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Finanzkontrolle Schwarzarbeit: Mehrere Festnahmen nach Durchsuchungen

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Von: Juliane Reyle

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Zoll
Wegen des Verdachts organisierter Schwarzarbeit vollstreckte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) mehrere Durchsuchungsbeschlüsse. (Symbolbild) © picture alliance / Christophe Gateau/dpa

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Heilbronn vollstreckte mehrere Durchsuchungsbeschlüsse, wegen des Verdachts organisierter Schwarzarbeit.

Vergangenen Dienstag, den 22. November und Donnerstag, den 24. November vollzog die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Heilbronn im Auftrag des Hauptzollamts Heilbronn mehrere Durchsuchungsbeschlüsse, wegen des Verdachts organisierter Schwarzarbeit.

Die Ermittlungen richten sich laut einer gemeinsamen Pressmitteilung der „Staatsanwaltschaft Heilbronn“ und des „Hauptzollamts Heilbronn“ gegen insgesamt sieben Beschuldigte, denen unter anderem banden- und gewerbsmäßiges Schleusen von Ausländern, sowie Menschenhandel, Ausbeutung von Arbeitskräften und das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt vorgeworfen wird.

16 Objekte durchsucht: 400 Einsatzkräfte unterstützten die Durchsuchung und die Ermittlungen

Rund 16 Objekte wurden durchsucht und 400 Einsatzkräfte verschiedener Hauptzollämter und der Polizei sowie zahlreiche Ausländerämter, die zuständige Arbeitsschutzbehörde und Opferschutzorganisationen unterstützten dabei die die FKS Heilbronn.

Die tägliche Arbeitszeit der eingesetzten Arbeitskräfte soll nach ersten Erkenntnissen weit über das zulässige Maß hinaus gegangen sein. Auch die Lohnzahlungen, die die Arbeitnehmer erhielten, waren Schwarzlohnzahlungen und unter dem Mindestlohnniveau. Im Falle von Krankheit sollen die Arbeiter keine Lohnfortzahlung erhalten haben.

Analphabeten unter ausländischen Arbeitnehmern: Sprachbarriere schützte Arbeitgeber

Bei den ausländischen Arbeitnehmern soll es sich teilweise sogar um Analphabeten handeln. Mangels Sprachkenntnisse waren diese nicht in der Lage die deutschen Behörden über ihre Situation zu informieren. Doch weil neben den Ermittlungen des Zolls auch die kritischen Unterkunfts- und Arbeitsbedingungen der ausländischen Arbeiter im Fokus standen, wurden Vertreter des Gewerbeaufsichtsamtes und Opferhilfeeinrichtungen dem Fall hinzugezogen.

Beweismaterial sichergestellt, sowie erste Haftbefehle gegen Hauptbeschuldigte vollstreckt

Es wurde umfangreiches Beweismaterial im Rahmen der Durchsuchungen sichergestellt, sowie bereits am 22. November drei Haftbefehle gegen die Hauptbeschuldigten vollstreckt. Außerdem konnten vermögensabschöpfende Maßnahmen in einem sechststelligen Eurobetrag vorgenommen werden und die verhafteten Tatverdächtigen wurden dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der die Beschuldigten dann in verschiedene Vollzugsanstalten einwies. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Der Zoll entdeckte auch auf der Bundesgartenschau Verstöße. Außerdem wurden 2019 zahlreiche Gaststätten kontrolliert – mit erschreckendem Ergebnis.

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