landesregierung muss jetzt Notfallpläne und Maßnahmen für den Herbst und Winter vorbereiten und sich nicht erst nach dem Gasgipfel Ende Juli darüber Gedanken machen.“ Die SPD plädiert für einen Notfallplan für alle Kommunen im Land. Das Land müsse klare Regeln vorgeben, „dass reichere und ärmere Kommunen im Fall der Fälle nicht zu unterschiedlichen Entscheidungen gezwungen werden“. Stoch schlug zudem eine wöchentlich tagende „Taskforce Energiesicherheit“ vor, wie sie im Land Berlin längst eingesetzt sei.

Auch interessant

Kommentare