Corona wird immer mehr zum Problem

Landkreis Esslingen als Corona-Hotspot: So heftig sind die Maßnahmen

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens in Spanien: In bestimmten spanischen Regionen steigt die Zahl der Corona-Infizierte wieder. Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa
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Landkreis Esslingen gilt als innerdeutscher Corona-Hotspot.
  • Julia Cuprakowa
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In Baden-Württemberg schnellen die Neuinfektionen rasant in die Höhe. Im gesamten Landkreis Esslingen wurden die Corona-Regeln verschärft. So geht die Stadt damit um.

Esslingen - Seit Monaten wütet das neuartige Coronavirus in Baden-Württemberg, doch jetzt scheint sich die Lage gefährlich zuzuspitzen. Denn mehrere Regionen haben den kritischen Wert der Sieben-Tage-Inzidenz bereits überschritten oder sind hart an der Grenze. Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag, 8. Oktober, mitteilte, überschritt der Stadtkreis Stuttgart mit 43,7 den Wert der Vorwarnstufe von 35. Andere Landkreise, wie zum Beispiel: Ludwigsburg und Mannheim sind hart an der kritischen Grenze, mit Werten von 32,5 und 33,8.

Esslingen am NeckarGroße Kreisstadt in Baden-Württemberg
Bevölkerung 533.859 (2019)
BürgermeisterJürgen Ziegler
Vorwahl 0711

Doch nur der Landkreis Esslingen überschritt gleich zwei kritische Grenzen. Mit einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 54,6 (Stand: 8. Oktober) hat der Landkreis nicht nur die Werte für Corona-Vorwarnstufe, sondern auch die für die Warnstufe erreicht und überschritten. Somit gilt die Region als innerdeutscher „Corona-Hotspot“. Aufgrund dessen wurden die Corona-Regeln für den gesamten Landkreis verschärft. Dies teile das Landratsamt bei einer Pressekonferenz mit. Doch wie sieht die Lage in der Stadt Esslingen gerade aus? Welche Vorsichtsmaßnahmen wurden dort getroffen, um die steigende Zahl an Neuinfektionen in den Griff zu bekommen? echo24.de* hat für euch bei der Stadt nachgefragt.

Corona-Warnstufe im Landkreis: Maskenpflicht auch in der Stadt Esslingen - Harte Strafe für Verstöße

Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen im Landkreis Esslingen wurde ab dem 9. Oktober die Maskenpflicht auf öffentliche Plätze ausgeweitet - auch in der Stadt Esslingen. Das heißt: Schutzbedeckungen seien überall dort vorgeschrieben, wo Menschen keinen ausreichenden Abstand zueinander halten können. „Dazu zählen Wochenmärkte, Fußgängerzonen, aber auch enge Gassen in der Innenstadt“, erklärte Roland Karpentier, Pressesprecher der Stadt Esslingen, auf Nachfrage. Wie der Landrat, Heinz Eininger, bei der gestrigen Pressekonferenz mitteilte, werden die Verstöße gegen die Maskenpflicht scharf geahndet.

Auch in der Stadt Esslingen gab es bereits Verstöße gegen die verschärften Corona-Regeln wie Karpentier berichtete: „Die Stadt Esslingen musste bereits einige Male Bußgelder verhängen, weil manche Einwohner, nach mehrmaligem Auffordern die Maske aufzusetzen, keine Einsicht zeigten.“ Die Kontrolle der Maskenpflicht in der Stadt wird vom Ordnungsamt und der Polizei übernommen. „Wir hatten bereits punktuell Plakate aufgestellt und aufgehängt, auf denen wir die Menschen auf die Maskenpflicht hinweisen. Das will die Stadt Esslingen noch auf die öffentlichen Plätze erweitern, die von verschärften Corona-Regeln betroffen sind“, so der Pressesprecher.

 Nicht nur im Esslinger Landratsamt, sondern auch bei den Kommunen und in den Kliniken werden wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen die ersten Vorbereitungen getroffen.

Landkreis als Corona-Hotspot: Stadt Esslingen - Vor einer großen Herausforderung

Das Informieren der Bevölkerung der Stadt erweist sich aber grundsätzlich als eine große Herausforderung. Der Grund: „Der Bevölkerungsanteil mit einem Migrationshintergrund ist in Esslingen sehr hoch - darunter sind auch Flüchtlinge. Dadurch entsteht eine Sprachbarriere, die erst überwunden werden muss“, erklärt Karpentier im weiteren Verlauf des Gesprächs. Dies könnte auch ein möglicher Grund für den Corona-Ausbruch in einem DHL-Paketzentrum in Köngen (Kreis Esslingen) sein. In diesem DHL-Paketzentrum haben rund 80 Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund. Wie echo24.de* berichtet, könnte es also möglich sein, dass viele die Infektionsschutzregeln einfach nicht verstehen.

Neben den zusätzlichen Plakaten an öffentlichen Plätzen und Aufklärungsartikeln in den hiesigen Zeitungen können sich die Esslinger in den sozialen Medien über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren. Karpentier: „Auf unserer Homepage gibt es die aktuellen Corona-Regeln für die Einwohner der Stadt. Außerdem versuchen wir alle Kanäle in den sozialen Medien zu bespielen, um die Menschen auf die kritische Situation im Landkreis aufmerksam zu machen.“

Möglicher Corona-Ausbruch in der Stadt Esslingen - Kliniken gut vorbereitet

Aber auch die Kliniken bereiten sich auf die zweite Corona-Welle vor. „Die Krankenhäuser haben umfangreiche Konzepte ausgearbeitet und ihren Vorrat an Beatmungsgeräten u.s.w. verstärkt“, erklärt Karpentier. „Auch dort geht man davon aus, dass die Infektionszahlen noch weiter steigen werden.“

Die Hygienevorschriften wurden jedenfalls verstärkt, wie die Stadt Esslingen via Twitter informiert. *echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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