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Atomausstieg? Der neue EnBW-Vorstandschef erklärt seine Pläne

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Von: Michaela Ebert

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Das Kernkraftwerk Neckarwestheim im Landkreis Heilbronn soll spätestens am 15. April 2023 vom Netz gehen. Das findet auch Andreas Schell, der neue Vorstandsvorsitzende der EnBW.

Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz vor einigen Wochen mit einem Machtwort über die AKW-Laufzeiten entschieden hat, gab es immer wieder Diskussionen um den tatsächlichen Nutzen des Atomkraftwerks Neckarwestheim, von Isar 2 und Emsland. Wie echo24.de berichtet hat, soll der Weiterbetrieb keinen Effekt auf den Strompreis haben.

Jetzt hat der neue EnBW-Vorstandsvorsitzende Andreas Schell seinen Plänen beim Atomausstieg erklärt. Das Energieversorgungsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte sich zuletzt bereits zu den Vorbereitungen auf den Streckbetrieb geäußert.

EnBW-Chef erklärt seine Pläne für den Atomausstieg

Ungeachtet der jüngst beschlossenen Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke bleibt es für den neuen EnBW-Vorstandsvorsitzenden beim Atomausstieg. Andreas Schell: „Wir stehen zum Ausstieg aus der Kernenergie, daran halten wir auch weiterhin fest“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) anlässlich seines Amtsantritts am Dienstag (15. November).

Atomkraftwerk Neckarwestheim 2
Eröffnet:1. Februar 1972
Inhaber:EnBW Energie Baden-Württemberg
Betreiber:EnBW Kernkraft GmbH

Das Sagen habe bei dem Thema die Politik, macht Schell deutlich. „Die Bundesregierung hat uns gebeten, Neckarwestheim II zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit bis Mitte April weiter am Netz zu lassen. Unsere Aufgabe ist es nun, den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten und den Strom zu produzieren, wie wir das verabredet haben. Auf die Aufgaben sind wir eingestellt.“

Trotz geplantem Atomausstieg: Laufzeitverlängerung für AKW Neckarwestheim bis April 2023 beschlossen

Der Bundestag hatte am Freitag den Weiterbetrieb der drei verbleibenden Atomkraftwerke in Deutschland bis zum 15. April beschlossen, um die Stromversorgung im Winter angesichts der Energiekrise zu sichern. Auch der EnBW-Meiler im Landkreis Heilbronn zählt dazu und soll trotz der gefundenen Risse weiterhin am Netz bleiben.

Bis zu 1,7 Milliarden Kilowattstunden: AKW Neckarwestheim soll Stromproduktion gewährleisten

Ursprünglich sollte das Atomkraftwerk in Neckarwestheim am 31. Dezember heruntergefahren werden, wie echo24.de bereits berichtet. Der Reaktorkern der Anlage soll dann mit vorhandenen teilverbrauchten Brennelementen neu zusammengesetzt und wieder hochgefahren, um eine Stromproduktion von bis zu 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom zu gewährleisten.

Schell folgt als EnBW-Chef bei dem Karlsruher Energieversorger auf Frank Mastiaux, der den einstigen Atomstromer auf einen Kurs mit erneuerbaren Energien gebracht hat.

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