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Stuttgarter ärgern sich über digitale Wegweiser – „teure Spielerei“

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Von: Nadja Pohr

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Digitaler Wegweiser am Schlossplatz in Stuttgart
Ein digitaler Wegweiser weist künftig Touristen und Einheimische auf die aktuellen Veranstaltungen und Highlights in Stuttgart hin. © BW24/Nadja Pohr

Seit einigen Tagen weist ein digitaler Pfeiler auf die aktuellen Veranstaltungs- und Kulturangebote in Stuttgart hin. Eine Million Euro investierte die Stadt dafür - für einige Stuttgarter eine Fehlinvestition.

Die Politik in Stuttgart hat sich zum Ziel gesetzt, die Innenstadt für Bürger und Touristen wieder attraktiver zu gestalten. Durch wiederkehrende Partys im Zentrum der schwäbischen Metropole hat nicht nur das Image, sondern auch die Sicherheit einen Schaden genommen. Erste Sicherheitskonzepte für Stuttgarts Hotspots wurden bereits umgesetzt. Über eine Waffenverbotszone wird derweil weiter stark diskutiert.

Die Forderungen nach Maßnahmen kommen aber nicht nur von den Anwohnern der Stuttgarter Innenstadt. Auch die Einzelhändler sowie Einrichtungen aus Kultur und Unterhaltung in Stuttgart sehen Handlungsbedarf. Sie leiden zusätzlich immer noch stark an den Folgen der Corona-Pandemie. Um die Menschen in der Stadt auf die Kulturangebote aufmerksam zu machen, wurde deshalb nun ein innovativer Wegweiser errichtet.

Stuttgart: Digitaler Wegweiser zeigt aktuelle Veranstaltungen und Highlights

Bereits am 28. Oktober wurde am Schlossplatz in Stuttgart der digitale Wegweiser eingeweiht. Er wird künftig Touristen und Einheimische auf die aktuellen Veranstaltungen und Highlights wie Jazzkonzerte oder Museumsbesuche in der Landeshauptstadt hinweisen und zeigt dabei auf den LED-Displays auch die präzise Richtung an. Die drei übereinander angeordneten Pfeile sind dabei um 360 Grad drehbar. „Wir haben zwei Jahre lang hart gearbeitet, um heute den weltweit ersten smarten Wegweiser präsentieren zu können“, sagte Projektleiter Maximilian Knapp am Tag der Einweihung.

Rund eine Million Euro kostet der innovative Pfeiler, wie BW24 berichtet. Für die Kultureinrichtungen sind die Anzeigen auf dem Wegweiser kostenlos, wie Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) erklärte. „Uns ist wichtig, dass der Pfeiler nicht kommerzialisiert wird“, betonte er. Ab dem 7. November werden zwei weitere Stelen folgen - eine am Marktplatz vor dem Rathaus und eine am Sporerplatz in unmittelbarer Nähe zur Markthalle.

Der Wegweiser gibt sogar Empfehlungen für den ÖPNV und mittels QR-Codes erhält man weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in Stuttgart. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein Online‐Ticket zu kaufen oder sich per Google Maps direkt zum Veranstaltungsort navigieren zu lassen, teilt die Stadt mit. Außerdem dient die Stele als Hotspot für das kostenlose öffentliche WLAN-Netz und Blinde sowie sehschwache Menschen werden im näheren Umfeld automatisch per Push‐Benachrichtigung auf die Informationsangebote hingewiesen.

Stuttgarter finden smarten Wegweiser unnötig – „unglaublich, für welche Themen Stuttgart Geld ausgibt“

Für den eine Million Euro teuren Wegweiser bringen die Stuttgarter wenig Verständnis auf. Vor allem auch in Bezug auf die aktuelle Energiekrise. „Unnötig wie ein Kropf. Würde mich wundern, wenn die Veranstalter dadurch auch nur ein Ticket mehr verkaufen“, kommentiert ein Facebook-User. „Es ist wirklich schon unglaublich, für welche Themen die Stadt Stuttgart Geld ausgibt und wie die Themen priorisiert werden“, schreibt ein weiterer. „So ein Quatsch. Braucht kein Mensch“ oder „Teure Spielerei“, heißt es von anderen Nutzern.

Ein Stuttgarter fürchtet bereits, dass der neue Pfeiler wahrscheinlich nach drei Monaten schon wieder defekt sein könnte. Kritisiert wird zudem auch die Schriftgröße auf den Pfeilen. Es gibt aber auch positives Feedback für den smarten Wegweiser. „Zeitgemäß und in die richtige Richtung“, lobt ein User. „Digital ist bei häufigen Änderungen des Inhalts sicher eine gute Idee“, merkt ein anderer an. Ein Hingucker ist der Wegweiser jedoch allemal.

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