Neue Corona-Verordnung seit Mittwoch

Fasching in Baden-Württemberg: Was ist trotz Corona erlaubt?

Aufgrund der angespannten Corona-Lage wird die Freiburger Fasnet auch 2022 nur online stattfinden können. Was ist in Sachen Feiern aktuell überhaupt möglich, in Baden-Württemberg? (Symbolbild)
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Aufgrund der angespannten Corona-Lage wird die Fastnacht vielerorts auch 2022 nur online stattfinden können. Was ist in Sachen Feiern aktuell überhaupt möglich, in Baden-Württemberg? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Ist nach zwei Jahren Corona nun endlich wieder Fastnacht in Baden-Württemberg möglich? Die Antwort: Jein.

Für die Narren in Baden-Württemberg stehen die Zeichen auf Hoffnung. Denn erstmals seit zwei Jahren darf im Südwesten trotz hoher Corona-Infektionszahlen* wieder in den Straßen Fastnacht gefeiert werden – zwar unter strengen Auflagen, aber dennoch: Fasching ist wieder möglich. Wie echo24.de* berichtet, hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart* die Rahmenbedingungen bekannt gegeben.

Bereits in der vergangenen Woche wurde beim Bund-Länder-Gipfel klar, dass ganz Deutschland in der nächsten Zeit in einem Drei-Stufen-Plan* auf Lockerungen und Öffnungen setzt, doch zunächst sah es noch nicht so aus, als ob das den Faschingsfreunden und Narren nützen würde. Denn auch Ministerpräsident Kretschmann ging zunächst davon aus, dass es zwar unter strengen 3G-Regelungen laut neuer Corona-Verordnung für Baden-Württemberg* Prunksitzungen und andere Fastnachtsveranstaltungen geben könnte, doch von Straßenfastnacht und Umzügen war zu dem Zeitpunkt noch nicht zu träumen.

Fasching in Baden-Württemberg: Was 2022 für Narren erlaubt ist

Nun sieht das mittlerweile etwas anders aus. Laut Kretschmann dürfen die Narren im Land unter sehr eingeschränkten Bedingungen wieder Straßenfasching feiern. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa berichtet, sind Veranstaltungen unter Beachtung der 3G-Regel möglich. Außerdem soll allerdings eine FFP2-Maskenpflicht gelten.

  • Regeln im Freien laut Warnstufe: 3G-Regel und maximal 75 Prozent Auslastung, aber insgesamt nicht mehr als 25.000 Besucher. Außerdem muss ein strenges Hygienekonzept mit Zugangsbeschränkungen ausgearbeitet werden. Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht.
  • Regeln in Innenräumen laut Warnstufe: 3G-Regel und maximal 60 Prozent Auslastung, insgesamt dürfen allerdings nicht mehr als 6.000 Besucher an einer Veranstaltung teilnehmen. Auch hier gelten Hygienekonzept, Zugangsbeschränkungen und die FFP2-Maskenpflicht.

Laut Roland Wehrle von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) dürfen die Narren davon nur ablassen, wenn sie statt des zertifizierten Mund-Nasen-Schutzes eine selbst kunstvoll geschnitzte Maske („Larve“) tragen. Die FFP2-Maskenpflicht soll außerdem streng kontrolliert werden. Wie Wehrle nach einem Gespräch mit dem Gesundheitsministerium weiter berichtet, bilden Ordnungsämter, Polizei und die Zunft selbst hierzu gemeinsame Kontrollteams.

Fasching in Baden-Württemberg: Kam die Lockerung der Regeln zu spät?

Doch die Erlaubnis für Fastnachtsveranstaltungen kommt laut den Vereinen zu spät. Die Landesregierung habe den Veranstaltern zu wenig Zeit gelassen, noch etwas auf die Beine zu stellen. „Es werden deshalb wohl nur kleinere Veranstaltungen“, ergänzt Wehrle. Doch obwohl sich manche Zünfte eine frühere Ansage der Landesregierung gewünscht hätten, zeigt der VSAN-Chef Verständnis: „Die Dynamik dieses Virus war nicht abzusehen“.

Gibt es also wegen der Kurzfristigkeit trotz Erlaubnis überhaupt keine Fastnachtsveranstaltungen in Baden-Württemberg? Leider sieht es im Großen und Ganzen so aus. Wie der SWR berichtet, wird es sowohl in der Region rund um Stuttgart, als auch im Großraum Ulm, dem Rhein-Neckar-Kreis sowie Karlsruhe und Freiburg keine großen Veranstaltungen mit Publikumsverkehr geben. Sprich: Umzüge sind mit ihren umfangreichen Sicherheitskonzepten und Zugangskonzepten laut den Zünften schlicht nicht mehr umsetzbar.

Fasching in Baden-Württemberg: Wenige größere Veranstaltungen geplant

Einzige große Ausnahme ist wohl Rottweil. Hier wurde in wenigen Tagen ein Konzept zusammengeschustert, um am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag die traditionellen „Narrensprünge“ veranstalten zu können. Teile der Innenstadt werden abgesperrt, ein Sicherheitsdienst wurde beauftragt und es herrscht die 2G-Plus-Regelung. Alle 9.000 Karten sind laut SWR innerhalb kürzester Zeit ausverkauft gewesen.

Eine kleinere Veranstaltung soll es demnach in Weingarten im Landkreis Ravensburg geben. Hier sollen die Narren am Sonntag – statt durch die Straßen – über die Aschebahn des örtlichen Fußballstadions ziehen. Bis zu 1.500 Fastnachtsfans können so einen etwas anderen „Narrenmarsch“ mitmachen, mit Zugangskontrollen und unter Einhaltung der Corona-Regeln laut der Warnstufe. In Iffezheim gibt es sogar einen Umzug am Fastnachtssonntag mit 1.300 Narren. Hier gilt ebenso, wie in Rottweil, 2G-Plus und die Zuschauer haben feste Plätze auf einer Tribüne.

Fasching in Baden-Württemberg: Narren wieder im Online-Modus?

Die Narren in vielen anderen Städten setzen eben auf das durch Corona „altbewährte“ Mittel der Online-Feiern. In Heidelberg wird es am Samstag ab 19:11 Uhr einen Livestream der Online-Fastnachtsshow – „Wir sind mit Humor geimpft“ – geben, auch im Ostalbkreis und im Alb-Donau-Kreis wurde online für Ersatz-Veranstaltungen gesorgt.

Die Narren in Baden-Württemberg lassen sich also auch durch widrige Rahmenbedingungen nicht vom Feiern abhalten. Immerhin sind auch durch die neue Corona-Verordnung in der Warnstufe wieder größerer private Treffen möglich – für Geimpfte und auch Ungeimpfte. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.