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Ditsch wird mexikanisch: Beliebter Bäcker wechselt Inhaber

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Von: Dominik Jahn

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Ditsch verkauft brezen
Ditsch wird mexikanisch: Beliebter Brezenbäcker wechselt den Inhaber © dpa/ RONALD WITTEK

Gibt‘s in Stuttgart bald Tacos statt Brezeln am Bahnhof? So plant der mexikanische Großkonzern mit der Bäckereikette aus Mainz.

Nicht nur in Stuttgart am Bahnhof gehört Ditsch seit vielen Jahren zum kulinarischen Angebot. Jetzt wechselt die Mainzer Brezelbäckerei den Besitzer und wird mexikanisch. Mit Fomento Económico Mexicano (Femsa) übernimmt ein nordamerikanischer börsennotierter Konzern die Bäckereikette.

Nach eigenen Angaben betreibt Ditsch mittlerweile über 200 Shops in ganz Deutschland. Dazu kommen weitere auf der ganzen Welt. Das Unternehmen zählt sich zu den führenden Herstellern von Laugenbackwaren. Jetzt hat der aktuelle Schweizer Konzern Valora alle seine Inhaber-Aktien an Femsa verkauft.

Ditsch wechselt Inhaber: Mexikanischer Konzern zahlt 1,1 Milliarden Euro

Wie unter anderem der SWR berichtet, soll der Kaufpreis bei umgerechnet knapp 1,1 Milliarden Euro liegen. Als größter Abfüller von Coca-Cola macht Femsa einen Jahresumsatz von umgerechnet knapp 27 Milliarden Euro. Dem Bericht nach „hat sich Peter Ditsch verpflichtet, seinen Aktienanteil für umgerechnet rund 191 Millionen Euro an das mexikanische Unternehmen zu verkaufen“.

Fomento Económico Mexicano (Femsa)

Wie das Handelsblatt zum neuen Inhaber-Konzern von Ditsch schreibt, ist Femsa mit 320.000 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen Lateinamerikas. Der Konzern aus Monterrey betreibe demnach die größte Convenience-Shop-Kette in Mexiko und Lateinamerika sowie über 3600 Apotheken in vier lateinamerikanischen Ländern. Außerdem gilt Femsa gemessen am Umsatz als weltweit größter Franchise-Abfüller für Coca-Cola-Produkte und als zweitgrößter Aktionär der niederländischen Brauerei Heineken.

Dass es jetzt in Stuttgart und den zahlreichen anderen Standorten in Baden-Württemberg und Deutschland bald Tacos statt Brezen geben wird ist unwahrscheinlich. Dazu heißt es, dass der Verkauf auf die Arbeitsplätze keine Auswirkungen haben soll. Bereits zu Wochenbeginn schrieb das Handelsblatt, dass „Femsa in Europa über keine eigene Organisation verfüge“ und daher an den Standorten und Mitarbeiten festhalten werde.

Ditsch: Hintergrund der Bäckereikette aus Mainz

Bereits seit 1919 gibt es das Unternehmen Ditsch. Pro Jahr wurden zuletzt rund 600 Millionen Backwaren verkauft. Gegründet wurde die Bäckereikette von Wilhelm Ditsch. 1959 übergab er die Verantwortung an Sohn Heinz Ditsch. Laut SWR ist der größte Einzelaktionär des Schweizer Unternehmens Peter Ditsch, der Enkel des Mainzer Firmengründers. „Er hat die Firma Ditsch 2012 an Valora verkauft und dafür ein Aktienpaket von 17 Prozent aller Aktien des Schweizer Unternehmens erhalten“

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