Volkswagen fordert Schadensersatz

Wegen Dieselskandal: Volkswagen mit Mega-Forderung gegen Ex-Boss Winterkorn

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Volkswagen fordert wegen des Dieselskandals Schadensersatz von Martin Winterkorn.
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    vonSimon Mones
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Volkswagen gilt im Dieselskandal als der Hauptschuldige. Jetzt wirft der Konzern seinem ehemaligen Vorstandschef Pflichtverletzung vor und stellt eine Mega-Forderung.

Der Dieselskandal zählt zu den schwärzesten Stunden der deutschen Automobilgeschichte, insbesondere für Volkswagen. Denn: Der Konzern gilt als der Hauptschuldige. Die Aufarbeitung des Dieselskandals dauert nach wie vor an und wird die deutschen Gerichte wohl auch in Zukunft noch beschäftigen.

Seit dem vergangenen Jahr muss sich bereits Ex-Audi-Chef Rupert Stadler in München vor Gericht verantworten, im September soll dann auch der Prozess gegen den ehemaligen Volkswagen-Manager Martin Winterkorn starten. Zudem sieht sich der 73-Jährige einer massiven Forderung von Volkswagen gegenüber.

Dieselskandal: Volkswagen wirft Winterkorn Pflichtverletzung vor

Wie Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, verlangt der Wolfsburger Automobilkonzern - zu dem auch Audi gehört - mehr als eine Milliarde von seinem ehemaligen Vorstandschef. Volkswagen begründet diese Forderung damit, dass man sich diese Summe hätte sparen können, hätte Winterkorn eher gehandelt.

Daher wirft Volkswagen Winterkorn fahrlässige Pflichtverletzung vor. Nach einem Treffen am 27. Juli 2015 habe der Ex-Manager demnach die Hintergründe des Einsatzes der Schummel-Software nicht „unverzüglich und umfassend“ aufgeklärt. Darüber hinaus wirft Volkswagen seinem EX-Chef vor, dass er Schuld daran war, dass die Fragen der US-Behörden nicht „umgehend wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet“ wurden.

Dieselskandal: Winterkorn-Handel hat Volkswagen Milliarden gekostet

Volkswagen ist sich sicher, dass das dazu geführt hat, das man in den USA noch höhere Straf- und Schadenserstzahlungen leisten musste, die man sich hätte sparen können, wenn Winterkorn bereits nach dem 27. Juli 2015 gehandelt hätte.

Stattdessen machten die US-Behörden die Manipulationen am 18. September 2015 öffentlich, was laut Volkswagen zu Mehrkosten von über einer Milliarde Euro geführt hat, die man sich hätte sparen können. Daimler hat sich beispielsweise durch einen Vergleich weiteren Ärger in den USA erspart.

Dieselskandal: Volkswagen fordert Mega-Summe - Versicherung von Winterkorn greift

Der genaue Betrag, den Volkswagen wegen des Dieselskandals von Winterkorn fordert, ist nicht bekannt. Wie Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR berichten, soll es aber keine glatte Summe sein, die man von Winterkorn fordert, sondern vielmehr ein genau berechneter Betrag.

Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.

Allerdings geht die Rechnung von Volkswagen nicht direkt an Winterkorn selber - der diese nicht aus seinem Privatvermögen bezahlen kann - sondern an seine Versicherer. Denn: Für genau solche Fälle haben Manager wie der Ex-Volkswagen-Boss eine Haftpflichtversicherung. Dabei gilt: Je genauer Volkswagen seine Forderungen gegen Winterkorn begründet, umso besser stehen die Chancen bei den D&O-Versicherern.

Dieselskandal: Volkswagen fordert Schadensersatz - auch andere Ex-Manager betroffen

Die Versicherung greift auch im Fall von fahrlässiger Pflichtverletzung und soll eine Höhe von 500 Millionen Euro haben. Sollte Winterkorn vom Landgericht Braunschweig jedoch wegen Betrugs verurteilt werden, würde die Versicherung nicht mehr greifen, dann müsste der Ex-Manager die Forderung von Volkswagen selbst begleichen.

Der Volkswagen-Aufsichtsrat verlangt auch von weiteren Ex-Managern Schadensersatz. Neben Winterkorn sind auch Ulrich Hackenberg, damals Vorstand bei Audi, Ex-Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz, Stefan Knirsch, Ex-Vorstand von Audi und Stadler, von den Forderungen betroffen. Wahrscheinlich dürfte es auch an das Privatvermögen der ehemaligen Top-Manager gehen. Wie Winterkorn bestreiten auch die anderen Ex-Manager bis heute sämtliche Vorwürfe.

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