Immer mehr Corona-Fälle

Corona-Ausbruch in DHL-Zentrum bei Esslingen: Verzögerte Zustellungen als Folge?

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Im Landkreis Esslingen gilt bereits die Corona-Warnstufe. In einem DHL-Paketzentrum in Köngen, einer Gemeinde im Kreis Esslingen, ist das Virus ausgebrochen.

Update vom 15. Oktober: Im DHL-Zentrum in Köngen, im Landkreis Esslingen, ist das Coronavirus ausgebrochen. Von den insgesamt 471 getesteten Mitarbeitern sind bislang 90 Corona-positiv. Jetzt kommt es zu Verzögerungen in der Paketsortierung und das wirkt sich auch auf die Zustellung aus. Kommt das durch die Masseninfektion im Frachtzentrum? Der Grund dafür seien die sehr hohen Sendungsmengen. „Zudem können immer wieder auch temporäre Spitzen entstehen, wenn beispielsweise ein Großkunde deutlich mehr Sendungen als üblich in unser Netz gibt“, erklärt der DHL-Sprecher Marc Mombauer gegenüber esslinger-zeitung.de.

Zuvor gingen Hinweise ein, dass Tausende Pakete tagelang unbearbeitet im Frachtzentrum liegen würden. Und das merken auch die Empfänger. Ein Betroffener schildert der Esslinger Zeitung, er hätte per Sendungsverfolgung beobachten können, wie sein Paket planmäßig in Köngen angekommen war, dann aber in ein anderes Verteilerzentrum gesendet wurde und von da aus wieder zurück nach Köngen geschickt worden war.

Laut dem DHL-Sprecher soll sich die Lage im Laufe der Woche wieder normalisieren. Zahlen zu unbearbeiteten Paketen wollte DHL nicht preisgeben.

Corona: Masseninfektion in DHL-Zentrum bei Esslingen: Immer mehr Fälle

Update vom 13. Oktober: Im Landkreis Esslingen wurde die Corona-Warnstufe ausgerufen. In einem DHL-Paketzentrum in Köngen, im Landkreis Esslingen, ist das Coronavirus ausgebrochen. Die Hälfte der Belegschaft, rund 250 Mitarbeiter, wurden in der vergangenen Woche auf Sars-CoV-2 getestet. Dabei hatten 76 Mitarbeiter einen positiven Befund. Wie erwartet steigt nun die Zahl der Infektionen. Mittlerweile gibt es 85 bestätigte Corona-Fälle in dem Frachtzentrum in Köngen. 56 Personen davon leben im Landkreis Esslingen.

Doch wie kam es zu der Masseninfektion im DHL-Paketzentrum? Diese Frage kann derzeit noch nicht abschließend geklärt werden. Ob es sich dabei um eine Person handelt, die das Virus in den Betrieb gebracht hat, oder ob es mehrere waren, ist noch unklar. Andrea Wangner, Pressesprecherin des Landratsamts sagte gegenüber esslinger-zeitung.de: „Wahrscheinlich ist, dass sich das Virus auch außerhalb des Unternehmens in der Mitarbeiterschaft verbreitete.„

Corona-Ausbruch in DHL-Zentrum bei Esslingen: Droht die komplette Schließung?

Update vom 9. Oktober, 14 Uhr: Im Landkreis Esslingen gilt derzeit die Corona-Warnstufe. Die kritische 50er Marke wurde überschritten. Das bedeutet jetzt: härtere Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger. Dazu beigetragen hat ein Corona-Ausbruch in einem DHL-Paketzentrum, in Köngen im Landkreis Esslingen. Hier wurden 76 Mitarbeiter positiv aus das Virus getestet. Der Betrieb im Frachtzentrum soll aber weitergehen. Eine Mitarbeiterin des Gewerbeaufsichtsamts hatte bei einem Vor-Ort-Termin nichts zu beanstanden.

Das Unternehmen habe bei der Besichtigung sehr gut mitgearbeitet, berichtet swr.de. Die Maßnahmen zum Arbeitsschutz in dem Betrieb sollen, laut der ersten Landebeamtin Marion Leuze-Mohr, über die erforderlichen Maßnahmen hinausgehen. Die Testungen sind selbstständig abgelaufen und zusätzlich werde ein Kontaktpersonenmannagement betrieben. In der nächsten Woche sind weitere Corona-Tests in Planung.

Corona-Ausbruch im DHL-Zentrum bei Esslingen: Mehr als 70 Mitarbeiter positiv getestet

Erstmeldung vom 9. Oktober, 10 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg explodiert. In drei Stadtkreisen gilt bereits die Vorwarnstufe*, da die 7-Tage-Inzidenz die 35er Marke überschritten hat. Der Landkreis Esslingen hat bereits den kritischen Wert von 50 überschritten und somit die Warnstufe* erreicht. In einer Pressekonferenz am Donnerstag teilte das Landratsamt die ersten Maßnahmen mit. So gilt künftig auf öffentlichen Plätzen eine Maskenpflicht. In Köngen, einer Gemeinde im Kreis Esslingen ist das Coronavirus in einem DHL-Paketzentrum ausgebrochen. Laut Landratsamt arbeiten dort Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnen.

In den vergangenen Tagen haben sich mindestens 76 DHL-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das ergab eine Massentestung. Insgesamt wurden 250 Beschäftigte auf das Virus Sars-Cov-2 getestet - das ist ungefähr die Hälfte der Belegschaft. Bisher liegen noch nicht alle Testergebnisse vor. Somit muss man mit weiteren Covid-19-Fällen rechnen. Auch weiteren Mitarbeiter sollen in den nächsten Tagen getestet werden.

Die Stuttgarter Nachrichten sollen schon Tage zuvor die Information erhalten haben, dass sich Dutzende Mitarbeiter infiziert hätten. Ein anonymer Leser schrieb, die DHL habe nichts im Griff und auch, dass sich viele im Paketzentrum nicht an die Maskenpflicht halten würden.

Ein DHL-Sprecher teilte am Donnerstagabend den StN mit, dass es sich bei den Testungen um prophylaktische Tests handle. Diese werden bereits seit einigen Monaten auf eigene Initiative im Unternehmen durch den Betriebsarzt durchgeführt. Bisher gäbe es aber keine abschließenden Erkenntnisse darüber, ob die Mitarbeiter sich in privaten oder beruflichen Umfeld infiziert hatten. Es seien jedoch frühzeitig Maßnahmen getroffen worden, wie zum Beispiel das Tragen einer Maske.

In dem DHL-Paketzentrum haben rund 80 Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund. Laut Dominique Scheuermann, Leiterin des Gesundheitsamts Esslingen, könnte es also möglich sein, dass viele die Infektionsschutzregeln nicht verstehen. Das nächste Problem: „Viele fürchteten, den Job zu verlieren, sollten sie in Quarantäne gehen.“ Ein Kollege der Gewerbeaufsicht sei am Donnerstagmorgen vor Ort gewesen sein. Die erste Rückmeldung, die Scheuermann erhalten habe war, dass nichts zu beanstanden gewesen sei.
*Ab 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen gilt die Vorwarnstufe, ab 50 Infektionen die Warnstufe.

Auch in Heilbronn schwanken die Corona-Zahlen stark, auch hier wurde bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten die Vorwarnstufe ausgerufen. Und auch Stuttart ist bei den Corona-Neuinfektionen ganz vorn dabei, hier gilt auch die Vorwarnstufe.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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