Schlachthof in Gärtringen in der Kritik

Nach Horror-Video aus Gärtringer Schlachthof: Das sind die harten Konsequenzen

  • Melissa Sperber
    vonMelissa Sperber
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  • Isabel Ruf
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Die Soko Tierschutz hat Aufnahmen aus einem Schlachthof in Gärtringen veröffentlicht. Darauf zu sehen: entsetzliche Tierquälerei. So soll es jetzt weitergehen.

  • Die Soko Tierschutz hat ein Video aus einem Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen veröffentlicht.
  • Die entsetzlichen Bilder der Tierquälerei sorgen bundesweit für Aufsehen.
  • Jetzt folgen harte Konsequenzen für den Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen.

Nach Horror-Video aus Gärtringer Schlachthof im Kreis Böblingen: Das sind die harten Konsequenzen

Update vom 18. September: Der Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen hatte Anfang September bundesweit Aufsehen erregt. Videoaufnahmen, die Szenen aus dem Schlachthof zeigen sollen, gingen durch die Medien und führten zu einem lauten Aufschrei (echo24.de* berichtete): Tiere werden ins Gesicht geschlagen, erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen. Die Konsequenzen: Schließung!

Nun ist klar, dass die Schließung des Schlachthofs in Gärtringen länger andauern wird. Das Landratsamt Böblingen hatte dem Betreiber Maßnahmen zum Schutz der Tiere zur Auflage gemacht, um wieder schlachten zu dürfen. Wie die Stuttgarter Nachrichten in Bezug auf eine Mitteilung des Landratsamts berichten, kann aber eher „in einigen Monaten als in wenigen Wochen“ mit einer Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs gerechnet werden. Der Grund: Alle baulichen Mängel sollen zuvor beseitigt werden - zudem sollen die regionale Vermarktung und das Tierwohl gestärkt werden.

Gärtringen (Kreis Böblingen): Erste Pläne für Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs

Der Vorsitzende der Genossenschaft soll der Kreisbehörde bereits erste Pläne übermittelt haben, wie eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs im Gärtringer Schlachthof aussehen könnte. Details sind jedoch noch nicht bekannt - die Pläne sollen zuerst mit den Genossenschaftsmitgliedern besprochen werden. Eine längere Schließung könnte die Chance bieten, nicht nur ein neues Konzept zu erarbeiten, sondern auch verlorenes Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.

Doch was passiert in der Zwischenzeit mit dem Videomaterial, dass die Soko Tierschutz veröffentlicht hatte - und das die Diskussion um den Schlachthof in Gärtringen auslöste? Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten erklärt eine Sprecherin des Landratsamts, dass diese Aufnahmen sehr genau geprüft würden - sowohl von zwei Veterinären als auch von einem externen Sachverständigen.

Harte Konsequenzen für Schlachthof in Gärtringen: Horror-Video zeigte Tierquälerei

Update vom 4. September: Furchtbare Videoaufnahmen gingen diese Woche durch die Medien und führten zu einem lauten Aufschrei - nicht nur bei Tierschützern. Tiere werden ins Gesicht geschlagen und getreten, Menschen treiben sie mit Elektroschocks umher, rammen ihnen eine Stange in den After, Schweine und Rinder erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen.

Die Videoaufnahmen sollen Szenen aus einem Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen zeigen. Und diese haben nun Konsequenzen! Wie der SWR berichtet, wurde der Schlachthof geschlossen, weitere Schlachtungen sind nach Verfügung des Landratsamt Böblingen verboten. Maßnahmen zum Schutz der Tiere, die dem Betreiber vorgeschrieben wurden, seien bisher nicht umgesetzt worden.

Gärtringen/Böblingen: Schlachthof muss Konzept vorlegen, um wieder schlachten zu dürfen

Genau diese Maßnahmen sind aber Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs in Gärtringen im Kreis Böblingen. Wie der SWR weiter berichtet, soll die Verfügung erst dann wieder aufgehoben werden, wenn der Betreiber ein Konzept vorlegt, „wie und mit welchem Personal künftig tierschutzgerecht geschlachtet werde“.

Nach Tierquälerei-Video aus Schlachthof in Gärtringen: Jetzt folgen Konsequenzen

Update vom 2. September: Die Videoaufnahmen, die schlimme Tierquälereien im Schlachthof in Gärtringen zeigen, haben Konsequenzen. Wie der SWR berichtet, sollen jetzt das Personal aufgestockt und die Anzahl der Schlachtungen reduziert werden. Das haben demnach die Verantwortlichen beim Schlachthof Gärtringen beschlossen. Zudem soll es bald im gesamten Schlachthof Kameras zur Überwachung geben.

Konkret geht es um drei zusätzliche Personen im Betrieb. Auch der Zutrieb und die Betäubung der Tiere sollen künftig dauerhaft überwacht werden. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. In dem von der Soko Tierschutz veröffentlichten Video war immer wieder zu sehen, wie Tiere vorzeitig aus der Betäubung aufwachten und Schmerzen zeigten.

