Netze BW testet in Künzelsau

Test für E-Autos in BW: Hält das Stromnetz der Belastung wirklich Stand?

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
    schließen

Netze BW startet ein Projekt in Künzelsau und verwandelt eine Straße in ein Reallabor. Damit soll die Belastung der Stromnetze durch E-Autos bestimmt werden.

E-Mobilität gilt als zukunftsfest, vermeidet lokale Emissionen an Kohlendioxid und anderen umweltbelastenden Stoffen im Verkehr. So gut das klingt, ergeben doch einige Fragen: Vor welchen Herausforderungen genau stehen die Stromnetze durch den Hochlauf der Elektromobilität? Wie sieht es in der Praxis im Alltag aus? Und welche Lösungsansätze gibt es für die Stromnetze der Zukunft?

Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat die Netze BW ein sogenanntes Reallabor in Künzelsau eingerichtet, wie echo24.de* berichtet. Ziel des Projekts ist das Erproben und Weiterentwickeln einer netzdienlichen Steuerung von Ladeeinrichtungen für private E-Autos, um Netzengpässe zu vermeiden.

Netze BW mit E-Mobilität-Projekt in Künzelsau: Stromnetz wird Belastungstest unterzogen

Für das Projekt des NETZlabors Intelligentes Heimladen der Netze BW wurden acht Haushalte in der Hundertwasserstraße in Künzelsau im Hohenlohekreis ausgesucht. In den sechs Monaten (bis April 2022) unterziehen die ausgewählten Haushalte – alle an einem gemeinsamen Stromkreis angeschlossen – das örtliche Stromnetz einem Alltagstest.

Dabei sollen die Auswirkungen der Elektromobilität im realen Netzbetrieb* getestet werden, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Netze BW. Um genau Ergebnisse erzielen zu können, stellt die Netze BW für die Dauer des Projekts jedem der teilnehmenden Haushalte kostenlos ein E-Fahrzeug* und eine 11 kW-Ladebox zur Verfügung.

„Unsere Aufgabe als Netzbetreiber ist es, möglichen Engpässen in der Stromversorgung entgegenzuwirken. Dazu erproben wir verschiedene Strategien im Bereich des privaten Ladens. Netzdienliches Lademanagement ist hierbei das Schlüsselwort“, erklärt Projektleiter Sven Zahorka. Dafür werden intelligente Messsysteme – digitale Stromzähler – genutzt und durch zusätzliche Steuerboxen ergänzt. Die in Künzelsau gemachten Erfahrungen sollen helfen, eine einheitliche Steuerung des Ladens zu entwickeln. Doch wieso wurde ausgerechnet die Hundertwasserstraße in Künzelsau für dieses Projekt ausgesucht?

Künzelsau als Reallabor von Netze BW: Elektromobilität in Wohngebieten auf dem Vormarsch

Mit der Hundertwasserstraße wurde gezielt ein typisches Wohngebiet mit Eigenheimen ausgesucht, heißt es in der Mitteilung weiter. Dahinter steht die Annahme, dass Elektromobilität in solchen Gebieten am schnellsten Fuß fassen wird und dort infolgedessen auch zuerst „Belastungs-Hotspots“ im Stromnetz entstehen können. Hinzu kommt, dass es in dem Wohngebiet bereits mehrere Ladestationen gibt.

Das Projekt komme gut an, so Projektleiter Sven Zahorka von Netze BW, berichtet der SWR. Ursprünglich seien sechs Haushalte geplant gewesen, durch die hohe Nachfrage konnten schlussendlich aber sogar acht für das Projekt gewonnen werden.

Bestehen Stromnetze den Alltagstest? Netze BW investiert in Netzinfrastruktur-Ausbau

Mit Projekten wie in Künzelsau und dem stetigen Ausbau der Netzinfrastruktur treibt die Netze BW die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität voran. Bis 2025 sind hierfür im Netzgebiet zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro geplant. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Netze BW

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema