Auch Hybride legen zu

Verkehrswende in Deutschland: Mega-Sprung bei Elektroauto-Zulassungen

Ladesäule für E-Autos
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Immer mehr Deutsche legen sich ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid zu.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Elektromobilität in Deutschland erlebte im vergangenen Jahr einen Mega-Boom. Die Neuzulassungen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden stiegen deutlich an. 

Die Elektromobilität in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen wahren Boom erlebt, denn immer mehr Menschen entscheiden sich beim Neuwagenkauf für ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybriden. Das liegt auch daran, dass die deutschen Hersteller wie Audi oder Daimler begonnen haben, ihre Hausaufgaben zu machen und ihr Angebot an Elektroautos und Hybriden ausbauen.

Zudem hat die Elektro-Prämie von bis zu 9.000 Euro die Verkaufszahlen der Elektroautos und Plug-in-Hybriden deutlich ansteigen lassen, und zwar um 264 Prozent. Insgesamt wurden 2020 rund 395.000 Elektroautos zugelassen. Wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mitteilte, hat Deutschland damit die USA als zweitgrößten Markt für Stromer abgelöst.

In die Auswertung des ZSW flossen jedoch nur reine Elektroautos und Plug-in-Hybride ein, die am Stromnetz geladen werden. Andere Hybrid-Fahrzeuge sowie Wasserstoffautos wurden nicht berücksichtigt. Letztere spielen jedoch nur eine geringe Rolle, laut dem ZSW wurden weltweit nur 9.000 Stück zugelassen. Der Bestand stieg damit auf 28.000 Autos.

Elektroauto/Plug-in-Hybrid: Deutschland legt bei Elektromobilität zu

Mit 1,25 Millionen Neuzulassungen bleibt China der größte Markt für Elektroautos und Plug-in-Hybride, das ist mehr als ein Drittel der rund 3,18 Millionen Stromer, die im vergangenen Jahr weltweit zugelassen wurden. Während der Anteil weltweit um 38 Prozent gestiegen ist, legte China nur noch um drei Prozent zu.

Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen.

„Der E-Fahrzeugmarkt entwickelt sich in vielen Ländern sehr vielversprechend, insbesondere in der Europäischen Union“, sagt Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. Diese Entwicklung führt Staiß jedoch auf höhere Fördersätze und andere Maßnahmen - wie die Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland - zurück. Dieser Förderimpuls müsse nun „sukzessive in ein marktgetriebenes Wachstum“ gewandelt werden.

Elektroauto/Plug-in-Hybrid: Deutschland noch weit entfernt von Elektromobilitäts-Ziel

Insgesamt waren Ende 2020 weltweit rund 10,9 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen. Mit 5 Millionen Stromern ist rund die Hälfte auf chinesischen Straßen unterwegs, gefolgt von den USA (1,77 Millionen). Deutschland ist mit 569.000 Elektroautos noch deutlich von dem Ziel entfern, dass bis 2030 etwa 7 bis 10 Millionen Elektroautos zugelassen sind.

„Hierfür müssen in Deutschland im Schnitt jedes Jahr rund eine Million E-Fahrzeuge neu zugelassen werden“, betont Staiß. Für die neuen EU-Klimaschutzziele sind nach Ansicht des Experten sogar noch deutlich mehr Elektroautos und Plug-in-Hybride nötigt. Doch Staiß ist sich sicher: „Der Erfolg des vergangenen Jahres ist somit erst der Anfang.“

Elektroauto/Plug-in-Hybrid: Hersteller aus Deutschland holen bei Elektromobilität auf

Das dürfte wohl auch für die deutsche Automobilindustrie gelten, diese hatte die Elektromobilität lange eher stiefmütterlich behandelt. Inzwischen hat sich das aber geändert, so klettere Daimler mit 163.000 neu zugelassen Elektroautos und Plug-in-Hybriden auf Rang sechs. Künftig soll der Anteil noch weiter steigen, dazu setzt Daimler komplett auf die Elektromobilität.

Mit dem EQA hat Daimler sein Angebot an reinen Elektroautos weiter ausgebaut.

Auch bei Audi und dem Volkswagen-Konzern hat die Elektromobilität inzwischen Priorität, mit 422.000 verkauften Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist man dem Branchenprimus Tesla (500.000 Neuzulassungen) auf den Fersen. „Die erfolgreiche Aufholjagd der deutschen Hersteller bei den neu zugelassenen Elektroautos zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind“, erklärte ZSW-Vorstandsmitglied Markus Hölzle. „Trotzdem bedarf es noch stärkerer Anstrengungen der heimischen Automobilindustrie, um langfristig mit der Weltspitze mithalten zu können.“

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