Weltweiter Klimastreik

Fridays For Future in BaWü: Zehntausende demonstrieren für mehr Klimaschutz

Fridays For Future Demonstration
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Kurz vor der Bundestagswahl gingen in Baden-Württemberg Zehntausende für mehr Klimaschutz auf die Straße. (Symbolbild)
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    VonJulia Cuprakowa
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    Christina Rosenberger
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Junge Klimaschützer machten wieder mobil: Kurz vor der Bundestagswahl gingen deshalb auch in Baden-Württemberg Zehntausende „Fridays for Future“-Klimaaktivisten auf die Straße.

Update vom 25. September: Verheerende Brände, Überschwemmungen und schmelzende Gletscher – die Bewegung „Fridays for Future“ fordert rasches Handeln für den Klimaschutz. Deshalb sind kurz vor der Bundestagswahl auch in Baden-Württemberg Zehntausende – meist junge – Klimaschützer bei den Demonstrationen von „Fridays for Future“ auf die Straße gegangen. Doch wie viele waren es genau? Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), protestierten in Freiburg am Freitag (24. September) etwa 12.000 Menschen, wie Polizei und Veranstalter übereinstimmend mitteilten.

In Stuttgart zogen nach Polizeiangaben ebenfalls mehrere Tausend Teilnehmer durch die Innenstadt. Die hier von den Veranstaltern genannten 15.000 seien aber klar zu hoch gegriffen, hieß es von den Beamten. In Ulm waren laut Veranstalter 3.000 Menschen auf der Straße. Weitere Demonstrationen gab es in Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg, Konstanz und Reutlingen. „Fridays for Future“ sprach am Abend von etwa 90.000 Teilnehmern in Baden-Württemberg.

Fridays for Future in Baden-Württemberg: Zuvor riefen Grüne, Linke und die Kirche zur Teilnahme auf

Insgesamt hatte die Klimabewegung mehr als 80 Aktionen im Land geplant. Sie fordert Maßnahmen, um die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. In Stuttgart waren Plakate wie „Jetzt handeln – wir haben keine Zeit mehr“ zu sehen. Grüne, Linke, die katholische und die evangelische Kirche im Land sowie die Lehrergewerkschaft GEW hatten ebenfalls zur Teilnahme aufgerufen.

Fridays for Future in Baden-Württemberg: Aktivisten färben Brunnenwasser grün

Aktivisten von Extinction Rebellion färbten in Stuttgart das Wasser des zentralen Eckensees und mehrere Brunnen grün ein. Auch die Wasserspiele in der Nähe des Landtags wurden grün. Mit dieser Aktion wollten die Aktivisten der Stadt Stuttgart und der grün-schwarzen Landesregierung sogenanntes Greenwashing vorwerfen. Damit ist gemeint, dass die Politik sich nur aus Image-Gründen an Klima- oder Umweltschutzstandards orientiere. Die verwendete Farbe ist den Aktivisten zufolge unbedenklich. Zuvor seien die Behörden vorab informiert worden, damit keine Panik entstehe, berichtet die dpa weiter.

Fridays For Future Baden-Württemberg: Zehntausende zu Klimaprotesten erwartet

Erstmeldung vom 24. September: Über 80 Klimastreiks sind heute (24. September) in ganz Baden-Württemberg geplant. Das Bündnis „Fridays For Future“ hat zum Kampf für Klimaschutz und gegen die Erderwärmung aufgerufen. Die Umweltaktivisten haben im großen Stil mobil gemacht, um kurz vor der Bundestagswahl, die am 26. September stattfindet, nochmals ein starkes Statement zu setzen.

Die größte Demo Baden-Württembergs soll laut einer Mitteilung von „Fridays For Future“ in Freiburg stattfinden. Hier werden 10.000 Demonstrierende erwartet. In der Landeshauptstadt Stuttgart versammeln sich vermutlich 2.000 Menschen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Und die Aktivisten sind nicht allein:

Fridays For Future: Aktivisten werden von Politik unterstützt – mit einer Einschränkung

Mehrere Parteien – darunter die Grünen und die Linke – unterstützen die Klimastreiks, außerdem ruft die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg zur Demonstration für den Klimaschutz auf. Die Schüler sollen dadurch ermutigt werden, sich den Protesten anzuschließen – Schulleitungen hält die GEW dazu an, den Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an den Streiks teilzunehmen.

Auch das grün-geführte Kultusministerium in Baden-Württemberg zeigt laut der Deutschen Presse-Agentur dpa Verständnis für das Engagement der jungen Klimaschützer. Allerdings sind die Verantwortlichen dort der Meinung, der Protest könne auch am Nachmittag stattfinden, wo er großteils nicht mit der Schulpflicht kollidiere.

Fridays For Future: Weltweiter Klimastreik – auch Greta Thunberg wird erwartet

Die jungen Klimaaktivisten von „Fridays for Future“ wollen mit ihrer Aktion so kurz vor der Bundestagswahl nochmals Druck auf die politisch Verantwortlichen ausüben. Sie sind der Meinung, dass keines der Wahlprogramme ausreicht, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Zur Erinnerung: Fast alle Staaten der Welt hatten sich 2015 dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu reduzieren. „Fridays For Future“ fordert deshalb unter anderem auch den Kohleausstieg Deutschlands bis 2030.

Übrigens finden heute nicht nur in Baden-Württemberg große Klimastreiks der „Fridays For Future“-Bewegung statt. Der Klimastreik ist eine weltweite Protestaktion. Auch in Berlin wollen die Aktivisten protestieren. Hier werden auch prominente Gesichter der Bewegung erwartet – Luisa Neubauer will gemeinsam mit der Schwedin Greta Thunberg auf die Straße gehen. Insgesamt sind in Deutschland in 400 Städten Klimastreiks geplant. Auf fridaysforfuture.de gibt es eine komplette Liste.

In Heilbronn plant „Fridays For Future“ übrigens für morgen (25. September) eine Demo am Bollwerksturm. Um 15:30 Uhr soll es losgehen. Die Veranstalter bitten dringend darum, sich auch während der Demo an die Hygienevorschriften zu halten und die Corona-Krise nicht zu vergessen. Derweil schreibt sich die Stadt Heilbronn den Klimaschutz auf die Fahne. Mit dem „Klimaschutz-Masterplan“ will Oberbürgermeister Harry Mergel eine klimaneutrale Stadt erreichen.

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