Nach schweren Vorwürfen wegen Tierquälerei im Gärtringer Schlachthof ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Die Soko Tierschutz hat dem Landratsamt in Böblingen zugesagt, sämtliche Videoaufnahmen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um mehr als 100 Stunden Material, das jetzt genauestens ausgewertet werden soll. Das Video hat bei den Bürgern und in der Politik hohe Wellen geschlagen. Die Kreistagsfraktion der Grünen in Böblingen forderte, den Schlachthof in Gärtringen vorübergehend zu schließen. Momentan läuft der Schlachtbetrieb unter der Aufsicht von zwei Mitarbeitern des Veterinäramtes weiter. 

Furchtbare Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Soko Tierschutz veröffentlicht Video

Erstmeldung vom 1. September: Die Bilder und Geräusche im Video sind nur schwer zu ertragen: Tiere werden ins Gesicht geschlagen und getreten, Mitarbeiter treiben sie mit Elektroschocks umher, rammen ihnen eine Stange in den After, Schweine und Rinder erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen. Die Szenen machen fassungslos, sie schockieren und sie lassen den Glauben an artgerechte Tierhaltung bei regionalen Schlachtbetrieben sinken.

Der Verein Soko Tierschutz aus München hat das Video aus dem Schlachthof in Gärtringen im Landkreis Böblingen veröffentlicht und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Betrieb. Dreieinhalb Minuten lang ist der Clip, der Gewalt und schlimmes Leid von Tieren zeigt. Die Aufnahmen soll aus zwölf Tagen im Juni und Juli 2020 stammen.

Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Vorwürfe auch gegen Tierärzte – Anzeige gestellt

Und die Vorwürfe gegen den Schlachthof in Gärtringen gehen noch weiter wie echo24.de* berichtet: Bei etlichen Übergriffen seien amtliche Tierärzte anwesend gewesen, teilt die Organisation mit. „Sie sehen zu, greifen nicht ein oder drehen sich weg.“ Selbst bei verletzten angelieferten Tieren sei das der Fall gewesen. „Tierärzte sehen auch zu, als Tiere falsch betäubt werden und klare Zeichen des Erwachens oder von Schmerzen zeigen oder rechtswidrig Elektroschocker und Schläge eingesetzt werden“, schreibt die Soko Tierschutz in einer Pressemeldung.

Gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ will der Vorsitzende von Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, nicht sagen, wer die Aufnahmen gemacht hat, man schütze seine Quellen und Informanten. Die Soko Tierschutz hat bereits Strafanzeige gestellt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Anzeige richtet sich laut den StN gegen den Betreiber, aber auch gegen die Vertreter des Veterinäramts im Böblinger Landratsamt. Dieses ist für die Überwachung des Schlachthofs zuständig.

Video aus Schlachthof in Gärtringen: Landrat hält Stilllegung des Betriebs für denkbar

Am Montag nahm der Chef des Landratsamts Böblingen, Roland Bernhard, Stellung zu den Video-Aufnahmen aus dem Schlachthof in Gärtringen. Es herrsche Erschütterung und Entrüstung, so der Landrat. Laut der Deutschen Presse-Agentur versprach das Böblinger Landratsamt Aufklärung, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Allerdings müsse man der Reihe nach vorgehen, was die Vorwürfe betreffe. Hier wird die Schuld beim Betreiber des Schlachthofs gesucht, dieser sei in erster Linie verantwortlich. Das Amt könne nur stichprobenartig kontrollieren. Landrat Bernhard hält auch eine vorübergehende Stilllegung des Schlachthofs für denkbar, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“. Zuletzt war der Schlachtbetrieb Tönnies nach einem Corona-Ausbruch im Gespräch. Daraufhin zogen Lidl und Kaufland Konsequenzen*.

+++ Achtung: Das folgende Video enthält sensible Inhalte von Gewalt gegen Tiere +++

Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Chef des Betriebs äußert sich zum Video

Laut deren Bericht hat sich auch der Leiter der betroffenen Schlachthof eG, Wilhelm Dengler, zu dem Vorfall geäußert. „Die Aufnahmen haben mich genauso geschockt wie alle anderen", wird Dengler am Montag zitiert. Dafür gebe es keine Entschuldigung. Bereits einige Kunden hätten ihm mit der Kündigung gedroht. Dengler will klar machen, dass es sich nicht um Standardabläufe der Schlachtungen in Gärtringen handle, sondern um Sondersituationen. Dem widerspricht die Soko Tierschutz, die von einem systematischen Problem und keinen Einzelfällen spricht.

Auch der Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg Peter Hauk nahm Stellung zu den Vorkommnissen. Die entsetzlichen Bilder aus dem Schlachthof Gärtringen „haben nichts mit unserer Vorstellung von Tierschutz gemein“, erklärte Hauk. Der Minister kündigte an, man werde ausgehend von den Erkenntnissen der Behörden das weitere Vorgehen festlegen und entsprechende Konsequenzen ziehen. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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