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Frauenleiche im Kofferraum: Angeklagter Ehemann „liebte seine Frau sehr“

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Mordprozess gegen 66-Jährigen
Der Schriftzug „Justiz Heidelberg“ ist an der Fassade des Landgerichts angebracht. © Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Die Staatsanwaltschaft sagt, es war Mord. Der Angeklagte sagt nichts – zumindest zu den Vorwürfen. Der Prozess um die Frauenleiche, die in einem Kofferraum gefunden wurde, hat begonnen.

Lediglich die Angaben zu seiner Person hat der Angeklagte am Montag zum Prozessbeginn gemacht. Zu den Vorwürfen: Schweigen. Er soll seine Ehefrau aus Habgier mit einem Hammer erschlagen und die Leiche in einem Kofferraum versteckt haben. Wie „HEIDELBERG24“ berichtet, spricht der gelernte Schlosser aber zum Prozessauftakt am Montag über sein Leben mit der Frau, die er getötet haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen Mord vor. Aus ihrer Sicht wollte der Angeklagte an die Hinterbliebenenrente seiner Frau kommen. Die „Deutsche-Presseagentur“ berichtet: „Dem Mann droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die beiden erwachsenen Kinder des Paares sind in dem Prozess Nebenkläger.“

Heidelberg: Zum Prozessbeginn um eine Frauenleiche im Kofferraum schweigt der Angeklagte

Der Fall hatte im vergangenen Sommer in der Region Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) viel Aufsehen erregt, weil das Auto samt Leichnam der 64-Jährigen in einem Gewerbegebiet entdeckt worden war. Den Tatverdächtigen nahm die Polizei knapp einen Monat später fest.

Die Staatsanwaltschaft geht nach früheren Angaben davon aus, dass der Mann im Juni seine Ehefrau zu Hause überraschend angegriffen und vermutlich mit einem Hammer erschlagen hat. Er habe ihr mutmaßlich mit einem einzigen wuchtigen Schlag auf den Kopf so schwere Verletzungen zugefügt, dass die 64-Jährige kurz darauf starb.

Frauenleiche im Kofferraum entdeckt: Ehemann unter Mordverdacht

Dann soll der Beschuldigte die Tote in den Kofferraum ihres Autos gelegt haben, zu einem Parkplatz am Rande des Gewerbegebiets gefahren sein und den Wagen dort abgestellt haben. Aus Sicht der Anklage ging der Mann heimtückisch vor. Die Polizei hatte zur Aufklärung eine Sonderkommission mit 69 Ermittlern und Ermittlerinnen gebildet. Sie erhielt rund 70 Hinweise aus der Bevölkerung.

Das Schwurgericht am Landgericht hat sechs Fortsetzungstermine geplant. Es könnte demnach Anfang März ein Urteil sprechen. Bis dahin will es zahlreiche Zeugen und einen Sachverständigen hören.

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