Millionen-Verluste und Umweltfreundlichkeit werden zum Thema

Flughafen Stuttgart unter Druck: Aus für Beteiligung am Baden-Airpark droht

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Flughafen Stuttgart unter Druck: Aus für Beteiligung am Baden-Airpark droht.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Für den Flughafen Stuttgart wird‘s ungemütlich. Beim Thema Baden-Airpark bekommen die Verantwortlichen mächtig Gegenwind.

Wird‘s jetzt richtig eng für den Flughafen Stuttgart und den Baden-Airpark? Aktuell müssen sich die Verantwortlichen mit dem Aus der Beteiligung am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beschäftigen. Der Grund: Druck vom Gemeinderat der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Der Baden-Airpark ist eine Tochtergesellschaft der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG). Der Airport Stuttgart ist laut einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten (Artikel hinter Bezahlschranke) beteiligt an der Piste und dem Gewerbestandort Baden-Baden. Das Aus würde für den Airpark den Verlust des Hauptgeldgebers bedeuten.

Flughafen Stuttgart: Geschäftsführer kämpft für Baden-Airpark

Dem Bericht nach drängen „Umweltschützer und Steuerzahlerbünde“ schon vor der Corona-Krise auf ein Ende kleiner Regionalflughäfen - sie zögen zu viele Billigflieger an , kurbeln „umweltschädliche Urlaubsflüge“ an und würden zu häufig „von der öffentlichen Hand subventioniert“. Die verstärkte Debatte über die wachsende Klimakrise stärkt die Kritiker zudem weiter.

Baden-Airpark

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ist der nach Passagierzahlen zweitgrößte Verkehrsflughafen in Baden-Württemberg. Er wurde 1994 auf der damaligen kanadische Airbase Söllingen gegründet und für die zivile Luftfahrt verwendet. Am 17. Mai 1997 hob die erste Charterflug nach Palma de Mallorca ab. Zu Beginn des Jahres 2001 wurde die Baden-Airpark GmbH gegründet. Auf Wunsch des Landes beteiligte sich der Flughafen Stuttgart mit 65,83 Prozent - Anteil am Stammkapital von 25,05 Millionen Euro: 16,491 Millionen.

34,17 Prozent übernahmen zudem die Landkreise Karlsruhe und Rastatt, die Städte Karlsruhe, Baden-Baden, Bühl und Rheinau sowie die Gemeinden Hügelsheim und Rheinmünster. Aus dem Baden-Airport wurde der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Er liegt südwestlich von Rastatt und westlich von Baden-Baden, nahe der französischen Grenze.

Die Stuttgarter Nachrichten schreibt jetzt von starken Kräften im Stuttgarter Gemeinderat, die der Verbindung des Flughafen Stuttgarts mit dem Baden-Airport den Stecker ziehen wollen. Einfach aufgeben möchte FSG-Geschäftsführer Walter Schoefer aber nicht. Er stemmt sich gegen die Pläne vom Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt.

Das Aus: Mega-Millionen Verlust für Flughafen Stuttgart und Airpark-Baden als Grund

Den größten Druck fürs Aus der Baden-Airpark-Kooperation machen demnach die Grünen-Fraktion und das Linksbündnis um SÖS und die Linke im Gemeinderat. Sie fordern, dass die Flughafen Stuttgart GmbH ihre Anteile am Baden-Airpark veräußert. Die 65,8 Prozent sollen an die ebenfalls „beteiligten regionalen Gebietskörperschaften in Baden“ gehen.

Das gesamte Konzept sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar - die FSG habe in der Corona-Krise im Jahr 2020 ein Mega-Millionen- Defizit erwirtschaftet. echo24.de berichtete damals von satten 96,9 Millionen Euro-Wahnsinnsverlust. Im Beitrag der Stuttgarter Nachrichten ist für den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden die Rede von mehr als zehn Millionen Euro Miesen.

Entscheidung für Flughafen Stuttgart: OB Nopper muss sich äußern

Schoefer sieht im Baden-Airpark aber weiterhin einen wichtigen Partner. So habe dieser „für die Region Baden, aber auch für das benachbarte Elsass und das südliche Rheinland-Pfalz eine wichtige Anbindung an den Luftverkehr gebracht. Dieser Flughafen erfülle auch einen öffentlichen Versorgungsauftrag“.

Trotz der Verluste sieht er das gesamt Unternehmen aber noch immer gut aufgestellt. Für ihn hätte der Baden-Airpark zudem fast bessere Verbesserungsaussichten, als der Flughafen Stuttgart. Eine gewichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung wird Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper spielen - immerhin besitzt die Stadt 35 Prozent der Flughafengesellschaft Stuttgart. Nopper ist zudem für die Stadt im FSG-Aufsichtsrat und ist dort als stellvertretender Vorsitzender tätig.

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